GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Hundsheim

Am Fuß des Hundsheimer Berges treffen eine besondere Naturgeschichte und mittelalterliche Ortsreste aufeinander.

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Winterlicher Blick vom Hexenberg auf Hundsheim
Winterlicher Blick vom Hexenberg auf Hundsheim · Foto: Geof · „Hundsheim,³05-1904a“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
661
01.01.2026
Fläche
13,43 km²
Bevölkerungsdichte
49,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2405
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HUNDSHEIM KENNENLERNEN

Hundsheim: Kalkberge, Höhlen und ein wehrhafter Dorfkern

Hundsheim liegt im Bezirk Bruck an der Leitha am Südhang des 480 Meter hohen Hundsheimer Berges. Die Gemeinde zählte am 1. Jänner 2026 661 Einwohner und umfasst 13,43 Quadratkilometer. Ihre Umgebung ist von Kalk, Höhlen und artenreichen Trockenhängen geprägt.

Trockenrasen und Wärmeinsel

Der Hundsheimer Berg gehört zu den östlichen Ausläufern der Alpen und überragt die Donauauen mit 480 Metern. Felsdurchsetzte Hänge und flachgründige Kalkböden tragen eine ungewöhnlich vielfältige Trockenvegetation. Rund 450 Gefäßpflanzenarten sind in den Hundsheimer Bergen nachgewiesen; etwa ein Drittel gilt als gefährdet. Dazu zählen die Hainburger Federnelke, der Waldsteppen-Beifuß und die Bergaster. Die Federnelke blüht meist von Mai bis Juni. Mehr als 300 Wanzen- und 357 Wildbienenarten sind ebenfalls dokumentiert. Auch die Schmetterlingsfauna ist bemerkenswert: Für das Schutzgebiet sind mehr als 1.315 Arten dokumentiert. Das Gebiet wurde 1995 als Europaschutzgebiet ausgewiesen. Es umfasst 2.142 Hektar und erstreckt sich über mehrere Gemeinden, darunter Hundsheim; Trockenrasen und Flaumeichenwälder bilden dort ein Mosaik.

Weidepflege erhält offene Hänge

Als die traditionelle Nutzung der Hutweiden im 20. Jahrhundert zurückging, verbuschten Teile der trockenen Hänge. Eine Schafherde hilft, die offenen Flächen zu erhalten; ergänzend werden Gehölze zurückgenommen und einzelne Bereiche gemäht. Zu den charakteristischen Tieren der Hundsheimer Berge zählen das Europäische Ziesel und die Große Sägeschrecke, eine bis zu neun Zentimeter lange Heuschrecke. Die jährliche Pflegewoche bringt Fachleute und Freiwillige aus den umliegenden Gemeinden zusammen; sie arbeiten an ausgewählten Flächen des größeren Europaschutzgebiets.

Kalk, Höhlen und ein Eiszeitfund

Westlich des Ortes liegen ältere Steinbrüche, in denen weicher Leithakalk gewonnen wurde. In Kalköfen auf dem Gelände der heutigen Kalkofensiedlung brannte man das Gestein. Leithakalk aus kleineren Brüchen nutzten bereits die Römer für Tempelanlagen auf dem Pfaffenberg in der Nachbargemeinde Bad Deutsch-Altenburg. In den Hundsheimer Bergen gibt es zahlreiche Karsthöhlen. Das Zwerglloch am Südhang besitzt einen natürlichen Zugang und reicht 17 Meter in die Tiefe; seine Gänge sind 41 Meter lang. Güntherhöhle und Knochenspalte sind aus Schutzgründen verschlossen. In der Knochenspalte fand Franz Toula 1900 ein nahezu vollständiges Skelett des warmzeitlichen Nashorns Stephanorhinus hundsheimensis. Das rund 700.000 Jahre alte Tier stürzte in eine Karstspalte; sein Skelett befindet sich heute im Naturhistorischen Museum Wien.

Wehrtürme und frühe Kirche

1123 erscheint Hundsheim als „Hundesheim“ in einer Urkunde, in der Regenhart de Hundesheim als Zeuge genannt wird. Der Ortsname wird auf den Personennamen Hund zurückgeführt. Von den Wehrtürmen einer Befestigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert sind zwei erhalten; ihre hoch gelegenen Eingänge boten Schutz und erschwerten den Zugang. Die romanische Annakapelle aus derselben Zeit ist heute nicht mehr als eigenständiges Gebäude erhalten: Reste ihrer Mauern sind an der Außenwand eines Wohnhauses sichtbar. Schriftlich wird sie zuletzt 1476 erwähnt. Eine Beschreibung von 1832 berichtet von Wein- und Obstbau sowie Kalkhandel. Von 1942 bis 1945 gehörte Hundsheim zu Bad Deutsch-Altenburg; danach wurde es wieder eigenständige Gemeinde.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Hundsheim auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung606
31.10.2021 · Registerzählung634
01.01.2026 · Bevölkerungsstand661

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
304
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Hundsheim

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.