GERLOS KENNENLERNEN
Gerlos: Leben zwischen Passstraße und Dreitausendern
Gerlos folgt dem Talweg nach Osten bis zum Gerlospass und reicht zugleich in hochalpine Seitentäler. Die Gemeinde im Bezirk Schwaz zählt 798 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 118,91 Quadratkilometer.
Ein Tal mit weiten Seitentälern
Die Siedlungen liegen in mehreren Weilern entlang der Straße zum Gerlospass. Au, Gmünd, Innertal, Mitterhof, Oberhof, Ried und Schwarzach bilden kein geschlossenes Dorf, sondern eine Folge von Siedlungsplätzen am Talboden. Südlich ziehen Schwarzach, Wimmerbach und Schönach zu über 3000 Meter hohen Gipfeln der Zillertaler Alpen; nordwärts liegen die Hänge der Kitzbüheler Alpen. Fast 119 Quadratkilometer Gemeindegebiet reichen von Wiesen und Wald bis zu hochalpinem Gelände. Die Gerlosstraße verbindet Zell am Ziller mit dem Pinzgau und ist zugleich Hauptachse für den Alltag und den Tourismus.
Passweg, Kirche und Kraftwerk
Der Gerlospass war über lange Zeit eine direkte Verbindung zwischen Tirol und den Salzburger Besitzungen. Die Straße wurde erst in den 1960er Jahren durchgehend befahrbar; der Ausbau hing mit dem Bau des Speicherkraftwerks Funsingau zusammen. Dessen Inbetriebnahme 1968 markiert einen Wandel von der Pass- und Almwirtschaft hin zu moderner Energieerzeugung. Die Kirche zu Ehren der Heiligen Lambert und Leonhard ist seit 1470 als Filiale von Zell am Ziller belegt; der ältere Turmunterbau blieb beim späteren Neubau erhalten. Heute erzählen Passstraße, Kirche und Kraftwerksanlagen von unterschiedlichen Nutzungen desselben engen Talraums.
Tourismus, Wärme und Arbeit
2024 gab es in Gerlos 190 Arbeitsstätten mit 530 Beschäftigten am Arbeitsort; 90 Prozent der Arbeitsstätten und 89,6 Prozent der Beschäftigten entfielen auf den Dienstleistungssektor. Das passt zur heutigen Arbeit im Tourismus: Hotels und Gastronomie beherbergen Gäste, während die Zillertal Arena den Skibetrieb mit Seilbahnen und Pisten organisiert. Daneben erzeugt das VERBUND-Kraftwerk Funsingau jährlich 27 Gigawattstunden Strom aus Wasserkraft; seine Anlage liegt am Südrand des Gerlostals. Für den Alltag im Ort ist außerdem die Ortswärme wichtig: Das Heizwerk versorgt Gebäude mit Nahwärme. Damit treffen in Gerlos Beherbergung, Bergbahnbetrieb und Energieerzeugung aufeinander.
Dorfleben und Ziele vor Ort
Das Bildungszentrum und die medizinischen Anlaufstellen bündeln Angebote für das lang gezogene Tal. Zwischen den Weilern folgen Alltagswege der Passstraße; saisonal kommen Gäste der Bergbahnen und Hotels hinzu. Im Ortsteil Ried erschließen gesicherte Klettersteige die Riederklamm, vom Übungsbereich bis zu anspruchsvollen Routen. Der Zutritt ist kostenlos, für die Begehung wird Klettersteigausrüstung benötigt. Einen anderen Zugang zur Ortsgeschichte bietet die Pfarrkirche mit dem älteren Turmunterbau und dem später erneuerten Kirchenschiff. Der Speicher Durlassboden prägt den östlichen Talabschluss als Teil der Wasserkraftlandschaft. Wer Gerlos ohne Klettertour erlebt, kann Kirche, Talweg und die wechselnden Blicke in die südlichen Seitentäler verbinden. Die saisonale Busverbindung von Zell am Ziller schafft einen Anschluss an die Zillertalbahn. Die Klettersteige haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und eignen sich daher nicht für jeden Besucher gleichermaßen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gerlos – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Gerlos - Startseite
- Gemeinde Gerlos – Pfarre Gerlos
- Gemeinde Gerlos – Kirchengeschichte
- Gemeinde Gerlos – Ortswärme
- VERBUND – Speicherkraftwerk Funsingau
- Zillertal Arena – Erlebnisgarten Riederklamm
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab
- Ingenieurbüro Pratzner – Bildungszentrum Gerlos
Stand der Angaben: 15.10.2026
