HAIDERSHOFEN KENNENLERNEN
Haidershofen am Übergang zur Enns
Haidershofen liegt im Mostviertel nahe der oberösterreichischen Stadt Steyr. Die Gemeinde umfasst 32,04 Quadratkilometer und hat am 1. Jänner 2026 3.706 Einwohnerinnen und Einwohner. Sechs Katastralgemeinden reichen von der Enns in die Hügellandschaft des Umlands.
An der Grenze zu Oberösterreich
Die Enns bildet im Westen die Landesgrenze und prägt den Übergang zwischen Haidershofen und Steyr. Rund 14 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet. Zum Gemeindegebiet zählen die Katastralgemeinden Brunnhof, Dorf an der Enns, Haidershofen, Sträußl, Tröstelberg und Vestenthal. Dorf an der Enns liegt nahe der Bahnverbindung; der Bahnhof trägt denselben Ortsnamen und liegt an einer Teilstrecke der Rudolfsbahn. Landwirtschaft und Pendeln prägen den Alltag: 2011 arbeiteten nur 380 der 1.875 erwerbstätigen Einwohnerinnen und Einwohner in der Gemeinde. Die übrigen pendelten überwiegend aus. Unter den 116 landwirtschaftlichen Betrieben der Erhebung 2010 wurden 52 im Haupterwerb geführt; diese bewirtschafteten zwei Drittel der Fläche.
Zwei Kirchenorte, zwei Bauzeiten
Die Pfarrkirche Haidershofen ist dem heiligen Severin geweiht. Die dreischiffige spätgotische Hallenkirche wurde 1452 geweiht. Sie liegt am rechten Ennsufer, umgeben vom alten Friedhof; dessen westliche Mauer besitzt Schlüssellochscharten. Der spätbarocke Hochaltar zeigt neben der Madonna vom Siege die Heiligen Severin und Nikolaus. Um 1510 erhielt das Langhaus sein heutiges Gewölbe als hohe Vierstützenhalle. Eine zweite Pfarrkirche steht in Vestenthal. Sie ist dem heiligen Niklaus von Flüe gewidmet und wurde 1957 bis 1962 errichtet. Die Pfarre Vestenthal entstand 1967. Beim Kirchenbauverein begann die Vorgeschichte schon 1953; am 25. August 1957 wurde der Grundstein gelegt. Die Initiative für den Bau ging von Pfarrer Karl Sallinger und Bürgermeister Rudolf Graf aus.
Burg, Wasserschloss und Maria Burg
Schloss Vestenthal ist seit 1254 belegt. Der quadratische Bau mit Rundtürmchen war als Wasserschloss angelegt. Schloss Dorf an der Enns stammt aus dem 17. Jahrhundert. Eine ältere religiöse Stätte lag bei Maria Burg: Die Kapelle wurde 1452 errichtet und ist heute der Rest einer Kirche, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen wurde. 1606 entwendeten protestantische Adelige gewaltsam den Kirchenschlüssel, nachdem der Pfarrer einer Protestantin die Beisetzung im Familiengrab verweigert hatte. Während des Österreichischen Erbfolgekriegs beschossen bayerische und französische Truppen Haidershofen vom linken Ennsufer; österreichische Truppen überschritten den Fluss bei Hainbuch. Der Pfarrhof wurde 1762 bis 1784 zur Sommerresidenz der Äbte von Gleink ausgebaut.
Feuerwehr, Musik und lokale Versorgung
Die Freiwillige Feuerwehr Haidershofen besteht seit dem 1. Juni 1894. Acht Jahre später, am 1. März 1902, wurde der Spar- und Darlehnskassenverein gegründet. Im Jahr 1884 entstand der Musikverein Haidershofen; seit 1974 probt und konzertiert außerdem ein Kammerorchester regelmäßig im Ort. Das Adressbuch von 1938 verzeichnete sieben Gastwirte, vier Gemischtwarenhändler, eine Bäckerin, einen Arzt und eine Hebamme. Auch Schuster, Tischler, Maurer und ein Zementwarenerzeuger waren eingetragen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
