HAAG KENNENLERNEN
Haag: Wehrkirche, Schlosspark und Theaterbühne
Haag liegt im westlichen Mostviertel. Am 1. Jänner 2026 zählt die Stadtgemeinde 5.977 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 54,95 Quadratkilometer. Schloss Salaberg, die Westbahn und der Theatersommer prägen den Ort.
Ein Markt mit wechselnder Gestalt
Die erste urkundliche Nennung Haags ist mit einer Kirchenweihe verbunden: 1032 weihte Bischof Berengar von Passau die Kirche. 1921 wurde die Gemeinde in Haag-Land und Markt Haag geteilt; 1932 erhielt der Markt das Stadtrecht, und 1938 wurden Stadt und Land wieder zu einer Gemeinde vereinigt. Das heutige Gemeindegebiet umfasst zwölf Katastralgemeinden. Die ältere Einteilung in gleichnamige Ortschaften wurde 2020 aufgelöst. Haag liegt im Alpenvorland; rund 16 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet. 2001 gab es 214 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten; 1999 wurden 242 land- und forstwirtschaftliche Betriebe gezählt. Die Westbahntrasse führt nahe am Stadtkern vorbei, während die Neubaustrecke durch den Siebergtunnel verläuft.
Salaberg: Renaissancehof und barocke Erweiterungen
Im Südwesten der Stadt steht Schloss Salaberg. Drei hintereinanderliegende Höfe prägen die Anlage; zwei Türme markieren den mittleren Hof, ein Uhrturm den Arkadenhof. 1282 ist die Burg erstmals erwähnt. Der Steyrer Handelsherr Niclas Kölnbeck kaufte sie 1530 und ließ sie zum Renaissanceschloss ausbauen; aus dieser Phase stammt der Arkadenhof. 1618 kam die Anlage an die Grafen Salburg. Um 1640 entstand der mittlere Hof, um 1700 wurde mit der Schlosskapelle ein äußerer Wirtschaftshof angelegt. Franz Ferdinand Graf Salburg ließ den venezianischen Festsaal mit Stuck, Gemälden, Marmorarbeiten und Deckenfresken gestalten. Das Badehaus wurde nach einer Restaurierung 1999 wieder zugänglich gemacht.
Kirche, Tierpark und Freilichtmuseum
Die dem heiligen Michael geweihte Pfarrkirche ist eine spätgotische Wehrkirche. Sie entstand zwischen 1432 und 1485; 1969 und 1970 wurde der Innenraum neu gestaltet. Eine Orgel mit 36 Registern wurde 2001 eingeweiht. Am Rand des Schlossparks liegt der Haager Tierpark. Eduard Petzold plante die 33 Hektar große Anlage in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als englischen Landschaftsgarten. 1970 wurde der Park öffentlich zugänglich, drei Jahre später öffnete der Tierpark. Im Weißpark liegt das in den 1970er-Jahren errichtete Freilichtmuseum mit 20 bäuerlichen Gebäuden aus dem Mostviertel. Zu den Objekten zählen eine Hausmühle mit Wasserrad und Knochenstampfe, ein Troadkasten und ein Gehöft mit Rauchküche. Im Stadtkern wird der Hauptplatz während des Theatersommers zur Bühne: Seit 2000 steht dort eine eigens errichtete Tribüne für die Aufführungen.
Zwangsarbeit im heutigen Gemeindegebiet
Zur Geschichte Haags gehört auch die Verfolgung ungarischer Jüdinnen und Juden während der NS-Herrschaft. Im Ortsteil Schudutz bestand ein Zwangsarbeitslager; die Insassen mussten beim Landwirt Schindlhuber arbeiten. Ein weiteres Lager befand sich im Bereich der Stadt. Frauen wurden dort unter anderem bei der Firma Gruber und in der Ziegelei Penzing zur Ziegelherstellung und zum Transport eingesetzt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Haag (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadt Haag in Niederösterreich - Startseite - Tourismus & Freizeit - Sehenswertes Haag - Sehenswürdigkeiten
- Stadt Haag in Niederösterreich - Startseite - Unser Haag - Gemeindeleben - Geschichte - Schloss Salaberg
- Stadt Haag – Tierpark
- Stadt Haag – Niederösterreichisches Freilichtmuseum
- Bundesdenkmalamt – Katalog der NS-Opferorte
Stand der Angaben: 08.10.2026
