WEISTRACH KENNENLERNEN
Weistrach zwischen Mosthügeln und Schlingrippen
Weistrach liegt im Bezirk Amstetten im westlichen Niederösterreich. Die Gemeinde zählte am 1. Jänner 2026 2.484 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst rund 35,76 Quadratkilometer. Zwischen dem Tal der Url und dem Plattenberg prägen Höfe, Obstbäume und ein geschichtsträchtiger Ortskern die Landschaft.
Vom Url-Tal hinauf zum Plattenberg
Weistrach gehört zum Mostviertel und liegt an der Straßenverbindung zwischen Amstetten und Steyr. Im Nordosten bildet die Url eine Gemeindegrenze; Zaucha und Weistrachbach entwässern in den Fluss. Vom Url-Tal auf ungefähr 330 Metern steigt das Gelände zum rund 750 Meter hohen Plattenberg an. Obstgärten prägen die flacheren Lagen. Die Gemeinde beschreibt einen Rundweg ab Weistrach über Hartlmühl und Holzschachen: Er ist 9,3 Kilometer lang und mit zweieinhalb Stunden Gehzeit angegeben. Der 14,5 Kilometer lange Mostwanderweg führt über Bergerhöhe und Kellau zum Plattenberg und zur Elisabethwarte. Beide Routen erschließen die abwechslungsreiche Hügellandschaft und verbinden den Ort mit den umliegenden Weilern.
Witztrah, Zaucha und Rohrbach
Die älteste bekannte Nennung Weistrachs stammt aus dem Garstener Traditionscodex: Um 1100 schenkte Gisela einen Besitz in Witztrah dem neu gegründeten Kloster Garsten. Der Burgstall Zaucha bei Goldberg war ein Lehen der Bamberger Bischöfe; die Herren von Zaucha sind zwischen 1160 und 1400 belegt. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts erscheinen die Herren von Rohrbach in den Quellen, 1348 wird Konrad von Rohrbach genannt. 1420 ist die Burg Rohrbach als Sitz der Familie bezeichnet. Während der Auseinandersetzungen unter Matthias Corvinus nahmen ungarische Truppen die Burg 1487 nach längerer Belagerung ein. Auch die napoleonischen Kriege erreichten die Gemeinde: Französische Truppen nutzten 1800, 1805 und 1809 die Straße zwischen Steyr und Amstetten. Im Mai 1809 lagerten Tausende Soldaten zwischen Zauchasteg und St. Peter in der Au.
Ein spätgotischer Raum im Wandel
Die Pfarrkirche St. Stephan geht auf einen romanischen Vorgängerbau zurück. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstand an dessen Stelle eine spätgotische Hallenkirche. Ihr Langhaus und der Chor tragen ein dichtes Schlingrippengewölbe: Überschnittene Rippen bilden Schleifen, aus denen am Triumphbogen herabhängende Ansätze wachsen. Von der älteren Ausmalung blieben ein Konsekrationskreuz am Südeingang und ein gemalter Fries an der Nordostseite erhalten. Weistrach wurde am 6. November 1860 eigenständige Pfarre. Ab 1866 wurde die Kirche erweitert; bis 1913 folgten mehrere Schritte der Regotisierung. 2025 wurde der Innenraum nach fünfmonatiger Renovierung wieder eröffnet. 113 Freiwillige leisteten dabei zusammen mehr als 3.550 Arbeitsstunden. Das erneuerte Lichtkonzept hebt Gewölbe und Hochaltar hervor.
Die Elisabethwarte als Ziel am Berg
Die Elisabethwarte steht auf dem Weistracher Plattenberg; auch eine Wanderroute aus St. Peter in der Au führt zu ihr. Schon 1874 gab es dort eine Aussichtsplattform. Hans Blank, ein Landesgerichtsrat, gründete 1897 die Sektion St. Peter/Au-Seitenstetten des Österreichischen Touristenclubs und regte den Bau der Kaiserin-Elisabeth-Warte an. Sie wurde 1899 und 1900 errichtet; zur Eröffnung am 23. September 1900 kamen rund 2.000 Besucher. Ein Jahr später erhielt die Warte eine kleine Schutzhütte. 1927 ging sie in den Besitz des Österreichischen Alpenvereins über. Bei einer Sanierung 2017 ergänzte man an der Westseite eine Kletterwand. Die Gemeindeseite nennt außerdem eine 24 Kilometer lange Mountainbikestrecke über den Plattenberg. So ist der Gipfel sowohl Ziel für Wandernde als auch Etappe für Radfahrende.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Weistrach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Weistrach – Gedächtnis des Landes
- Die Elisabethwarte auf dem Plattenberg – Gedächtnis des Landes
- Freizeitaktivitäten an der Moststraße – Gemeinde Weistrach
- Amtliche Pfarrmitteilung Weistrach 03/2025
Stand der Angaben: 08.10.2026
