NEUHOFEN AN DER YBBS KENNENLERNEN
Neuhofen an der Ybbs: Der Name Österreichs und ein alter Markt
Neuhofen an der Ybbs liegt im Mostviertler Hügelland am Fuß des Kornbergs. Die Marktgemeinde hat 3.061 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 36,41 Quadratkilometer. Trotz des Namens liegt der Ort nicht unmittelbar an der Ybbs.
Die Urkunde von 996
Am 1. November 996 schenkte Kaiser Otto III. dem Bistum Freising einen Hof und 30 Königshufen in einem Ort, den die Urkunde Niuuanhova nennt. Im selben Dokument steht der Name Ostarrîchi, aus dem sich später die Bezeichnung Österreich entwickelte. Neuhofen erinnert mit dem Ostarrichi-Kulturhof an diese doppelte Bedeutung. Am 26. Oktober 1946 enthüllte Leopold Figl in Neuhofen einen Ostarrîchi-Gedenkstein. Die Gedenkstätte wurde 1980 eröffnet; zum Millennium 1996 entstand an ihrer Stelle der Kulturhof. Für die damalige Landesausstellung kam auch die Pfarrkirche als Ausstellungsraum zum Einsatz. Seit 2007 führt eine Ausstellung anhand der Ostarrichi-Urkunde, des Staatsvertrags und des EU-Beitrittsvertrags durch zentrale Stationen der österreichischen Geschichte.
Markt und kirchlicher Mittelpunkt
Neuhofen wurde 1106 als Markt bezeichnet; das Marktrecht ist 1537 bestätigt. Im 12. Jahrhundert war der Ort Mutterpfarre für Ulmerfeld, Euratsfeld und St. Leonhard am Wald. Die damalige Pfarre umfasste auch die Kirche St. Veit in Toberstetten, die später ein beliebtes Wallfahrtsziel wurde. Ein Schulbetrieb ist für das 17. Jahrhundert belegt; die Schule wird 1676 erstmals erwähnt. 1683 töteten osmanische Streifscharen 15 Menschen im Ort und verschleppten viele weitere. 1795 unterstanden 18 von 27 Häusern im Markt der Pfarre; hinzu kamen Häuser außerhalb Neuhofens und in Ulmerfeld. 1869 erhielt Neuhofen ein Postamt. Bis 1803 gehörte der Ort zum Bistum Freising, dessen Wappenzeichen, der Mohrenkopf, bis heute im Marktwappen erscheint.
Mariä Himmelfahrt über dem Markt
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wird von einem Turm beherrscht, dessen untere Geschosse aus dem 12. Jahrhundert stammen. Das heutige Kirchengebäude geht im Wesentlichen auf das 15. Jahrhundert zurück. Das Netzrippengewölbe wird auf die Zeit um 1466 datiert; eine Westempore mit Blendmaßwerk ergänzt den spätgotischen Raum. An der Nordwand des Chors ist ein Christophorus-Fresko aus dem Jahr 1617 erhalten. Das Patrozinium wird am Hochaltar durch eine frühbarocke Marienstatue dargestellt. Ein zweiter Sakralbau liegt in Toberstetten: Die Filialkirche St. Veit wird 1435 erstmals in einer Gottesdienstordnung genannt; ihr Chorbereich gehört zu den ältesten Bauteilen. Das Langhaus folgte später und war um 1698 fertiggestellt.
Hügelland und Nachbarorte
Das Gemeindegebiet liegt im Hügelland des Alpenvorlandes nördlich des Hochkogels. Etwa ein Fünftel der Fläche ist bewaldet. Naturräumlich gehört es zum Oberen Ybbsfeld, zum Hügelland zwischen Erlauf und Ybbs sowie zu den Voralpen zwischen diesen Flüssen. Nördlich grenzt Winklarn an; Amstetten umschließt Winklarn und bildet weitere Gemeindegrenzen. Euratsfeld, Randegg, Waidhofen an der Ybbs und Allhartsberg liegen ebenfalls im Umfeld.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Neuhofen an der Ybbs – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Museum Ostarrichi – Neuhofen und „ostarrichi“
- Gedächtnis des Landes – Neuhofen an der Ybbs
- Pfarre Neuhofen – Kirchenführer
- Gedächtnis des Landes – Enthüllung des Ostarrîchi-Gedenksteins
Stand der Angaben: 08.10.2026
