WANG KENNENLERNEN
Wang: Schloss, Markt und Kleine Erlauf
Wang ist eine Marktgemeinde im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich. Die Statistik Austria weist zum 1. Jänner 2026 1.368 Einwohnerinnen und Einwohner und eine Fläche von 19,67 Quadratkilometern aus. Das Gemeindegebiet liegt im Mostviertel und wird von der Kleinen Erlauf durchflossen. Drei Katastralgemeinden gliedern die verstreuten Ortschaften.
Römische Spuren und heutige Landschaft
An der Tür der Kirche in Pyhrafeld befindet sich ein Stein von einem römischen Grabdenkmal. Er gehört zu den Spuren römischer Anwesenheit im Erlauftal. Die Kleine Erlauf durchzieht eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte Landschaft: Rund zwei Drittel der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt, etwa dreißig Prozent sind Wald. Zur Gemeinde gehören die Katastralgemeinden Wang, Reidlingberg und Pyhrafeld mit insgesamt 18 Ortschaften.
Vom Herrschaftssitz zum Markt
Im Jahr 1334 wurde die Verbindung der Herrschaft Reinsberg-Wang urkundlich erwähnt; 18 Häuser zahlten dem Kloster Mondsee den Zehent. 1375 gelangte der Besitz durch Heirat an die Zelkinger; 1527 kam er an die Öder. Wolf von Oedt erwirkte 1538 die Markterhebung, sein Sohn Heinrich ersetzte die kleinere Burg durch ein Renaissanceschloss und machte es zum Hauptsitz. Nach dem Ende der Grundherrschaften wurde Wang 1850 eine eigene Gemeinde. Während des Bauernkriegs 1596/97 besetzten Aufständische Wang; dem Richter wurde ein Treueid abverlangt und Bürger mussten mitziehen.
Schloss und Meierhof heute
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ging das Schloss 1918 in den Besitz der Republik über; 1927 kaufte es der Markt Wang und richtete darin Gemeinde- und Postamt sowie Wohnungen ein. Die Gemeinde erwarb 1973 den ehemaligen Meierhof und nutzte ihn zunächst für einen Kindergarten; später wurde daraus ein Veranstaltungssaal. Heute wird der Meierhof als Raum für Veranstaltungen, Seminare und private Feiern geführt; der Veranstaltungsraum misst rund 150 Quadratmeter.
Lange konfessionelle Geschichte
Die Wanger Chronik hält fest, dass die Grundherren ab etwa 1530 den Protestantismus förderten. Wang blieb über hundert Jahre mehrheitlich lutherisch. Erst die Maßnahmen der Kaiser Ferdinand II. und Ferdinand III. führten die katholische Konfession wieder ein; manche Bewohner hielten an ihrem Glauben fest und wanderten zwischen 1650 und 1660 nach Franken aus.
Gemeindezusammenschluss und neue Kirche
1970 beschlossen Wang, Reidlingberg und Pyhrafeld ihren Zusammenschluss. Er trat am 1. Jänner 1971 in Kraft. Im Hauptort gibt es einen Kindergarten und eine Volksschule. Für die eigene Kirche hatten die Wanger bereits 1722 angesucht. Die Planung für das spätere Gotteshaus begann 1971; dafür wurde die Scheune des Meierhofes umgestaltet. Am 28. September 1975 weihte Bischof Franz Zak die Kirche ein. Der zur früheren Schlosskapelle gehörende Glockenturm steht frei auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Die Nikolauskirche in Pyhrafeld
Die Kirche in Pyhrafeld wurde bereits 1318 erwähnt und ist dem heiligen Nikolaus geweiht. Am Altar steht eine um 1480 geschnitzte Marienstatue. Die seitlichen Figuren von Maria und Johannes stammen aus einer Kreuzigungsgruppe um 1500. Im Eingangsbereich stehen gotische Figuren des heiligen Leonhard und des Kirchenpatrons Nikolaus.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
