GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Puchenstuben

Ein Ort mit langer Wallfahrtsgeschichte, Bergbau und einer markanten Bahnstrecke.

GEMEINDEKENNZIFFER32007
Kirche in Puchenstuben
Kirche in Puchenstuben · Foto: C.Stadler/Bwag · „Puchenstubener Pfarrkirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
261
01.01.2026
Fläche
41,29 km²
Bevölkerungsdichte
6,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3214
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

PUCHENSTUBEN KENNENLERNEN

Puchenstuben: zwischen Mariazellerbahn und Trefflingtal

Puchenstuben ist eine Gemeinde im Bezirk Scheibbs im niederösterreichischen Mostviertel. Am 1. Jänner 2026 waren 261 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet; die Gemeindefläche beträgt amtlich 41,29 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet gehört auch Gösing, dessen Name in einer Urkunde von 1261 als „Göznich“ aufscheint. Die Urkunde stammt aus dem Stift Lilienfeld. (Statistik Austria, Gemeindeverzeichnis 2026; Gemeinde Puchenstuben, Geschichte)

Eine Strecke durch schwieriges Gelände

Der Bau der Mariazellerbahn erreichte Puchenstuben im August 1904. Hier begann einer der besonders anspruchsvollen Abschnitte: Zwischen den Stationen Puchenstuben und Gösing führt die Strecke durch den 2,4 Kilometer langen Gösingtunnel. Dessen Scheitelpunkt liegt auf 892 Metern Seehöhe. Der erste Sprengschuss für den Tunnel fiel am 1. Oktober 1904; durchgeschlagen war er am 4. Dezember 1905. Rund 5.000 Arbeiter waren auf dem Streckenabschnitt eingesetzt, mindestens sieben starben bei den Arbeiten. Anfang 1906 war der Bahnbau in Puchenstuben abgeschlossen. 1905 erhielt der Ort ein Postamt; die Bahn brachte neue wirtschaftliche Impulse. (Gemeinde Puchenstuben, „Mariazellerbahn“, Abschnitt Geschichte)

Die Annakirche verkürzte den Weg zur Messe

Die Pfarrkirche im Ort geht auf eine Entscheidung der Herrschaft zurück. Erdmunda Maria Theresia von Liechtenstein begründete am 7. August 1726 den Bau mit der großen Entfernung zur Kirche in Frankenfels und den beschwerlichen Wegen bei schlechtem Wetter. Die Bewohner sollten statt fünf bis sechs Stunden nur noch zwei bis drei Stunden bis zum Gottesdienst unterwegs sein. Der Altar zeigt die heilige Anna als Hauptfigur; darüber ist die heilige Margareta dargestellt, die Patronin der Mutterkirche Frankenfels. Seitlich stehen Maria und Josef, in Mauernischen Johannes der Täufer und Antonius. Die spätbarocke Kanzel trägt die vier Evangelisten an der Brüstung. Auf ihrem Deckel steht eine Christusfigur. Die Kreuzwegbilder im Nazarenastil entstanden 1897; das einmanualige Orgelwerk mit sechs Stimmen wurde 1895/96 eingebaut. An den hinteren Wandpfeilern stehen Figuren der Heiligen Florian und Nikolaus. Gegenüber der Kanzel befindet sich eine spätbarocke Marienstatue mit Kind. (Gemeinde Puchenstuben, „Annakirche“, Geschichtsdarstellung)

Bergbau an der Brandeben

Auf der Brandeben wurde bereits im 17. Jahrhundert Bleiglanz mit geringen Silberanteilen abgebaut. Nach alten Urkunden soll der Abbau 1623 begonnen haben; der Betrieb soll vor 1662 zunächst wieder aufgegeben worden sein. 1687 nahm Theodor Graf Sinzendorf den Bergwerksbetrieb erneut auf. Der Gemeindechronik zufolge soll er im Laufe der Jahre tausend Zentner Blei gewonnen haben. 1703 erreichte der Bergbau seinen Höhepunkt; etwa 27 Männer arbeiteten damals dort. Um 1736 verfiel das Bergwerk erneut, ehe es 1758 wieder in Betrieb genommen wurde. (Gemeinde Puchenstuben, „Geschichte“, Abschnitt Silber- und Bleierzbergbau)

Mühlen am Trefflingbach

Auch das Trefflingtal war im Mittelalter besiedelt und hieß damals Sulzbichl. Der wasserreiche Trefflingbach trieb mehrere Mühlen an. Von der Trefflingmühle wird angenommen, dass sie um 1449 errichtet wurde; Reste sind laut Gemeinde weiterhin vorhanden. Der Name Puchenstuben wird auf eine vermutlich aus Buchenholz errichtete Stube am früheren Wallfahrerweg nach Mariazell zurückgeführt. Aus „Buchenstuben“ entwickelte sich die heutige Schreibweise. Der Name Gösing hat dagegen slawische Wurzeln: „Göznich“ wird in der Ortschronik als „Geißenberg“ erklärt. (Gemeinde Puchenstuben, „Geschichte“, Ursprung des Ortes)

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Puchenstuben auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung319
31.10.2021 · Registerzählung279
01.01.2026 · Bevölkerungsstand261

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
188
NUTS-3-Region
Mostviertel-Eisenwurzen (AT121)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

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Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.