HOCHWOLKERSDORF KENNENLERNEN
Hochwolkersdorf und die Gespräche des Jahres 1945
Hochwolkersdorf liegt auf rund 625 Metern in der Buckligen Welt. Die Gemeinde im Bezirk Wiener Neustadt umfasst 23,54 Quadratkilometer und zählt 980 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Ihre Bekanntheit reicht über die Region hinaus: Im April 1945 wurde hier über die kampflose Übergabe Wiens und die politische Zukunft Österreichs verhandelt.
Hügelland zwischen Wald und Feldern
Das Gemeindegebiet liegt südöstlich von Wiener Neustadt und reicht bis an die Landesgrenze zum Burgenland. Zur Gemeinde gehören vier Ortschaften: Hackbichl, Hochwolkersdorf Dorf, Hochwolkersdorf Zerstreut und Rosenbrunn. Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen bilden den Rahmen für diese verstreuten Siedlungen. Die Landschaft erschließt sich eher in einzelnen Blicken entlang der Straßen und Wege als von einem dicht bebauten Zentrum aus. Am Lusthausriegel hilft eine Visiereinrichtung, die umliegenden Gipfel zu bestimmen. Wanderwege verbinden die Höhenzüge und eröffnen Aussichten auf Rax, Schneeberg, Wechsel und Hohe Wand. Zwei österreichische Weitwanderwege, Nordalpenweg und Zentralalpenweg, verlaufen durch das Gemeindegebiet und binden es an größere Routen an. Ein schriftlicher Nachweis der Pfarre stammt aus dem Jahr 1203.
Ein Ort als Schauplatz der Wende
Hochwolkersdorf wurde in den letzten Kriegstagen zum Schauplatz vertraulicher Gespräche. Im April 1945 trafen hier Vertreter der sowjetischen Streitkräfte auf Ferdinand Käs und Karl Renner. Käs lotete eine kampflose Übergabe Wiens aus; Renner sprach mit Generaloberst Aleksej Zeltov über Österreichs künftige Staatlichkeit. Die Ereignisse gaben dem Ort den Beinamen „Geburtsort der Zweiten Republik“. Im Gedenkraum 1945 werden die Begegnungen dokumentiert. Eine möglichst kampflose Übergabe sollte unter anderem die lebensnotwendige Wiener Hochquellenleitung schützen und größere Schäden vermeiden. Die Sowjetarmee richtete während ihres Vormarschs auf Wien ihre Kommandostelle im Ort ein.
Ein überschaubares Zentrum
Im Ortszentrum liegen Gemeindeverwaltung, Nahversorgung und Gastronomie. Die Gemeinde führt unter anderem einen ADEG-Markt, Gasthäuser, eine Trafik und einen Postpartner als örtliche Angebote. Diese Einrichtungen machen den Hauptort für die umliegenden Streusiedlungen wichtig. Eine Volksschule ergänzt die Grundversorgung; weiterführende Angebote liegen außerhalb. Öffentliche Wege durch die Hügellandschaft verbinden die Ortschaften, während die Lage nahe der Burgenlandgrenze den Alltag auch auf die Nachbarregion ausrichtet. Der Gedenkraum liegt im Hauptort; Wanderwege führen von dort in die umgebenden Höhen.
Kleine Arbeitsstätten, viele Auspendelnde
Für 2024 weist Statistik Austria in Hochwolkersdorf 82 Arbeitsstätten und 146 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. 83 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde pendelten aus. 61 Prozent der Arbeitsstätten lagen im Dienstleistungsbereich, 30,5 Prozent im primären Sektor. Das spiegelt die Mischung aus Landwirtschaft und lokalen Diensten in einer kleinen Gemeinde. Neben dem Lebensmittelmarkt verzeichnet die Gemeinde eine Malerei in Brennt und eine Tankstelle an der Hauptstraße; solche Betriebe decken örtliche Alltagsbedürfnisse. Der Großteil der Erwerbsarbeit findet jedoch außerhalb des Gemeindegebiets statt, was die Bedeutung regionaler Verkehrsverbindungen für Bewohnerinnen und Bewohner unterstreicht.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hochwolkersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Hochwolkersdorf – Startseite
- Sehenswürdigkeiten – Gemeinde Hochwolkersdorf
- Betriebe – Gemeinde Hochwolkersdorf
- STATISTIK AUSTRIA – Indikatoren und Gemeindeergebnisse 2024
- Gemeinde Hochwolkersdorf – Wissenswertes zur Gemeinde
Stand der Angaben: 09.10.2026
