GEMEINDE · BURGENLAND

Loipersbach im Burgenland

Historische Siedlungsstrukturen und eine lebendige Grenzregion

GEMEINDEKENNZIFFER10604
Pfarrkirche Peter und Paul in Loipersbach im Burgenland
Pfarrkirche Peter und Paul in Loipersbach im Burgenland · Foto: Steindy · „Loipersbach im Burgenland - Pfarrkirche hll. Petrus und Paulus (02)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 286
01.01.2026
Fläche
8,54 km²
Bevölkerungsdichte
150,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7020
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

LOIPERSBACH IM BURGENLAND KENNENLERNEN

Loipersbach: Dorfanlage am Rand des Kogelbergs

Loipersbach im Burgenland liegt am Rand der Hügellandschaft zwischen dem Marzer Kogel und der ungarischen Grenze. Sein Hauptplatz und die langen Hofzeilen zeigen die Form einer planvoll angelegten ländlichen Siedlung. Eine evangelische Pfarrgemeinde prägt das Ortsleben seit Jahrhunderten; die Grenze hat ihre kirchlichen und wirtschaftlichen Verbindungen mehrfach verändert.

Landschaft und Siedlungsraum

Der Nordteil des Ortsgebiets reicht Richtung Kogelberg und Marzer Kogel; der südliche Abschnitt folgt dem Aubach. In der Umgebung wurden jungsteinzeitliche Siedlungsreste und Hügelgräber gefunden, doch die Gemeindechronik hält ausdrücklich fest, dass auf Loipersbacher Gebiet selbst bislang keine urgeschichtlichen Funde bekannt sind. Die Ortsanlage des 12. Jahrhunderts nahm ältere Hofzeilen am Hauptplatz und in der Waldgasse auf. Ergänzt wurden sie durch einen großen, nahezu rechteckigen Platz und Reihen entlang der Hauptstraße. Nördlich des Dorfes lagen die Felder der Höfe. Deren Dreiteilung erinnert an die frühere Dreifelderwirtschaft. Die Wege vom Ortskern in die offenen Felder und zu den bewaldeten Höhen machen diese Siedlungsform bis heute nachvollziehbar.

Dorfgründung und frühe Belege

Die Gemeindechronik setzt die Anlage des heutigen Dorfes in das 12. Jahrhundert. Die Namensherleitung von einem Luitpold wird dort als wahrscheinliche Erklärung dargestellt, nicht als gesicherter Befund. Urkundlich wird Loipersbach 1238 genannt: König Béla IV. bestätigte den Besitz des Johanniterordens, zu dem das Dorf Lipolt mit vier Hufen Ackerland zählte. Im Mittelalter wechselten Besitzrechte und Zuständigkeiten. Die Nähe zu Ödenburg prägte Handel und Beziehungen, und eine römische Straße zur Wiener Neustädter Pforte verlief über das Gemeindegebiet. Spuren dieser älteren Wege sind in Flurnamen überliefert. Seit 1921 gehört Loipersbach zum Burgenland in Österreich; die Nachbarschaft zu Agendorf, dem heutigen Ágfalva, blieb ein wichtiger Bezug über die Staatsgrenze hinweg.

Evangelische Gemeinde

Die evangelische Pfarrkirche A.B. ist ein markanter Ort im Dorf. Die Geschichte der Pfarrgemeinde ist mit den religiösen Veränderungen der Region und später mit der neuen Staatsgrenze verbunden. Nach 1921 lagen alte kirchliche und soziale Verbindungen teilweise jenseits der Grenze. Die Evangelische Kirche A.B. im Burgenland beschreibt, wie Grenzöffnung und EU-Beitritt neue Begegnungen zwischen den burgenländischen und ungarischen Pfarrgemeinden ermöglichten. Hauptplatz, Kirche und Hofzeilen liegen in enger Nachbarschaft und prägen gemeinsam die überschaubare Ortsmitte.

Von der Tochtergemeinde zur eigenen Kirche

Loipersbach wurde 1663 erstmals selbständige evangelische Pfarrgemeinde und entwickelte sich für ein Jahrzehnt zum Zentrum evangelischer Gläubiger der umliegenden Orte. 1673 endete diese Rolle mit der Vertreibung des Pfarrers. Das Toleranzpatent Josefs II. erlaubte ab 1781 Gemeinden mit mindestens 100 evangelischen Familien wieder kirchliche Selbständigkeit; Loipersbach erreichte diese Zahl nicht und blieb Tochtergemeinde von Ágfalva/Agendorf. Nach 1921 lagen Mutter- und Tochtergemeinde in verschiedenen Staaten. 1932 wurde Loipersbach wieder selbständige Pfarre. Die 1888 errichtete Große Schule wurde später zur evangelischen Pfarrkirche umgebaut; der Turm wurde 1958 verändert.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Loipersbach im Burgenland auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 258
31.10.2021 · Registerzählung1 190
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 286

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
542
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

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