OBERHAAG KENNENLERNEN
Oberhaag: zwischen Klamm und Grenzland
Oberhaag reicht vom Saggautal bis an die slowenische Grenze: Fünf Kilometer Gemeindegrenze sind zugleich Staatsgrenze. Die Gemeinde im Bezirk Leibnitz zählt 2.019 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 35,88 Quadratkilometer. Ihre sieben Ortschaften liegen in einer Landschaft, die Wege, Landwirtschaft und Alltag spürbar durch Höhenunterschiede prägt.
Zwischen Tal und Grenze
Das Gemeindegebiet liegt zwischen Eibiswald und Arnfels im Saggautal. Seine Ortsteile Altenbach, Hardegg, Kitzelsdorf, Krast, Lieschen, Obergreith und Oberhaag verteilen sich über ein großes, hügeliges Gebiet; viele Flächen liegen in steilen Hängen. Seit 2022 verbindet ein Grenzübergang in Lieschen die Gemeinde wieder mit Brezni Vrh in Slowenien. Durch das Tal verläuft auch die Südsteirische Grenz Straße B69; für die verstreuten Ortsteile ist sie die wichtigste Verbindung in Richtung Eibiswald und Arnfels.
Kleinstruktur und Steinbruch
Die Arbeitsstättenzählung weist für Oberhaag am 31. Oktober 2024 insgesamt 173 Arbeitsstätten und 420 Beschäftigte an Arbeitsstätten aus; 32,4 Prozent der Arbeitsstätten lagen im primären, 17,9 Prozent im sekundären und 49,7 Prozent im tertiären Sektor. 78,6 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Firma Aldrian betreibt in Lieschen ein Schotterwerk mit Verkauf und Selbstabholung; der Betreiber nennt dort seinen Steinbruchstandort. Die Gemeindechronik beschreibt die Landwirtschaft als kleinbäuerlich und verweist auf schwer zu bewirtschaftende Steillagen; der Steinbruch ist daneben ein konkreter gewerblicher Standort. Aldrian bietet dort Schotter zum Verkauf und zur Selbstabholung an.
Unterwegs in der Altenbachklamm
Die Altenbachklamm ist ein markierter Wanderweg durch das Tal des Altenbachs. Der offizielle Gemeindeweg beginnt beim Buschenschank Stelzl in Altenbach und führt über Holztreppen sowie eine Hängebrücke durch die Klamm; bis zum Ausstieg bei der Panoramaschenke Tertinek sind es ungefähr 2,3 Kilometer und knapp 400 Höhenmeter. Von dort ist ein Rückweg über die Straße beschrieben. Daneben beschreibt die Gemeinde weitere markierte Routen, darunter einen Geo-Wanderweg mit Schautafeln zur Entstehungsgeschichte der Region. An der Schaukanzel am Steinbruch schließt dieser Weg an; die Gemeinde nennt den Blick auf den Abbau als Ziel des Weges.
Eine Gemeinde im Grenzraum
Der Name Oberhaag ist laut Gemeindeseite 1175 erstmals schriftlich belegt. 1878 wurde der Ort von Arnfels gelöst und als selbständige Gemeinde eingerichtet. Die heutige Grenzlage bekam nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zusätzliche Bedeutung: Laut Chronik brachen damalige Wirtschaftsbeziehungen über die heutige Grenze hinweg ab. Die neue Grenzziehung kappte damit Verbindungen, die für Handel und Verkehr zuvor selbstverständlich gewesen waren. Im Ort entstand bereits 1852 ein erstes Schulhaus; 1908 folgte ein größeres Gebäude nahe der Kirche. Diese Entwicklung zeigt, wie aus der früher von Arnfels verwalteten Siedlung ein eigener Ortskern wurde. Heute lässt sich der Wandel zwischen der Talstraße, den Wegen in die Seitentäler und dem wieder geöffneten Übergang nach Slowenien nachvollziehen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Oberhaag – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Startseite – Gemeinde Oberhaag
- Chronik – Gemeinde Oberhaag
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Altenbachklamm
- Wanderwege
- Aldrian Transport und Schotter GmbH – Schotterwerk
Stand der Angaben: 14.10.2026
