DEUTSCH KALTENBRUNN KENNENLERNEN
Deutsch Kaltenbrunn: Ein Brunnen, zwei Dörfer und drei Kirchen
Die Lafnitz bildet den westlichen Rand von Deutsch Kaltenbrunn und zugleich die Grenze zur Steiermark. Vom Talboden zieht sich das Gemeindegebiet in bewaldete Hügel hinauf; die Häuser verteilen sich auf den Markt, Rohrbrunn und zahlreiche kleinere Siedlungslagen. Auf 24,19 Quadratkilometern lebten am 1. Jänner 2026 insgesamt 1.743 Menschen. Wer die beiden Ortsteile betrachtet, begegnet einer Landschaft zwischen Landwirtschaft und Wald sowie mehreren Kirchen, deren Gestalt von unterschiedlichen Jahrhunderten und Glaubensgemeinschaften erzählt.
Ein Ortsname erhält ein sichtbares Zeichen
Auf dem Hauptplatz erinnert der Gemeindebrunnen an die erste urkundliche Nennung Deutsch Kaltenbrunns im Jahr 1281. Eingeweiht wurde er 1981 zur Siebenhundertjahrfeier. Das Motiv ist auch im Gemeindewappen zu finden und verbindet damit Namen, Jubiläum und Ortsmitte. Die Geschichte des Marktes war lange mit der Herrschaft Güssing verflochten, die im 16. Jahrhundert an die Familie Batthyány kam. Aus dieser Zeit stammt eine Marktrechtsurkunde vom 4. Jänner 1583. Solche Zeugnisse geben dem heutigen, überschaubaren Ort einen historischen Maßstab: Seine Bedeutung als Handelsplatz reicht weit vor die Entstehung des Bundeslandes Burgenland zurück.
Jugendstil hinter dem Kirchturm
Die evangelische Auferstehungskirche in der Kirchenallee wurde 1862 gemeinsam mit dem benachbarten Pfarrhaus eingeweiht. Ihr weithin erkennbarer Turm kündigt einen Innenraum an, bei dem sich ein genauer Blick lohnt. Über dem Altarbild sitzt die Kanzel; das Bild selbst entstand in Ödenburg, dem heutigen Sopron. Jugendstilmalereien geben dem Kirchenraum eine weitere gestalterische Schicht. Die Anordnung führt Predigt und Altar in einem gemeinsamen Aufbau zusammen. Nach der Darstellung der evangelischen Kirche stammen sogar einzelne Bäume der Allee noch aus der Entstehungszeit des Ensembles. Architektur und gewachsene Umgebung lassen sich hier gemeinsam lesen.
Nikolauskirche mit älterer Ausstattung
An der Oberen Marktstraße steht die katholische Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus. Eine Weihe ist für 1531 überliefert; der heutige neuromanische Bau entstand jedoch erst um 1900. Diese Unterscheidung erklärt, weshalb Kirchentradition und sichtbare Architektur verschiedenen Zeiten angehören. Ein Turm an der Westseite begleitet den einfachen Saalbau. Innen stehen neben dem neuromanischen Hochaltar eine barocke Figurengruppe aus dem 18. Jahrhundert und Malereien mit Jugendstilornamenten. Der Raum bewahrt damit Ausstattung aus mehreren Epochen. Zugleich zeigt er, dass die beiden Kirchen Deutsch Kaltenbrunns trotz ihrer verschiedenen Bekenntnisse gestalterische Berührungspunkte besitzen.
Rohrbrunn zwischen Dorf und Bergen
Rohrbrunn gehört seit der Zusammenlegung 1971 zur gemeinsamen Gemeinde. Im Tal liegt der geschlossene Dorfbereich, während weitere Häuser in den Höhenlagen stehen. An eine frühere Grenzbefestigung an der Lafnitz erinnert die Ortsgeschichte: Das dortige Kastell ist nicht erhalten und lässt sich deshalb nicht als bestehendes Bauwerk besichtigen. Einen deutlichen baulichen Bezugspunkt besitzt Rohrbrunn dagegen mit seiner Kirche zum heiligen Franz Xaver. Laut Portalinschrift entstand sie von 1894 bis 1896. Ihr 28 Meter hoher Turm und der schwarz-golden gefasste Hochaltar unterscheiden sie von den beiden Kirchen des Hauptortes und geben Rohrbrunn ein eigenes kirchliches Gesicht.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Deutsch Kaltenbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Deutsch Kaltenbrunn – Über die Gemeinde
- Marktgemeinde Deutsch Kaltenbrunn – Kirche und Religion
- Evangelische Kirche A. B. im Burgenland – Deutsch Kaltenbrunn
Stand der Angaben: 08.10.2026
