ELTENDORF KENNENLERNEN
Eltendorf: Zwischen Martin-Luther-Kirche und Uhudlerkellern
Eltendorf liegt im südlichen Burgenland, wo sich das breite Lafnitztal nach Nordosten zu bewaldeten Hügeln hebt. Zur Gemeinde gehören Eltendorf und Zahling mit weiteren kleinen Siedlungslagen. Ihre 891 Einwohnerinnen und Einwohner verteilten sich am 1. Jänner 2026 auf ein Gebiet von 20,58 Quadratkilometern. Im Tal und auf den Höhen liegen unterschiedliche Schwerpunkte: die evangelische Kirche im Hauptort, die mittelalterlich geprägte Laurentiuskirche in Zahling und das Uhudlerviertel am Hochkogel. Zusammen ergeben sie ein Ortsbild, das sich erst über mehrere Stationen erschließt.
Ein Tal, das in Weinbauhügel übergeht
Rund 230 Meter hoch liegt der Talboden; Hochkogel und Fidischberg erreichen 345 beziehungsweise 361 Meter. Der Höhenunterschied ist überschaubar, verändert aber den Charakter der Landschaft: Landwirtschaftliche Flächen im Tal gehen in Hanglagen und Wald über. Auch die Ortsgeschichte hat mehrere Ausgangspunkte. Eltendorf erscheint 1428 unter dem Namen Elekfalva in einer Schenkungsurkunde König Sigismunds. Zahling ist bereits 1346 urkundlich belegt. Die beiden Namen stehen somit für eigenständige historische Siedlungen innerhalb der heutigen Gemeinde. Kleinere Lagen wie Käferberg, Windenegg oder die Harberge ergänzen die beiden Dorfkerne und zeigen, wie weit sich das Wohnen in die Hügellandschaft verteilt.
Eine Pfarrgemeinde aus der Toleranzzeit
Die evangelische Pfarrgemeinde Eltendorf entstand 1783, wenige Jahre nach dem Toleranzpatent Josephs II. Ihr Einzugsgebiet reichte damals weit über das Dorf hinaus und umfasste unter anderem Königsdorf, Poppendorf und Heiligenkreuz. Die Martin-Luther-Kirche in der Kirchenstraße entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts in der Toleranzzeit, als sich evangelische Pfarrgemeinden neu organisieren konnten. Ihre jüngere Geschichte trägt die Spuren des Krieges. Ein Artillerietreffer setzte 1945 den Innenraum in Brand. Nach der Wiederherstellung konnte das Gotteshaus 1948 erneut genutzt werden. Der heutige Kirchenraum steht deshalb auch für den Wiederaufbau einer Glaubensgemeinschaft nach der Zerstörung.
Laurentius in einem eigenen Dorfkern
Die katholische Laurentiuskirche steht in Zahling. Ihr kleiner Saalraum besitzt eine eingezogene, halbkreisförmige Apsis, die den Altarbereich deutlich vom übrigen Raum absetzt. Freigelegte Wandmalereien erinnern an die mittelalterliche Ausstattung. Die kirchliche Geschichte reicht zudem über das Gebäude hinaus: Der Pfarrsitz wurde 1605 von Zahling nach Königsdorf verlegt. Heute führt die Diözese Eisenstadt das Gotteshaus als Filialkirche dieser Pfarre. Mehrere Renovierungen, zuletzt in der dort dokumentierten Reihe 2006 und 2007, zeigen die fortgesetzte Pflege. Zu Zahlings Sakralbauten zählt außerdem eine 1890 errichtete Muttergotteskapelle. So besitzt der Ortsteil neben der alten Kirche weitere Zeichen seines religiösen Lebens.
Keller am südlichen Hang
Etwa zwei Kilometer oberhalb von Eltendorf liegt am Südhang des Hochkogels das Uhudlerviertel. Die alten Weinkeller sitzen unmittelbar in der Hanglandschaft und machen den Weinbau an seinen Arbeitsgebäuden sichtbar. Mehrere Uhudler-Kunst-Wanderwege führen vom Ortszentrum dorthin. Dadurch lässt sich der Wechsel zwischen Dorf und Weinberg zu Fuß nachvollziehen. Der Uhudler gehört hier zur örtlichen Weintradition; sein häufig an Walderdbeeren erinnerndes Aroma unterscheidet ihn von vielen anderen Weinen. Wer das Kellerviertel betrachtet, sieht zugleich einen kleinen Ausschnitt südburgenländischer Baukultur: Gebäude zur Verarbeitung und Lagerung der Ernte bilden eine eigene Gruppe außerhalb des eigentlichen Dorfkerns.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Eltendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Evangelische Kirche A. B. im Burgenland – Eltendorf
- Diözese Eisenstadt – Pfarre Königsdorf und Filialkirche Zahling
- Burgenland Tourismus – Uhudlerviertel Eltendorf
- Burgenland Tourismus – Uhudler aus dem Burgenland
Stand der Angaben: 08.10.2026
