GEMEINDE · BURGENLAND

Rohr im Burgenland

Ein Dorf am Zickenbach, dessen Landschaft im Ortsnamen weiterlebt.

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Kirche mit rotem Turmdach in Rohr im Burgenland
Kirche mit rotem Turmdach in Rohr im Burgenland · Foto: Ueb-at · „Kirche rohr im burgenland“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
358
01.01.2026
Fläche
8,38 km²
Bevölkerungsdichte
42,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7554
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ROHR IM BURGENLAND KENNENLERNEN

Rohr im Burgenland: Schilf, Moorwiesen und schwarze Ochsen

Rohr im Burgenland liegt im Bezirk Güssing am Zickenbach. Die Gemeinde umfasst 8,38 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 358 Einwohnerinnen und Einwohner. Rohr ist ihre einzige Ortschaft. Zum örtlichen Landschaftsbild gehören die Feuchtflächen des Zickentals, die sich über die Gemeindegrenzen hinaus fortsetzen. Zwischen Dorf und Bachniederung liegen die Themen nahe beieinander: ein vom Schilf abgeleiteter Ortsname, geschützte Wiesen und eine Rinderhaltung, die mit dieser besonderen Umgebung verbunden ist.

Ein Name aus der Bachlandschaft

Die schriftliche Überlieferung nennt den Ort 1346 als „Rhoor“. Dahinter wird das Schilfrohr vermutet, das am Zickenbach wächst; der ungarische Name lautet Nád. Zur Geschichte gehört die Herrschaft Güssing, deren Besitz 1524 an Franz von Batthyány gelangte. Bis zur Aufhebung der Grundherrschaft 1848 blieb Rohr mit dieser Familie verbunden. Im 20. Jahrhundert änderte sich auch die kommunale Zugehörigkeit: Von 1971 bis 1991 war Rohr mit Bocksdorf und Heugraben zu einer Gemeinde vereinigt. Seit 1992 besitzt das Dorf wieder eine eigene Gemeindeverwaltung.

Feuchte Wiesen als vielfältiger Lebensraum

Die Auwiesen Zickenbachtal erstrecken sich zwischen Rohr, Heugraben und Eisenhüttl. In der rund 40 Hektar großen geschützten Landschaft wechseln Wiesen mit Seggenbeständen und Weidengebüschen. Sumpf-Schwertlilie und Blutweiderich setzen gelbe und rote Blütenfarben. In den gemähten Bereichen wachsen Bachkratzdistel-Feuchtwiesen, die als artenreiche Futterwiesen genutzt werden. Auch das Breitblättrige Wollgras kommt vereinzelt vor. Für Störche und durchziehende Greifvögel ist das Gebiet ein Nahrungsraum. Die Vegetation verändert sich jedoch, wenn offene Flächen verbuschen: Vögel der Wiesen verlieren Lebensraum, während gehölzgebundene Arten profitieren. Die Landschaft ist deshalb auch ein Beispiel dafür, wie eng Artenvielfalt und Pflege zusammenhängen. Mähen und das Zurücknehmen von Gebüschen helfen, unterschiedliche Lebensräume nebeneinander zu erhalten.

Weidetiere am Rand des Schutzgebiets

Die Zickentaler Moorochsen gehören zur heutigen Nutzung dieser Landschaft. Hinter dem Namen steht keine eigene Rinderrasse: Die Herden umfassen Galloway- und Aberdeen-Angus-Tiere beziehungsweise deren Kreuzungen. Sie weiden auf Flächen um das Naturschutzgebiet und werden im Freien gehalten. Diese Weiden bilden zugleich eine Pufferzone um die geschützten Bereiche. So treffen Landwirtschaft und Naturschutz räumlich unmittelbar aufeinander. Der Blick auf die Tiere erschließt daher auch eine weniger offensichtliche Seite des Moores: Es besteht nicht nur aus nassem Boden und wilden Pflanzen, sondern ist von genutztem Grünland umgeben.

Von der Kräuterhütte in die Bachniederung

Ein Ausgangspunkt für die Vermittlung dieser Natur liegt mitten im Dorf: die Kräuterhütte neben der Kirche. Der Verein „Rund ums Moor“ verbindet von dort aus Naturbeobachtung mit einem Mitmachweg. Ein Moortümpel, der Garten der Sinne und ein Weidenlabyrinth gehören zu den Stationen. Bei begleiteten Angeboten werden Pflanzen, Vögel, Insekten und Lurche betrachtet; Moorbohrungen veranschaulichen den Aufbau des Untergrunds. Das macht die Bachniederung auf verschiedene Arten lesbar: über ihre Tiere, die Vegetation und die Schichten unter den Füßen. Die örtliche Filialkirche bleibt dabei der Bezugspunkt im Dorfzentrum.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Rohr im Burgenland auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung389
31.10.2021 · Registerzählung367
01.01.2026 · Bevölkerungsstand358

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
205
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

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