DELLACH IM DRAUTAL KENNENLERNEN
Dellach im Drautal: Bergbau im oberen Tal
Dellach im Drautal liegt im oberen Drautal zwischen Gailtaler Alpen und Kreuzeckgruppe. Die Gemeinde umfasst 76,12 Quadratkilometer und zählt 1.604 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Vom Talboden führen Wege in die früheren Bergbaugebiete und zu Siedlungen an den Berghängen.
Erz und Verarbeitung
Bergbau war über Jahrhunderte ein wichtiger Wirtschaftszweig. Im Gemeindegebiet bestanden Gruben bei Jauken, Draßnitztal, Kolm und Glatschach. In der Blütezeit wurden jährlich bis zu 2.000 Zentner Zink auf Flößen drauabwärts transportiert. Quecksilber kam aus Glatschach, Gold aus Jauken, Nickel und Galmei aus Kolm. Im 18. und 19. Jahrhundert bestand eine staatliche Zinkhütte, die später zu einem Eisenhammerwerk wurde. 1872 gründete Johann Taurer an diesem Standort die erste Holzstoff- und Pappenfabrik Kärntens; weitere Fabriken folgten 1897 und 1908. Der frühere Kupfer-Schachtofen Tonele im Draßnitztal ist ein erhaltenes Zeugnis dieses Bergbaus.
Burg Stein über dem Tal
Schloss Stein ist eine romanische Felsenburg auf einem steilen Felsen rund 200 Meter über der Talsohle. Die Anlage entstand im späten 12. Jahrhundert; ein ortenburgischer Ministeriale besaß sie 1190. 1440 wird sie als Besitz der Grafen von Cilli genannt, 1456 gehörte sie Kaiser Friedrich III. Die Burg befindet sich im Besitz der Familie Orsini-Rosenberg. Seit April 2026 werden dort Führungen angeboten, bei denen unter anderem der Alltag im Schloss und ein möglicher Geheimgang Thema sind. Eine Doppelkapelle im Nordosteck verbindet zwei übereinanderliegende romanische Kapellen mit Gewölbemalereien von Simon von Taisten.
Kirche und Kapellen in den Orten
Die Pfarrkirche Hl. Margaretha in Dellach ist ein spätbarocker Bau des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Teile des Altarraums und des Turms gehen auf eine ältere Kapelle zurück; an der Nordwand des Chors ist ein spätgotisches Wandgemälde erhalten. Die Kapelle Mater Dolorosa steht in Glatschach, die Kapelle Maria sieben Schmerzen in Draßnitzdorf wurde um 1800 errichtet. Die Fresken der Pfarrkirche zeigen Szenen aus dem Leben der heiligen Margaretha und die Kreuzauffindung durch Kaiser Konstantin.
Vom Transitort zur Holzverarbeitung
Dellach lag an einer wichtigen Transitstrecke durch das Drautal. Die Ortsgemeinde entstand 1850; Dellach ist 1267 erstmals als „Doellach“ belegt. In diesem Zeitraum erscheinen auch mehrere heutige Ortsnamen, darunter Grientschnig, Draßnitzdorf und Suppersberg. Im 20. Jahrhundert prägten Forstwirtschaft und Holzverarbeitung die lokale Wirtschaft; an der Drautal Straße B 100 liegt ein Betrieb für Kunststoffbehälter und Paletten. Die Gemeinde umfasst fünf Katastralgemeinden und 13 Ortschaften. Die Volksschule und der Pfarrkindergarten befinden sich seit 2013 im selben Gebäude. Der Heilklimastollen im alten Bergwerk wurde 2004 für medizinische Untersuchungen wieder geöffnet und 2007 als natürliches Heilvorkommen anerkannt. Er liegt im ehemaligen Barbara-Bergbau bei Kolm, wo seit dem frühen 18. Jahrhundert Blei und Zink gewonnen wurden; der Bergbau endete 1876. Die therapeutische Nutzung ist derzeit ausgesetzt. Die Volksschule wurde 1787 gegründet. Der Unterricht begann in der Messnerkeusche; das ehemalige Gasthaus Pacher diente bis 1957 als Schulhaus und beherbergt heute das Gemeindeamt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Dellach im Drautal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Sehenswürdigkeiten – Gemeinde Dellach im Drautal
- Denkmalliste Kärnten 2025 – Bundesdenkmalamt
- Führungen im Schloss Stein – Gemeinde Dellach im Drautal
- Sehenswürdigkeiten – Gemeinde Dellach im Drautal
- Geschichte und Kultur – Gemeinde Dellach im Drautal
- Volksschule Dellach – Gemeinde Dellach im Drautal
- Heilstollen Dellach im Drautal – Tourismusverband
Stand der Angaben: 08.10.2026
