GEMEINDE · KÄRNTEN

Dellach im Drautal

Burg Stein, Bergbaustollen und Drau verbinden die Geschichte der Gemeinde.

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Gemeindeamt in Dellach im Drautal
Gemeindeamt in Dellach im Drautal · Foto: Naturpuur · „Dellach im Drautal, Gemeindeamt, Kärnten“ · Wikimedia Commons · CC BY 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 604
01.01.2026
Fläche
76,12 km²
Bevölkerungsdichte
21,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
9772
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

DELLACH IM DRAUTAL KENNENLERNEN

Dellach im Drautal: Bergbau im oberen Tal

Dellach im Drautal liegt im oberen Drautal zwischen Gailtaler Alpen und Kreuzeckgruppe. Die Gemeinde umfasst 76,12 Quadratkilometer und zählt 1.604 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Vom Talboden führen Wege in die früheren Bergbaugebiete und zu Siedlungen an den Berghängen.

Erz und Verarbeitung

Bergbau war über Jahrhunderte ein wichtiger Wirtschaftszweig. Im Gemeindegebiet bestanden Gruben bei Jauken, Draßnitztal, Kolm und Glatschach. In der Blütezeit wurden jährlich bis zu 2.000 Zentner Zink auf Flößen drauabwärts transportiert. Quecksilber kam aus Glatschach, Gold aus Jauken, Nickel und Galmei aus Kolm. Im 18. und 19. Jahrhundert bestand eine staatliche Zinkhütte, die später zu einem Eisenhammerwerk wurde. 1872 gründete Johann Taurer an diesem Standort die erste Holzstoff- und Pappenfabrik Kärntens; weitere Fabriken folgten 1897 und 1908. Der frühere Kupfer-Schachtofen Tonele im Draßnitztal ist ein erhaltenes Zeugnis dieses Bergbaus.

Burg Stein über dem Tal

Schloss Stein ist eine romanische Felsenburg auf einem steilen Felsen rund 200 Meter über der Talsohle. Die Anlage entstand im späten 12. Jahrhundert; ein ortenburgischer Ministeriale besaß sie 1190. 1440 wird sie als Besitz der Grafen von Cilli genannt, 1456 gehörte sie Kaiser Friedrich III. Die Burg befindet sich im Besitz der Familie Orsini-Rosenberg. Seit April 2026 werden dort Führungen angeboten, bei denen unter anderem der Alltag im Schloss und ein möglicher Geheimgang Thema sind. Eine Doppelkapelle im Nordosteck verbindet zwei übereinanderliegende romanische Kapellen mit Gewölbemalereien von Simon von Taisten.

Kirche und Kapellen in den Orten

Die Pfarrkirche Hl. Margaretha in Dellach ist ein spätbarocker Bau des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Teile des Altarraums und des Turms gehen auf eine ältere Kapelle zurück; an der Nordwand des Chors ist ein spätgotisches Wandgemälde erhalten. Die Kapelle Mater Dolorosa steht in Glatschach, die Kapelle Maria sieben Schmerzen in Draßnitzdorf wurde um 1800 errichtet. Die Fresken der Pfarrkirche zeigen Szenen aus dem Leben der heiligen Margaretha und die Kreuzauffindung durch Kaiser Konstantin.

Vom Transitort zur Holzverarbeitung

Dellach lag an einer wichtigen Transitstrecke durch das Drautal. Die Ortsgemeinde entstand 1850; Dellach ist 1267 erstmals als „Doellach“ belegt. In diesem Zeitraum erscheinen auch mehrere heutige Ortsnamen, darunter Grientschnig, Draßnitzdorf und Suppersberg. Im 20. Jahrhundert prägten Forstwirtschaft und Holzverarbeitung die lokale Wirtschaft; an der Drautal Straße B 100 liegt ein Betrieb für Kunststoffbehälter und Paletten. Die Gemeinde umfasst fünf Katastralgemeinden und 13 Ortschaften. Die Volksschule und der Pfarrkindergarten befinden sich seit 2013 im selben Gebäude. Der Heilklimastollen im alten Bergwerk wurde 2004 für medizinische Untersuchungen wieder geöffnet und 2007 als natürliches Heilvorkommen anerkannt. Er liegt im ehemaligen Barbara-Bergbau bei Kolm, wo seit dem frühen 18. Jahrhundert Blei und Zink gewonnen wurden; der Bergbau endete 1876. Die therapeutische Nutzung ist derzeit ausgesetzt. Die Volksschule wurde 1787 gegründet. Der Unterricht begann in der Messnerkeusche; das ehemalige Gasthaus Pacher diente bis 1957 als Schulhaus und beherbergt heute das Gemeindeamt.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Dellach im Drautal auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 633
31.10.2021 · Registerzählung1 584
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 604

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
575
NUTS-3-Region
Oberkärnten (AT212)

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ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

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