RANGERSDORF KENNENLERNEN
Zwischen Mölltal und Marterle
Rangersdorf liegt im mittleren Mölltal zwischen Tauernmassiv und Kreuzeckgruppe. Die Gemeinde zählt 1.692 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 84,27 Quadratkilometern. Landwirtschaft prägte lange die Erwerbsstruktur; im Spätmittelalter spielte auch der Edelmetall- und Kupferbergbau eine Rolle. Der Wallfahrtsort Marterle steht hoch über dem Tal am Südhang der Sadniggruppe.
Siedlungen an Bächen und Hängen
Lamnitz- und Zleinitzbach münden von den südlichen Seitentälern in die Möll. Die Ortschaften Lamnitz und Lainach liegen auf hochwassersicheren Terrassen an den Bacheinmündungen; Rangersdorf, Tresdorf und Lobersberg staffeln sich am nördlichen Hang des Mölltals. Etwa die Hälfte des Gemeindegebiets ist bewaldet, rund ein Drittel liegt im alpinen Bereich. Die Katastralgemeinden heißen Lainach, Rangersdorf und Tresdorf; zur Gemeinde gehören neun Ortschaften.
Rangsburg und Bergbau
„Villa Routkerasdorf“ erscheint in einem Tauschvertrag des Freisinger Bischofs aus der Zeit zwischen 1006 und 1039. Der Ortsname wird von der oberhalb des Ortes gelegenen Rangsburg hergeleitet. Die Burg wurde 1292 von den Görzer Grafen zusammen mit der Feste Stall zerstört und nicht wieder aufgebaut. Im ausgehenden Mittelalter war Rangersdorf ein Bergbauort für Gold, Silber und Kupfer. Das Gebiet unterstand fast sechs Jahrhunderte der jeweiligen Herrschaft von Stall. 1850 wurde die Gemeinde Rangersdorf gegründet; kleinere Gebietskorrekturen gegenüber Stall erfolgten 1964.
Die Wallfahrtskirche am Marterle
Das Marterle liegt auf rund 1.861 Metern am Südhang der Sadniggruppe. An der Stelle des alten Wetterkreuzes ließ ein Wenneberger Bauer 1854 eine Holzkapelle errichten; 1860 weihte der Rangersdorfer Pfarrer sie. Mit wachsenden Pilgerzahlen reichte die kleine Kapelle nicht mehr aus. 1899 baten Bürgermeister und Gemeinderat den Fürstbischof um den Bau einer Wallfahrtskirche. Am 31. Mai 1902 nahmen rund 2.000 Wallfahrer an der Grundsteinlegung teil; im Juli begann der Bau. Am 7. September 1904 wurde die Kirche benediziert; Fürstbischof Josef Kahn konsekrierte sie am 22. Juni 1906. Handwerker aus Rangersdorf und Winklern waren an der Errichtung und Ausstattung beteiligt. Die Kirchenmalereien schuf Josef Buchauer aus Sterzing; Johann Rothschopf aus Rangersdorf übernahm die Innenausstattung. Papst Pius X. verlieh dem Wallfahrtsort Ablässe und Privilegien.
Kirchen im Tal
Im Hauptort steht die Pfarrkirche zu den Aposteln Petrus und Paulus. Sie wird zwischen 1006 und 1039 erwähnt und 1516 durch den Bischof von Chiemsee geweiht. Seit 1787 ist Rangersdorf eine selbstständige Pfarre, nachdem der Ort zuvor zur Mutterpfarre Stall gehört hatte. Die Filialkirche Lainach ist der heiligen Margareta geweiht und besitzt einen Hochaltar aus etwa 1670. Der Flügelaltar von 1423 wird heute in der Schatzkammer Gurk aufbewahrt. In Lainach liegt außerdem die Margarethenquelle, die eisen-, schwefel- und radonhaltig ist. Der Lamnitzbach-Wasserfall oberhalb von Lamnitz liegt in einer schwer zugänglichen Schlucht und heißt auch Zlapp; der Name ist slawischen Ursprungs.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
