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Gurina über dem Gailtal
Dellach liegt im Oberen Gailtal an der Staatsgrenze zu Italien. Das Gemeindegebiet reicht vom Talboden bis zu den Bergflanken; zwölf Ortschaften gehören dazu. Nördlich des Orts Dellach erhebt sich die Gurina, ein archäologisches Hochplateau mit Spuren aus der Hallstatt- und Römerzeit. Zum 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.185 Einwohner; ihre Fläche beträgt 36,53 km².
Eine Siedlung auf der Hochterrasse
Die Gurina ist eine eisen- und römerzeitliche Siedlung auf einem Hochplateau. Hallstattzeitliche Besiedlung ist nachgewiesen; in der Umgebung wurden zudem Kupferschmelzhöhlen erforscht. Auf dem Platz prägte man keltische Münzen. Für die römische Epoche belegen die Ausgrabungen eine planmäßig angelegte, befestigte Siedlung, deren Lage nahe dem damaligen Übergang nach Italien Bedeutung hatte. Die Besiedlung der Fundstelle reicht mindestens 2.900 Jahre zurück. Der Archäologiepark macht Teile der Ergebnisse sichtbar: Dazu gehören der rekonstruierte Herkulestempel und Hügelgräber. Die rund fünf Hektar große Terrasse liegt auf 800 bis 890 Metern Seehöhe. Steilhänge begrenzen sie im Norden, Westen und Osten; ein leichter Zugang besteht über die Südseite. Die Tempelkuppe erhebt sich am nördlichen Ende 14 Meter über das Plateau.
Grabungen und Fundgeschichte
Funde von der Gurina waren bereits im 17. Jahrhundert bekannt. Der Dresdner Museumsdirektor A. B. Meyer leitete 1884 die erste größere Grabung; bis 1887 folgten weitere Kampagnen. Nach einer langen Unterbrechung untersuchte das Landesmuseum für Kärnten 1993 und 1994 erneut das hallstattzeitliche Gräberfeld und die keltische Befestigungsmauer. Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Gemeinde, des Historischen Vereins Dellach, des Landesmuseums und weiterer Partner brachte von 2004 bis 2008 großflächige Grabungen. Die Auswertung erfolgte anschließend in einem wissenschaftlichen Projekt. Damit ist Gurina zugleich Fundort und langfristige Forschungsstätte.
Kirchenorte im Tal
Sankt Daniel ist ein eigener Ort der Gemeinde und ein alter kirchlicher Mittelpunkt des oberen Gailtals. Bei Untersuchungen an der Pfarrkirche kamen Reste von vier Vorgängerbauten zutage, die von der Karolingerzeit bis in die Spätromanik reichen. Die katholische Kirche St. Helena in Wieserberg ist ein romanischer Bau; in Dellach selbst steht die Filialkirche St. Nikolaus. Auch die Burg Goldenstein gehört zur historischen Topografie: Ihre Ruine befindet sich oberhalb des Tals und erinnert an einen früheren Gerichtssitz für das obere Gailtal. Der Name des Hauptortes ist slawischen Ursprungs und wird auf „Doljah“ zurückgeführt; die slowenische Namensform lautet „Dole“.
Zwischen Gail und Reißkofel
Der Talboden liegt zwischen den Gailtaler Alpen im Norden und den Karnischen Alpen im Süden. Dellach ist Teil des Geoparks Karnische Alpen; geologische Aufschlüsse und archäologische Fundstellen verbinden in diesem Schutz- und Bildungsraum Landschaftskunde mit Siedlungsgeschichte. Obernölbling und Unternölbling sind kleinere Ortslagen innerhalb der Ortschaft Nölbling. Der Reißkofel liegt in den Gailtaler Alpen nahe der Gemeindegrenze und bildet eine markante Bergkulisse des oberen Talraums. Landwirtschaftliche Flächen liegen am Talboden und an den Hängen; von den Siedlungen führen Wege zu Almen und Bergsteigen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
