FELD AM SEE KENNENLERNEN
Feld am See: Wie ein Feld dem See seinen Namen gab
Feld am See liegt am Brennsee im oberen Gegendtal, zwischen den Nockbergen und dem Afritzer See. Die Gemeinde zählt 1.050 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 33,67 Quadratkilometern. Ortsnamen und frühe Häuser erzählen vom Wandel des Talbodens und der Siedlung am Ufer.
Brennsee und Afritzer See
Die Gemeinde liegt im Gegendtal zwischen Mirnock im Westen und dem Wöllaner Nock im Osten. Das Gemeindegebiet reicht an den Brennsee und an das Ostufer des Afritzer Sees; die einzige Katastralgemeinde heißt Rauth. Acht Ortschaften verteilen sich im Gemeindegebiet. Der Brennsee wurde früher Obersee genannt, während der heutige Afritzer See als Untersee bekannt war. Auch die kleinen Siedlungen am Ufer trugen diese Namen. Für die Bergbauern in Rauth waren die steilen Äcker schwierig zu bewirtschaften. Sie entwässerten Flächen am Ufer und machten sumpfiges Land urbar. Dadurch entstand das fruchtbare Feld, nach dem der Ort benannt ist.
Von sechs Keuschen zum Dorf
Vor etwas mehr als zwei Jahrhunderten standen im damaligen Obersee nur sechs kleine Keuschen, die meist zu den Bauernhöfen in Rauth gehörten. Eine Ausnahme war das Haus Brenn, 1632 errichtet. Es beherbergte eine Schnapsbrennerei und besaß Tavernenrecht. Von der Brennerei erhielten Haus und See später ihren vertrauten Namen. Ab 1782 entwickelte sich das Dorf, zunächst unter dem Namen Feld; den Zusatz „am See“ erhielt der Ortsname später. Die politische Gemeinde Feld am See besteht seit 1850. 1851 erhielt der Ort ein zweiklassiges Schulhaus. 1870 wurde ein Postamt eingerichtet, nachdem der erste Gegendtaler Postbote ausgedient hatte.
Zwei Kirchen für zwei Traditionen
Die evangelische Kirche wurde 1787 errichtet; ihr Turm kam 1852 hinzu. Nach einer Renovierung im Jahr 2007 blieb sie ein sichtbarer Teil des Dorfkerns. Die katholische Kirche zum heiligen Josef ist deutlich jünger und wurde 1960 geweiht. Die evangelische Pfarrgemeinde wurde 1783 gegründet; zuerst stand ein hölzernes Toleranzbethaus am Platz der späteren Kirche. Auch das Pfarrhaus wurde erneuert: Das alte, als unzweckmäßig beschriebene Gebäude wurde 1881 abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Schule, Post und Pfarrhaus ergänzten die Kirche als gemeinschaftliche Orte im Dorf.
Frühe Sommergäste und heutige Dorfzeichen
1890 gab es in Feld am See 18 Häuser und 112 Einwohner. Johann Nindler, der „Bäckwirt“, richtete drei bis vier Gästezimmer ein und vermietete sie an Erholungssuchende. Die ersten Übernachtungsgäste markierten den Beginn des Fremdenverkehrs. Zwischen 2011 und 2019 verzeichnete die Gemeinde jährlich mehr als 100.000 Übernachtungen; im Pandemiejahr 2020 waren es 89.000. Das Dorf bewahrt auch eigene Zeichen und Feste. Die Mirnockriese, eine in Stein gehauene Sagenfigur, gilt als Wahrzeichen. Jährlich wird in der Feldpannalm das Zaunringbraten gefeiert; der Kirchtag findet am Dorfplatz nach dem 8. September statt. Weitere überlieferte Veranstaltungen sind Maibaumfeier, Fischfest und Faschingsumzug. 1975 fand in Feld am See die Naturbahnrodel-Europameisterschaft statt, 1982 die Weltmeisterschaft.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Feld am See – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Chronik - Gemeinde Feld am See
- Über die Gemeinde – Gemeinde Feld am See
- Evangelische Pfarrgemeinde Feld am See
- Evangelische Kirche Feld am See – Evangelische Kirche in Österreich
- Genereller Bebauungsplan der Gemeinde Feld am See, Entwurf September 2024
Stand der Angaben: 08.10.2026
