MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Hausbrunn

Marktgeschichte, Preyer-Gedenken und Weinviertler Hohlwege

GEMEINDEKENNZIFFER31620
Volksschule in Hausbrunn.
Volksschule in Hausbrunn. · Foto: JonnyBrazil · „NOE Hausbrunn Volksschule“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
922
01.01.2026
Fläche
16,17 km²
Bevölkerungsdichte
57,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2145
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HAUSBRUNN KENNENLERNEN

Hausbrunn: St. Veit, Gottfried von Preyer und der Edenberg

Hausbrunn liegt in einem Taleinschnitt nordwestlich von Hohenau an der March. Die Marktgemeinde zählte am 1. Jänner 2026 922 Einwohner; sie umfasst 16,17 Quadratkilometer. Der 241 Meter hohe Schirmberg ist die höchste Erhebung des Gemeindegebiets.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Hausbrunn – Gedächtnis des Landes, Museum Niederösterreich · Hausbrunn – Niederösterreich Tourismus

Hugesprunne und Marktrecht

Die älteste bekannte Schreibweise lautet Hugesprunne und stammt aus einer Urkunde des Jahres 1195. Der Ortsname bezieht sich laut Gedächtnis des Landes auf einen Mann namens Hug, nach dem eine Quelle benannt war. 1294 erscheint bereits die Form Hausprvnne. 1306 bestätigte Leutold von Kuenring einen jährlichen Dienst der Zistersdorfer Kapelle von sieben Schilling; außerdem besaßen die Klöster Zwettl und Lilienfeld sowie die Herren von Wolfgersdorf Güter im Ort. 1384 verkauften die Wolfgersdorfer ihren Besitz an Johann von Liechtenstein. Eine Karte der niederösterreichischen Regierung führte Hausbrunn 1716 als Markt. Das Gemeindewappen von 1986 zeigt oben ein strohgedecktes Haus und unten einen Ziehbrunnen.

Quellen: Hausbrunn – Gedächtnis des Landes, Museum Niederösterreich

St. Veit und die Pfarrkirche

Hausbrunn war zunächst in Altlichtenwarth eingepfarrt. 1718 entstand an der Stelle einer baufälligen Kapelle die barocke Pfarrkirche zum heiligen Veit; am 15. Juni wurde sie geweiht. In den josephinischen Reformen 1783/84 erhielt Hausbrunn eine selbständige Pfarre. Leopold Kupelwieser schuf 1838 ein Mariahilfbild; 1841 malte er das Hochaltarbild mit dem Martyrium des heiligen Veit. Zwischen 1852 und 1855 wurde der Bau erweitert. Das Gotteshaus und der frühere Friedhof stehen unter Denkmalschutz; an der Kirche befindet sich außerdem eine barocke Statue des heiligen Johannes Nepomuk.

Quellen: Hausbrunn – Gedächtnis des Landes, Museum Niederösterreich · Umweltverträglichkeitsprüfung – Teilgutachten Niederösterreich · Denkmalliste Niederösterreich – Bundesdenkmalamt

Jahrmarkt, Bahn und Ortsentwicklung

Kaiser Franz I. verlieh der Marktgemeinde 1819 das Recht, jährlich zwei Jahrmärkte abzuhalten: vierzehn Tage nach Ostern und am 4. September. 1849 wurde die Selbstständigkeit des Marktes anerkannt. Ein Postamt mit Fahrpost nahm 1874 in der Bahnstraße den Betrieb auf; 1885 entstand ein neues Volksschulgebäude. Die Bahnstrecke Dobermannsdorf–Poysdorf band Hausbrunn ab 1907 ans Schienennetz an. 1928 begann die Elektrifizierung des Ortes. Der Personenverkehr endete 1988, der Güterverkehr 2001. Der nächste Bahnhof liegt heute in Hohenau.

Quellen: Hausbrunn – Gedächtnis des Landes, Museum Niederösterreich · Hausbrunn – Niederösterreich Tourismus

Gottfried von Preyer und der Edenberg

Der Komponist Gottfried von Preyer wurde 1807 in Hausbrunn geboren. Sein Vater Johann war dort Schullehrer und Chorleiter. Gottfried lernte Gesang, Klavier und Violine, studierte bei Simon Sechter am Wiener Konservatorium und wurde 1839 Professor für Harmonielehre und Komposition. 1844 übernahm er die Leitung des Konservatoriums; von 1844 bis 1876 war er Vizehofkapellmeister der Wiener Hofmusikkapelle. 1853 wurde er Domkapellmeister am Stephansdom, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1901 behielt. Preyer schrieb über 600 geistliche und weltliche Kompositionen, darunter vier Requien, fünf Te Deums und rund 25 Messen. Die Gottfried-von-Preyer-Gedenkstätte steht beim Rathaus. Ein Rundwanderweg führt von dort an fünfzehn Denkmälern vorbei. Nördlich des Ortskerns liegt die Kellergasse Edenberg. Das Kleinkellermuseum „Am Edenberg“ zeigt örtliche Kellerkultur; eine Besichtigung ist nach Voranmeldung am Gemeindeamt möglich.

Quellen: Biographie Gottfried von Preyer – Gottfried-von-Preyer-Gesellschaft · Hausbrunn – Niederösterreich Tourismus · Hausbrunn – LEBENS.wertes Weinviertel

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Hausbrunn auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung831
31.10.2021 · Registerzählung867
01.01.2026 · Bevölkerungsstand922

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
631
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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