PALTERNDORF-DOBERMANNSDORF KENNENLERNEN
Palterndorf-Dobermannsdorf: Turm und Kellergasse
Palterndorf-Dobermannsdorf ist eine Marktgemeinde im östlichen Weinviertel an der Zaya. Auf 18,66 Quadratkilometern leben 1.330 Menschen (Stand 1. Jänner 2026). Die beiden Ortschaften verbinden eine Kirche mit Deutschordensgeschichte, einen spätmittelalterlichen Wehrturm und die Weinbaugeschichte Dobermannsdorfs.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
Turm, Hof und Ordenspfarre
Der Wehrturm steht mitten in Palterndorf im Hof des Gemeindegasthauses. Im Liechtensteiner Urbar von 1414 wird er erstmals genannt; damals gehörte er den Liechtensteinern und war Teil einer wohl befestigten Hofanlage. Der Bruchsteinbau misst acht mal acht Meter, bis zur Traufe ist er vierzehn Meter hoch. Seine Mauern sind mehr als einen Meter stark. Der ursprüngliche Einstieg liegt im ersten Obergeschoss und war nur über eine einziehbare Leiter erreichbar. Im Erdgeschoss liegt ein Tonnengewölbe, im zweiten Geschoss sind Schießscharten erhalten. Zur örtlichen Überlieferung zählt ein unterirdischer Gang, der den Turm mit der Wehrkirche verbunden haben soll. Die Kirche steht auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel. Ihr Mauerwerk enthält romanische und gotische Teile, die Umgebung war einst mit einer Wehrmauer befestigt. 1290 übergab Leutold von Kuenring das Patronatsrecht der Kirche dem Deutschen Ritterorden.
Quellen: Katastralgemeinde Palterndorf · Wehrturm
Ein Dorf mit Weinbau
Dobermannsdorf besitzt eine Pfarrkirche, die dem Apostel Andreas geweiht ist und im romanischen Stil erbaut wurde. Eine Kellergasse erinnert an die lange Verbindung des Orts mit dem Weinbau. 1954 wurde sie gepflastert; die Steine kaufte die Gemeinde von der Stadt Wien. 1957 übernahm die damalige NIOGAS das Ortsnetz für Gas. Die Ortschronik hält auch fest, dass einige Winzer damals ihre Weingärten auf Hochkultur umstellten. 1994 wurde eine neue Orgel in der Kirche geweiht. Im Jahr 2001 feierte die Pfarre ihr 750-jähriges Bestehen, zugleich wurde die Außenrenovierung der Kirche abgeschlossen.
Quellen: Katastralgemeinde Dobermannsdorf
Zwei Orte werden Marktgemeinde
Palterndorf und Dobermannsdorf wurden am 1. Jänner 1972 zu einer Gemeinde zusammengelegt; 1991 folgte die Markterhebung. Der Personenverkehr auf der Strecke Stammersdorf–Dobermannsdorf endete 1988. In den folgenden Jahren veränderten kommunale Einrichtungen das Ortsleben: 1993 ging die Kläranlage in Betrieb, 2004 wurde das renovierte Gemeindeamt eröffnet und 2006 ein neues Feuerwehrhaus. Im selben Jahr begann die Nachmittagsbetreuung in der Volksschule. 2006 wurde in Dobermannsdorf außerdem ein Retentionsbecken eröffnet.
Quellen: Katastralgemeinde Palterndorf · Katastralgemeinde Dobermannsdorf
Blick vom Turm
Der Wehrturm wurde zwischen 2003 und 2006 schrittweise restauriert. Zuvor war das Dach eingebrochen; im Inneren lag mehr als ein Meter Schutt. Nach Gesprächen mit der Besitzerin und dem Bundesdenkmalamt folgte 2004 der einstimmige Gemeinderatsbeschluss. Im Dezember desselben Jahres war das neue Dach fertig, 2005 kamen Außenaufgang, Fenster und Ausstellungseinrichtung hinzu. Die Zimmerer zogen neue Ebenen ein, ohne Nägel in das historische Innenmauerwerk zu schlagen. Heute führt ein äußerer Aufgang zu den Ausstellungsräumen und zur Plattform. Von dort reicht der Blick vom Steinberg über das Zayatal bis zu den Kleinen Karpaten in der Slowakei.
Quellen: Wehrturm · Renovierung Wehrturm
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
