KREUTTAL KENNENLERNEN
Kreuttal: Erdwerke, Kirchen und Schulgeschichte
Das Kreuttal verbindet vier Ortschaften im Bezirk Mistelbach: Hautzendorf, Hornsburg, Ritzendorf und Unterolberndorf. Die Gemeinde hat 1.479 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und 21,52 Quadratkilometer Fläche. Der Rußbach durchzieht den Talraum, dessen Geschichte weit vor die heutige Gemeinde zurückreicht.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte der Gemeinde Kreuttal
Wie Kreuttal entstand
Die heutige Gemeinde wurde 1968 gebildet. Hautzendorf, Hornsburg und Unterolberndorf stimmten dem Zusammenschluss zu; Ritzendorf wurde als Ortschaft Teil des neuen Verbands. Das Land förderte den freiwilligen Zusammenschluss. Besonders umstritten war die Zusammenlegung der zuvor getrennten Volksschulen, die in Hautzendorf, Hornsburg und Unterolberndorf bestanden. Die Schulen waren meist ein- oder zweiklassig, und Bevölkerungsteile sahen in ihnen einen wichtigen Mittelpunkt ihres jeweiligen Ortes.
Quellen: Geschichte der Gemeinde Kreuttal
Erdwälle und die Burg Hornsburg
Im Gemeindegebiet liegen drei jungsteinzeitliche Kreisgrabenanlagen. Die Gemeinde nennt sie als frühe Zeugnisse menschlicher Nutzung des Talraums. Daneben führt sie eine 4,7 Kilometer lange Erdwallanlage im Kreuttaler Wald als Türkenschanze. Ihr Ursprung sei unklar; die Gemeinde beschreibt Wälle bis zwölf Meter Höhe und ein umgrenztes Gebiet von etwa 80 Hektar. In Hornsburg stand eine Burg auf einem künstlich angelegten Hügel. 1256 wird Otto von Hornsburg erstmals erwähnt, 1405 kam zur Festung eine Kapelle hinzu. Nach mehreren Besitzerwechseln kaufte Graf Hoyos 1622 das Anwesen. Heute sind auf der Erhebung noch Fundamentreste erkennbar.
Quellen: Historische Gebäude – Gemeinde Kreuttal · Kreuttal – Wikipedia, feste Artikelversion
Kirchen mit wechselnder Nutzung
Die Geschichte des Kulturhauses in Unterolberndorf beginnt mit einer Kapelle des heiligen Leonhard, die 1544 erstmals schriftlich erwähnt wird. Der frühromanische Baustil deutet auf ein älteres Gebäude. 1747 erhielt der Ort eine eigene Pfarre; drei Jahre später wurde die Kapelle barock umgebaut. Die heutige Pfarrkirche entstand 1866 bis 1868 als Ziegelmassivbau im Stil des romantischen Historismus. Ihre Glocke stammt aus 1448; die Orgel von Franz Reusch wurde um 1870 eingebaut, die Orgelempore 1923. Nach Fertigstellung der neuen Kirche 1868 endete die Nutzung der alten Kapelle als Gotteshaus. 1882 wurde sie zur einklassigen Volksschule umgestaltet; später diente sie als Milchkasino mit Kühlanlage und Fleischbank. Die Gemeinde kaufte das Haus 1984. Freiwillige und Fachleute revitalisierten es von 1987 bis 1991 zum Kulturhaus.
Quellen: Historische Gebäude – Gemeinde Kreuttal · Pfarre Unterolberndorf – Gemeinde Kreuttal
Schule und Landschaft
Der Lehrer Christian Buchsinger kam 1746 nach Unterolberndorf und blieb 53 Jahre im Amt. 1808 wurde ein Schulhaus errichtet; das heutige Gebäude stammt von 1909. 1944 besuchten 129 Kinder die Schule, alle aus Unterolberndorf. Seit 1971 lernen hier Kinder aus der ganzen Gemeinde. 1978 kam ein Zubau mit Turnsaal, Gemeindekanzlei, Kindergarten und Raiffeisenkasse hinzu. 1994 erhielt das Haus neue Fenster und eine neue Fassade; ein Mosaik des Weinviertler Künstlers Hermann Bauch schmückt eine Wand. Ein Waldlehrpfad führt nahe dem Ort zum Aussichtsturm am Glockenberg, dessen Aussicht über Weinviertel und Marchfeld reicht.
Quellen: Volksschule Kreuttal – Schulgeschichte · Aussichtsturm Unterolberndorf – Weinviertel Tourismus
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kreuttal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte der Gemeinde Kreuttal
- Historische Gebäude – Gemeinde Kreuttal
- Volksschule Kreuttal – Schulgeschichte
- Aussichtsturm Unterolberndorf – Weinviertel Tourismus
- Pfarre Unterolberndorf – Gemeinde Kreuttal
Stand der Angaben: 09.10.2026
