MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Neusiedl an der Zaya

Wallfahrtskirche, Fördergeschichte und Skulpturenweg an der Zaya.

GEMEINDEKENNZIFFER30841
Turmruine zwischen den Dächern in Neusiedl an der Zaya
Turmruine zwischen den Dächern in Neusiedl an der Zaya · Foto: Peter Lauppert · „Neusiedl Turmruine 1“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 219
01.01.2026
Fläche
17,60 km²
Bevölkerungsdichte
69,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2183
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

NEUSIEDL AN DER ZAYA KENNENLERNEN

Neusiedl an der Zaya: Ölspuren im Weinviertel

Neusiedl an der Zaya liegt im nordöstlichen Weinviertel. Die Marktgemeinde umfasst 17,60 Quadratkilometer und zählt 1.219 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Das Gemeindegebiet schließt neben Neusiedl auch St. Ulrich ein; die beiden Orte entwickelten sich über Jahrhunderte unterschiedlich.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026

St. Ulrich und die Lichtensteiner

Die Besitzungen Alt- und Neulichtenwarth, darunter das heutige St. Ulrich, gehörten im 13. Jahrhundert zu Heinrich von Liechtensteins Lehen. Neulichtenwarth erhielt im 16. Jahrhundert den Namen St. Ulrich. Damals wurde der Ort zu einem Wallfahrtsziel. Die Kirche am Fuß des Hausbergs konnte die Pilger nicht alle aufnehmen; eine Freiluftkanzel schuf Platz für Gottesdienste im Freien und ist noch erhalten. Die Pfarrkirche in Neusiedl ist den Heiligen Peter und Paul geweiht. Der Turm entstand 1719. 1741/42 wurde das baufällige Kirchenschiff neu aufgeführt; Altarraum und Turm blieben von der alten Kirche erhalten. 1783 wurde die Pfarre errichtet; ihr erster Pfarrer, Andreas Prunner, erhielt 1784 sein Dekret. 1844 wurde die Kirche um einen zehn mal zehn Meter großen Zubau erweitert, 1847 ein neuer Hochaltar angefertigt. Die kleinere Kirche in St. Ulrich bildet einen zweiten historischen Anlaufpunkt.

Quellen: Geschichte & Ortschronik · Pfarrkirche Neusiedl – Marktgemeinde Neusiedl an der Zaya

Vom Marktort zum Ölfeld

Neusiedl gehörte zunächst den Fronauern. Gamuret Fronauer erhielt im 15. Jahrhundert das Marktrecht, das später wieder verloren ging. Bis in die 1920er-Jahre lebten die Menschen in beiden Orten vorwiegend von der Landwirtschaft; die Ortschronik beschreibt kleine Herrschaftsgebiete und wenig ertragreiche Böden als erschwerende Bedingungen. Am 30. August 1930 gelang mit der Bohrung Windisch-Baumgarten der erste wirtschaftliche Ölfund Österreichs. Viele Männer wechselten von den Höfen in die gefährliche Arbeit im Ölfeld. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Kriegsgefangenenlager angelegt; Gefangene bauten Infrastruktur für die Erdölwirtschaft. Nach Kriegsende fanden Heimatvertriebene aus Südmähren in den Lagergebäuden Unterkunft und Arbeit. 1964 erhielt Neusiedl erneut den Rang einer Marktgemeinde. 1969 beschlossen Neusiedl und St. Ulrich, ihre Zukunft gemeinsam zu gestalten; 1970 wurde St. Ulrich eingemeindet.

Quellen: Geschichte & Ortschronik · Die Bedeutung des Tiefbohrunternehmens Van Sickle in der Entwicklung der österreichischen Kohlenwasserstoffindustrie

Gittertürme und Feuerland

Die Erdölgeschichte ist im Gelände sichtbar geblieben. In den 1930er- und 1940er-Jahren gefundene Vorkommen machten Neusiedl zu einem Fördergebiet; sieben erhaltene Gittertürme stehen heute auf Fundamenten an der Bahnstraße. Dort wurde das Areal Feuerland 2009 zum Schauplatz eines internationalen Bildhauersymposiums. Künstlerinnen und Künstler verarbeiteten bei dem Symposium Holz, Eisen und Stein. Gustav W. Madera übernahm die künstlerische Leitung. Zu den Arbeiten zählen „Eruption“ aus Robinie, „Dalla Terra“ aus Eiche und der eiserne „Pumpen Bock“.

Quellen: Feuerland Skulpturen

Wanderwege und Wald

Der zehn Kilometer lange Rundweg „Wein, Öl und Brot“ verbindet Hauptplatz, Erdölmuseum, Freizeitzentrum und die Kellergasse mit St. Ulrich und seiner Schwefelquelle. Die Gemeindeseite veranschlagt zweieinhalb Stunden Gehzeit. Das Museum widmet sich der Geschichte des Erdölbergbaus und der Suche nach dem „schwarzen Gold“. Außerhalb des Orts beginnt beim Hubertusbildstock im Steinbergwald ein Waldlehrpfad. Seine Informationstafeln stellen heimische Pflanzen und Tiere vor und erläutern Wissenswertes über Wald, Klima und Boden. Der Lehrpfad ist laut Gemeinde frei zugänglich.

Quellen: Wander- & Radwege: Wein, Öl und Brot · Waldlehrpfad – Marktgemeinde Neusiedl an der Zaya

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Neusiedl an der Zaya auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 230
31.10.2021 · Registerzählung1 228
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 219

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
689
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Neusiedl an der Zaya

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.