HOCHLEITHEN KENNENLERNEN
Hochleithen: Drei Orte am Waldsaum
Nördlich von Wien im Weinviertel liegt die Gemeinde Hochleithen im Bezirk Mistelbach. Sie zählt 1.081 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 19,91 Quadratkilometer. Drei langgestreckte Dörfer und die bewaldeten Höhen am Rand des Gemeindegebiets bestimmen den Siedlungsraum.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Chronik der Gemeinde Hochleithen
Drei Ortsgeschichten
Die schriftliche Überlieferung setzt in Wolfpassing 1161 mit der Form „Wolfpeizingen“ ein. Für Traunfeld nennt die Gemeindeseite den älteren Namen „Drauchveld“; die Chronik belegt „Drauchfeld“ 1253 in einem Pfarrverzeichnis. Bogenneusiedl erscheint 1258 als „Niosidl“, eine Bezeichnung, die auf eine bogenförmige Neusiedlung verweist. Die Gemeinde führt außerdem Steinwerkzeuge aus der jüngeren Steinzeit sowie Funde aus Bronze- und Eisenzeit an; auf dem Scheibenberg bei Traunfeld wurden römische Funde gemacht. 1971 schlossen sich Bogenneusiedl, Wolfpassing und Traunfeld freiwillig zur Großgemeinde Hochleithen zusammen. Der Name stammt vom östlich gelegenen Hochleithenwald.
Quellen: Chronik der Gemeinde Hochleithen
Kirchen und Kapellen
Wolfpassing wurde 1655 zur selbstständigen Pfarre erhoben. Die Barockkirche zum heiligen Nikolaus wurde 1744 bis 1749 errichtet, finanziert aus Mitteln einer landesfürstlichen Stiftung Maria Theresias; Bauherr war Pfarrer Leopold Sommerer. Das Hochaltarbild zeigt die heilige Teresa von Ávila, Altar und Seitenaltar stammen aus dem Wiener Neustädter Karmeliterinnenkloster. Die während der Franzosenkriege zerstörte Orgel wurde 1811 wiederhergestellt. 120 Stufen führen seit 1908 zur Kirche hinauf; die Gemeinde ließ das Gebäude 2003 vom Fundament bis zum Dachstuhl renovieren und feierte die Altarweihe am 14. September. Bogenneusiedl gehörte als Filiale zu Wolfpassing. Dorfrichter Johann Neuburg ließ dort 1765 ein Bethaus ohne Altar errichten; eine Sakristei kam 1845 hinzu. Erst um 1935 wurde sonntags regelmäßig Messe gefeiert. Die Glocke von 1726 ist das älteste Stück der Kirche.
Quellen: Wolfpassing – Gemeinde Hochleithen · Bogenneusiedl – Gemeinde Hochleithen · Chronik der Gemeinde Hochleithen
Traunfeld am Kehrbach
Traunfeld liegt in sanftwelliger, fruchtbarer Hügellandschaft auf 202 Metern Seehöhe. Traunfeld wird als Straßen- und Haufendorf beschrieben. Die dicht stehenden Häuser waren durch Erdstollen verbunden, die als Fluchtwege dienten; einzelne Zugänge sind noch erhalten. Die Kirche des heiligen Johannes Nepomuk ist ein spätbarocker Bau mit schlichtem Innenraum. Die Gemeindechronik berichtet, dass die Herrschaft Ulrichskirchen sie 1797 errichten ließ. Zwei weitere Glocken kamen 1951 hinzu. Bei einer Generalsanierung 1974 wurden Stühle und Sakristei erneuert, ein Volksaltar eingebaut und Orgel, Kirchturmuhr sowie eine weitere Glocke angeschafft.
Quellen: Traunfeld – Gemeinde Hochleithen · Chronik der Gemeinde Hochleithen
Gemeinsame Einrichtungen
Auch Schule und Verwaltung wurden über die drei Orte hinweg organisiert. Die Volksschulen in Bogenneusiedl und Traunfeld schlossen 1964 beziehungsweise 1967; nach Widerstand der Eltern wurde in Traunfeld zunächst wieder zweiklassig unterrichtet. 1973 wechselten auch Kinder aus Bogenneusiedl nach Wolfpassing. Eine neue Volksschule Hochleithen wurde 1985 eröffnet. Das Gemeindezentrum folgte 2002 und vereint Gemeindeverwaltung, Freiwillige Feuerwehr, Arztpraxis und Raiffeisenkasse unter einem Dach. Die A5-Raststation Hochleithen nahm 2010 den Betrieb auf. In Bogenneusiedl führt ein befestigter Wanderweg durch die Kellergasse mit ihren alten Linden bis zum Gemeindewald. Am Hohlwegbeginn bei der Grenze zu Traunfeld steht in Wolfpassing eine etwa 300 Jahre alte Linde.
Quellen: Chronik der Gemeinde Hochleithen · Bogenneusiedl – Gemeinde Hochleithen · Wolfpassing – Gemeinde Hochleithen
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
