GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Altlichtenwarth

Wehrkirche, Weinberge und Aussicht im nordöstlichen Weinviertel

GEMEINDEKENNZIFFER31601
Luftaufnahme des Flugplatzes Altlichtenwarth.
Luftaufnahme des Flugplatzes Altlichtenwarth. · Foto: Carsten Steger · „Aerial image of the Altlichtenwarth airfield“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
736
01.01.2026
Fläche
20,46 km²
Bevölkerungsdichte
36,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2144
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ALTLICHTENWARTH KENNENLERNEN

Altlichtenwarth: Auf Wegen am Hutsaulberg

Altlichtenwarth liegt im Weinviertel nahe der tschechischen Grenze. Am 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 736 Einwohner auf 20,46 Quadratkilometern. Die Ortschaft ist durch historische Weinlagen und den Hutsaulberg geprägt.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte – Gemeinde Altlichtenwarth

Die Wehrkirche am Hutsaulberg

Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist eine Wehrkirche am Südhang des Hutsaulbergs. Der Turm soll bereits 1111 errichtet worden sein, wie eine Beschreibung um 1780 festhält. Um 1230 wurde der romanische Kern frühgotisch erweitert; um 1310 folgte ein gotischer Umbau und um 1450 eine spätgotische Bauphase. Der Kirchenstandort bestand bereits vor der ersten bisher nachweisbaren Ortsnennung von 1234. In der Seitenkapelle wurden 1937 Fresken aus der Zeit um 1310 entdeckt; im Seitenschiff fand man 1939 spätromanische Malereien aus etwa 1280. Bei Grabungs- und Restaurierungsarbeiten kamen 1993 insgesamt 44 Gräber mit 71 Skeletten zum Vorschein. Unter dem Seitenaltar liegt eine Gruft mit sieben natürlich mumifizierten Personen. Der Hochaltar besteht aus sieben Arten Adneter Marmor; Pfarrer Josef Plack stiftete ihn.

Quellen: Pfarrkirche St. Nikolaus und Pfarrhof – Gemeinde Altlichtenwarth · Wanderweg rund um den Hutsaulberg – Gemeinde Altlichtenwarth · Geschichte – Gemeinde Altlichtenwarth

Der Rundweg und die Kellergasse

Der Rundweg um den Hutsaulberg beginnt beim Pfarrhof und führt über den alten Friedhof der Wehrkirche. Nach dem Pforakeller erreicht der Weg die Kellergasse Silberberg; Serpentinen führen anschließend durch die Ried Hofbergen hinunter zur eisenhaltigen Quelle Jagateich. Über den Brunnleithengraben geht es zur Aussichtswarte beim Kriegerdenkmal. Die Gemeinde gibt den Rundweg mit 7,5 Kilometern und rund 130 Höhenmetern an; 16 Stationen sind mit QR-Codes versehen. Der Pforakeller hinter der Kirche diente vermutlich als Zehentkeller für den Wein. Am Silberberg liegen sieben Kellerreihen übereinander. Der Weinbau ist seit dem Mittelalter belegt; ein Bericht von 1673 zählt Altlichtenwarther Wein zu den besten im Weinviertel. Der Pfarrhof am Beginn der Strecke entstand 1775 bis 1778. Am Eingang zum Silberberg stehen eine hölzerne Baumpresse und eine Figur des heiligen Urban.

Quellen: Wanderweg rund um den Hutsaulberg – Gemeinde Altlichtenwarth · Kellergassen Silberberg – Gemeinde Altlichtenwarth

Aussicht und Ortsgeschichte

Der Hutsaulberg erreicht 274 Meter Seehöhe. Die Gemeinde erklärt den Namen mit einer möglichen Warnfunktion: Eine Holzsäule soll bei Gefahr umgelegt worden sein, um die Bevölkerung zu alarmieren. Von der Aussichtswarte reicht der Blick laut Gemeinde über mehr als 50 Ortschaften; an seltenen klaren Tagen ist sogar der Schneeberg zu sehen. Östlich des Berges liegt die Sebastianikapelle, die als Pestkapelle errichtet wurde. Im Pestjahr 1679 starben laut Ortsgeschichte 150 Menschen. Eine Urkunde von 1682 dokumentiert die Verpflichtung der Gemeinde zu Bau und Erhaltung der Kapelle. An der Straße nach Hausbrunn steht unter alten Bäumen ein Nepomukbildstock mit Jahreszahl 1750.

Quellen: Aussichtswarte am Hutsaulberg – Gemeinde Altlichtenwarth · Geschichte – Gemeinde Altlichtenwarth

Schulgeschichte und Kriegsende

Die Pfarrschule war im Haus Nr. 98 neben dem Pfarrhof untergebracht. 1580 beschäftigte Pfarrer Thomas Distelmayer einen Schulmeister; sieben Knaben besuchten damals den Unterricht. Im April 1945 dauerten die Kämpfe in Altlichtenwarth vom 18. bis 20. April. Fast alle der damals etwa 1.300 Bewohner flohen; nur rund 50 blieben im Ort. Vier Zivilpersonen starben. 54 Häuser wurden vollständig zerstört und 40 schwer beschädigt, darunter Kirche und Schule.

Quellen: Geschichte – Gemeinde Altlichtenwarth

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Altlichtenwarth auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung735
31.10.2021 · Registerzählung776
01.01.2026 · Bevölkerungsstand736

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
505
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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