SCHÖNBÜHEL-AGGSBACH KENNENLERNEN
Schönbühel-Aggsbach: Klöster, Burg und Donauufer
Schönbühel-Aggsbach liegt am rechten Donauufer im Bezirk Melk. Die Marktgemeinde umfasst 28,37 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 943 Einwohnerinnen und Einwohner. Neben dem Strom prägen die Seitentäler von Aggsbach und Rossbach sowie zwei Klosteranlagen und die Burgruine Aggstein das Ortsbild.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Schönbühel-Aggsbach – Wikipedia, feste Artikelversion
Accusabah am Eingang des Tales
Funde römischer Münzen aus den Jahren 1804 und 1857 verweisen auf die Zeit, in der befestigte Straßen aus dem Tal nach Mautern und Mauer führten. Nach dem Ende der römischen Herrschaft um 500 folgten laut Gemeindechronik Germanen, Slawen und Awaren. Ab 791 gehörte das rechte Donauufer zum Kerngebiet der karolingischen Mark. Die Chronik nennt Aggsbach um 830 als „Accusabah“; der Name wird möglicherweise vom keltischen Wort für fließendes Wasser abgeleitet. Die Uferkapelle St. Nikolaus wurde 1787 durch Hochwasser beschädigt und anschließend abgetragen. Die heutige B33 wurde erst im 19. Jahrhundert durchgehend ausgebaut. Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften und sechs Katastralgemeinden. Zwischen dem Strom auf etwa 200 Metern Seehöhe und dem Prinz-Schönburg-Felsen auf 633 Metern steigt das bewaldete Gelände steil an; Aggsbach und Rossbach entwässern die Seitentäler.
Quellen: Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach in der Wachau - Startseite - Wirtschaft & Tourismus - Kirche & Kultur - Chronik · Schönbühel-Aggsbach – Wikipedia, feste Artikelversion
Kartäuser zwischen Zellen und Kreuzgang
Heidenreich von Maissau und seine Frau Anna von Kuenring stifteten die Kartause Aggsbach. 1373 wurde der Grundstein gelegt, 1377 zogen die ersten Mönche aus Mauerbach ein, 1380 weihte man die Kirche. Der Stifter nannte sie „Unserer Lieben Frauen Pforte“. 1387 erhielt das Kloster die Pfarre Gerolding. Ein großer Kreuzgang umgab die Gräber und die Zellen der zwölf Mönche; kleine eingeschossige Häuser hatten jeweils einen Garten. Als 1419 Mönche aus Prag vor den Hussiten flohen, wuchsen Personalstand und Bibliothek der wissenschaftlich interessierten Aggsbacher Gemeinschaft.
Quellen: Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach – Kartause Aggsbach
Ein Heiligtum nach dem Vorbild von Jerusalem
Graf Conrad Balthasar von Starhemberg wählte nahe seinem Schloss einen Felsen für ein Heiligtum nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem. 1667 wurde dort die erste Messe gefeiert; zwei Serviten aus Wien übernahmen die Seelsorge in der Schlosskirche. Für eine zweite Kapelle nahm man die Geburtskirche in Bethlehem zum Vorbild: 1675 entstand sie auf der Klippe unterhalb der Grabeskirche. Unterirdische Räume und eine Muschelgrotte führen zur Grabeskapelle; der Hochaltar der schlichten Klosterkirche ist der heiligen Rosalia geweiht. 1904 übernahm wegen Priestermangels die Tiroler Provinz des Servitenordens die Betreuung des Klosters.
Quellen: Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach – Servitenkloster
Wehrmauern und Höfe auf dem Felssporn
Die Ruine Aggstein liegt auf einem Felssporn über dem rechten Donauufer. Im ersten Hof verläuft ein gut erhaltener Wehrgang; die fünf Meter starke Hauptschildmauer schützte die Anlage. Am Durchgang in den zweiten Hof liegt ein drei mal vier Meter großes Verlies, acht Meter tief in den Fels geführt. Über dem Tor erinnert das Wappen Georg Scheck von Walds an seine Herrschaft im 15. Jahrhundert. Der langgestreckte Mittelhof war der Kern der Anlage. Küche, Schmiedehof und Wohnräume lagen in verschiedenen Höfen; in der Hochburg sind spätgotische Bauteile und Ansätze von Gewölberippen der Kapelle erhalten.
Quellen: Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach – Ruinenrundgang Aggstein
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Schönbühel-Aggsbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach in der Wachau - Startseite - Wirtschaft & Tourismus - Kirche & Kultur - Chronik
- Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach – Kartause Aggsbach
- Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach – Servitenkloster
- Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach – Ruinenrundgang Aggstein
Stand der Angaben: 08.10.2026
