BERGERN IM DUNKELSTEINERWALD KENNENLERNEN
Bergern im Dunkelsteinerwald: Wallfahrt über dem Donautal
Bergern im Dunkelsteinerwald ist eine Gemeinde im Bezirk Krems mit 1.322 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) auf 36,53 km². Das Gebiet reicht von rund 300 bis über 500 Meter Seehöhe.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte der Gemeinde Bergern
Zwischen Wachau und Dunkelsteinerwald
Die Großgemeinde entstand 1968 aus Unterbergern, Oberbergern, Schenkenbrunn und Geyersberg samt kleineren Orten. Heute umfasst sie zehn Ortschaften und acht Katastralgemeinden. Funde aus Stein-, Bronze- und Eisenzeit belegen frühe Besiedlung; sieben Gräber und Reste römischer Wege weisen auf antike Nutzung. Die Gemeinde liegt geografisch im Dunkelsteinerwald und Mostviertel, geologisch im Waldviertel. Ackerbau, Wiesen, Weiden und Wald prägen die Landschaft; in Unterbergern gibt es auch Wein- und Obstbau. Das Gemeindeamt in Unterbergern wurde 1983 bezogen, den Wappenbrief erhielt Bergern 1984.
Quellen: Geschichte der Gemeinde Bergern · Bergern im Dunkelsteinerwald – Wikipedia, feste Artikelversion
Von einem Gelübde zur Wallfahrt
Maria Langegg gehörte zur salzburgischen Grundherrschaft. Güterinspektor Mathias von Haring wohnte dort seit 1599. Der Überlieferung der Pfarrchronik nach erblindete sein Kind 1603; Haring gelobte vor einem Marienbild eine Kapelle. Nach der Genesung ließ er 1605 die Ursprungskapelle erbauen. Berichte über Heilungen machten den Ort zum Wallfahrtsziel. 1645 übergab man das Kirchengut den Serviten, die die Klostertrakte zwischen 1652 und 1734 errichteten. Die heutige Kirche entstand 1765 bis 1773; Josef Adam von Mölk schuf die Deckenfresken. Die Pfarrchronik verzeichnet für 1783 insgesamt 381 Wunderberichte, darunter 25 Blindenheilungen. Kirche und Kloster wurden 1957 bis 1960 renoviert; 1966 brannte der Kirchturm. 1974 verließen die Serviten den Ort, die Pfarre ging an die Diözese St. Pölten. Seit 2017 ergänzt ein Wallfahrtsmuseum das Ensemble. Urkunden und Votivbilder des 17. bis 20. Jahrhunderts dokumentieren Gelübde bei Pest, Naturkatastrophen und persönlichen Notlagen. Bibliothek, Schatzkammer und Oratorium gehören zu den Räumen; Besuche sind mit Führung und Anmeldung möglich. Die Wallfahrt trägt die Titel „Heil der Kranken“ und „Zur Geburt unserer Lieben Frau“.
Quellen: Geschichte der Gemeinde Bergern · Wallfahrtskirche Maria Langegg · Wallfahrtsmuseum Maria Langegg – Gemeinde Bergern
Pfarrkirche Unterbergern
Unterbergern und Oberbergern gehörten bis 1784 zur Großpfarre Mautern; danach wurden sie selbstständig. Die Kirche des heiligen Johannes Nepomuk in Unterbergern entstand 1784 nach Plänen des Göttweiger Baumeisters Josef Schwerdfeger. 1967 kamen drei Glocken hinzu. 1974 schuf Gerhard Hradetzky aus Oberbergern eine zweimanualige Orgel. Im Oktober 1974 wurde die Kirche nach Innen- und Außenrenovierung durch Abt Clemens Lashofer von Göttweig geweiht.
Quellen: Geschichte der Gemeinde Bergern · Wallfahrtskirche Maria Langegg
Ferdinandwarte über dem Donautal
Die Ferdinandwarte steht auf einem Felsabsatz über der Donau. Von dort blickt man auf Mautern, Rossatz und das Donautal. Nach Angaben der Gemeinde könnte die Warte an einer römischen Sichtverbindung zwischen Kastell Favianis und dem Burgus Rossatz liegen. Der Aussichtspunkt fiel Erzherzog Ferdinand bei einer Jagd auf; ihm zu Ehren erhielt die Warte ihren Namen. Der Österreichische Touristenklub errichtete sie 1890. Seit 1960 gehört sie der Stadt Mautern; 2023 wurde sie saniert und die Zugänge wurden verbessert. Vom Kirchenplatz in Unterbergern führt ein beschilderter Weg in etwa zwanzig Minuten hinauf. Teile Bergerns liegen in den Europaschutzgebieten Wachau und Wachau-Jauerling.
Quellen: Ferdinandwarte in Unterbergern · Geschichte der Gemeinde Bergern · Sanierung der Ferdinand-Warte und neuer Erlebnisweg
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Bergern im Dunkelsteinerwald – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte der Gemeinde Bergern
- Wallfahrtskirche Maria Langegg
- Ferdinandwarte in Unterbergern
- Wallfahrtsmuseum Maria Langegg – Gemeinde Bergern
- Sanierung der Ferdinand-Warte und neuer Erlebnisweg
Stand der Angaben: 08.10.2026
