ST. LEONHARD AM FORST KENNENLERNEN
St. Leonhard am Forst: Markt, Kirche und Schlosspark
St. Leonhard am Forst ist eine Marktgemeinde im Bezirk Melk. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 3.100 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 43,50 Quadratkilometer. Hauptplatz, Pfarrkirche und Schlosspark liegen im Markt und bewahren Spuren verschiedener Epochen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Bürgerserviceplattform der Marktgemeinde St. Leonhard am Forst - Barrierefrei! - Home
Von Peilsteinern und Marktrichtern
Funde aus Stein- und Bronzezeit verweisen auf frühe Besiedlung. Drei römische Grabsteine sind an der Nordseite der Pfarrkirche eingemauert; beim Bauernhof Hubbauer wurden außerdem ein römischer Löwenkopf, eine vergoldete Bronzestatue und Nischen für Aschenkrüge gefunden. Die Peilsteiner dürften seit dem 11. Jahrhundert hier ansässig gewesen sein. 1140 wurde die Pfarre gegründet. 1317 erhielt der Markt das Recht auf niedere Gerichtsbarkeit mit einem Marktrichter; für schwerere Fälle war außerhalb der Marktgrenzen das Landesgericht Peilstein zuständig. Der erhaltene Pranger in der Allee erinnert an diese Rechtspraxis. Ein daran befestigter Bagstein wurde früher mit einer Kette um den Hals getragen. 1448 ist eine Schule erstmals erwähnt. 1529 wurde der Markt niedergebrannt und 1683 belagert; 1805 hielten sich französische Truppen im Ort auf. 1820 entstanden eine zweiklassige Schule und die Melkbrücke.
Quellen: Geschichte der Marktgemeinde · Hauptplatz mit Allee
Spätgotik und Andacht
Die Pfarrkirche zeigt außen einen gegliederten spätgotischen Bau, innen ein hoch aufragendes Kreuzrippengewölbe. Im Mittelschiff steht der Hochaltar mit Tabernakel und 35 Engelsfiguren. Das Altarbild zeigt den heiligen Leonhard, Johannes den Täufer und Bruno, den Stifter der Kartäuser. Der Leonhardialtar trägt eine steinerne Leonhardistatue aus dem Jahr 1440. Im Nordbau liegt eine Lorettokapelle; der Turm ist 37 Meter hoch und trägt vier Glocken. Die Seitenschiffe besitzen einen Marienaltar und einen Altar „Zur schmerzhaften Mutter Gottes“; auch die Kanzel zählt zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken.
Quellen: Pfarrkirche · Geschichte der Marktgemeinde
Schloss und öffentlicher Park
Das Schloss dürfte im 15. Jahrhundert errichtet worden sein, als eine ältere Burg dem Verfall entgegenging. Zu den Besitzern zählten die Grafen von Auersperg und von Seldern; ab 1827 verwaltete die Familienfonds-Güterdirektion das Anwesen. Ende 1934 beschloss die Gemeinde den Kauf, am 5. Jänner 1935 wurde er vollzogen. Heute liegen im ersten Stock Gemeindeamt und Standesamt. Der Schlosspark mit altem Baumbestand und Teich dient als Erholungsraum und wird für Veranstaltungen genutzt. Im Park steht auch ein Denkmal für den Freiherrn von Gagern. Lange war das Betreten des Gartens gewöhnlichen Bewohnern untersagt; der kommunale Besitz machte daraus einen allgemein zugänglichen Ort.
Quellen: Schloss mit Park
Pranger, Allee und Marktleben
Auf dem Hauptplatz und in der Allee liegen mehrere Hinweise auf die Marktgeschichte. Die Pestsäule kam 1679 hinzu. Kastanien säumten den Platz ab 1851, bis die Bäume 2015 wegen einer Pilzinfektion entfernt wurden. Heute finden in der Allee Sommerkonzerte, Kirtage und ein Adventmarkt statt. Eine Familiensäule ist ein weiterer Blickpunkt. Der Markt war zudem früh an Verkehrs- und Versorgungsnetze angeschlossen: 1905 wurde die Lokalbahn eröffnet, 1920 entstand eine Wasserleitung.
Quellen: Hauptplatz mit Allee · Gemeindegeschichte: historische Daten
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Leonhard am Forst – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Bürgerserviceplattform der Marktgemeinde St. Leonhard am Forst - Barrierefrei! - Home
- Geschichte der Marktgemeinde
- Pfarrkirche
- Hauptplatz mit Allee
- Schloss mit Park
- Gemeindegeschichte: historische Daten
Stand der Angaben: 08.10.2026
