ST. OSWALD KENNENLERNEN
St. Oswald: Markt, Wege und Nachbarschaftshilfe
St. Oswald liegt im südlichen Waldviertel im Bezirk Melk. Die Gemeinde umfasst 32,15 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 1.141 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Ortskern, die bewaldeten Höhen und ein Netz markierter Wege verbinden Marktgeschichte mit einer Landschaft aus Granit, Wiesen und Wald.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Oswald (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Mutterpfarre und Markt am Höhenrand
Bischof Konrad von Passau erhob 1160 die auf Friedrich von Stephanings Grund errichtete Kirche zur Pfarrkirche und zur Mutterkirche der Herrschaft Nochelingen. Ihr Sprengel umfasste ursprünglich auch Gebiete der späteren Pfarren Nöchling, Dorfstetten und Ysper. Als Markt erscheint St. Oswald erstmals 1230; damals zählte der Landesfürst hier 62 Lehen und 26 Hofstätten. Hussitische Truppen plünderten und verwüsteten Häuser 1428 und 1432. Ein Großbrand 1613 dürfte auch die Kirche getroffen haben. Tauf-, Trauungs- und Sterbematriken werden seit 1643 geführt. 1680 starben 17 Menschen an der Pest. Als 1732 Pfarrhof und Kirchendach abbrannten, blieb der Turm erhalten.
Quellen: Gemeinde St. Oswald – Geschichte der Pfarre St. Oswald
Der Kneippweg führt durch Bach und Wiesen
Der mittelschwere Kneippweg Nr. 13 beginnt am Kirchenplatz und ist laut Gemeindeseite zehn Kilometer lang; für die Runde sind drei Stunden veranschlagt. Vom Fitnessparcours geht es zur Armbadstelle Dorfmühle, über Wiesen beim Pellethof und an den Eberlhäusern vorbei zur Kronbergmühle. Danach führt der Weg bergauf zur Loseneggerklamm, wo eine Wassertretmöglichkeit liegt. Auf dem Rückweg über die Wurzerbrücke erreicht man wieder den Fitnessparcours. Von dort verbinden Ausblickturm, Kräutergarten, Kneippanlage und Badeteich die Route mit den Freizeiteinrichtungen nahe dem Ortskern.
Quellen: Gemeinde St. Oswald – Wandertipps
Zehn Stationen am Herzsteinweg
Der Herzsteinweg beginnt und endet am Kirchenplatz. Die regionale Tourenbeschreibung nennt 9,49 Kilometer, knapp drei Stunden Gehzeit sowie 321 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Entlang der Rundtour liegen zehn Stationen, die Werte aus dem Schulprojekt „Herzensbildung“ aufgreifen. Glück, Dankbarkeit und Achtsamkeit stehen ebenso auf dem Weg wie Liebe, Lebensfreude und Gesundheit; der Abschluss verbindet Optimismus mit Gemütlichkeit.
Quellen: Niederösterreich Tourismus – Herzsteinweg St. Oswald
Granitformen und Alpenblick
Die Gemeinde beschreibt die Burgsteinmauer als aussichtsreichen Gipfelfelsen auf 975 Metern. Bei klarer Sicht reicht der Blick über Weinsberger Wald und Alpenvorland bis zum Großen Priel und zum Schneeberg. Direkt unter dem Fels wächst ein Mischwald aus Buchen, Tannen und Fichten. Der fünf Meter hohe Herzstein ist ein auf dem Kopf stehender Granitblock; die Deutung als früherer Kalender- oder Kraftplatz gehört zur örtlichen Überlieferung. Auch der rund zehn Meter hohe Totenkopfstein ist eine auffällige Granitformation. Eine eiserne Steiganlage ermöglicht den Aufstieg, nahebei ragt das Steinerne Kornmandl aus einem Feld.
Nebenleistung: Hilfe nach dem Brand
Als 1859 ein Feuer fünf Häuser zerstörte, gründeten Bewohner am 31. Juli den Verein „Nebenleistung“; 145 Mitglieder traten der gegenseitigen Hilfe bei. Die Unterstützung umfasst Arbeitskraft und Naturalien; auch Maschinen werden bei Bedarf an Geschädigte verliehen. Nach einem weiteren Großbrand 1872 entstand eine zweite Organisation. Die örtliche Form der Brandhilfe wurde 2010 in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Am Johannestag, dem 27. Dezember, treffen sich die Vertrauenspersonen des Vereins.
Quellen: Gemeinde St. Oswald – Seit 1859: Nebenleistung, aber keine Nebensache
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Oswald (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde St. Oswald – Geschichte der Pfarre St. Oswald
- Gemeinde St. Oswald – Wandertipps
- Gemeinde St. Oswald – Einzigartige Naturerlebnisse
- Österreichische UNESCO-Kommission – Nebenleistung
- Niederösterreich Tourismus – Herzsteinweg St. Oswald
- Gemeinde St. Oswald – Seit 1859: Nebenleistung, aber keine Nebensache
Stand der Angaben: 08.10.2026
