MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Sitzendorf an der Schmida

Zwischen Sandberg, Schmida und historischen Bürgerhäusern liegen Spuren aus vielen Jahrhunderten.

GEMEINDEKENNZIFFER31043
Hauptplatz in Sitzendorf an der Schmida
Hauptplatz in Sitzendorf an der Schmida · Foto: Manfred Kuzel · „Sitzendorf Hauptplatz Ansicht von Norden“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 199
01.01.2026
Fläche
61,85 km²
Bevölkerungsdichte
35,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3714
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

SITZENDORF AN DER SCHMIDA KENNENLERNEN

Sitzendorf an der Schmida: Keltensiedlung und historischer Hauptplatz

Sitzendorf an der Schmida liegt im Bezirk Hollabrunn und zählt 2.199 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Marktgemeinde umfasst 61,85 Quadratkilometer und reicht vom Hauptort an der Schmida bis zu den Weinbergen und Hügeln am Manhartsberg.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Die Großgemeinde | Marktgemeinde Sitzendorf

Eine keltische Großsiedlung am Sandberg

Zwischen Roseldorf und Platt liegt der rund 340 Meter hohe Sandberg. Dort entwickelte sich in der Mittellatènezeit, etwa zwischen 260 und 150 vor Christus, eine Siedlung von ungefähr 40 Hektar. Die großflächige Anlage war durch Graben und Palisade geschützt; Forschende konnten rund 450 Grubenhäuser und sieben Heiligtümer nachweisen. Zu den Funden aus den Kultplätzen zählen Waffen und Teile von Pferdegeschirr. Das Naturhistorische Museum Wien begann 1995 mit systematischen Untersuchungen. Der Höhenrücken bietet an klaren Tagen weite Sicht bis zu den Voralpen. Der weithin sichtbare Keltenturm markiert den Sandberg als Aussichtspunkt.

Quellen: Die keltische Großsiedlung auf dem Sandberg | Marktgemeinde Sitzendorf · Sitzendorf an der Schmida – Wikipedia, feste Artikelversion

St. Martin und die wiedergefundene Grabplatte

Sitzendorf ist 1141 in einer Göttweiger Urkunde bereits als Pfarre belegt. Anstelle einer älteren romanischen Martinskapelle entstand im 14. Jahrhundert die heutige dreischiffige gotische Pfarrkirche. Ihre Kreuzrippengewölbe und farbig gefassten Schlusssteine zählen zu den markanten Details des Innenraums. Bei einer Renovierung 2001 kam eine mittelalterliche Grabplatte wieder ins Blickfeld: Sie zeigt Hanns von Wulfestorff, einen früheren Lehensherrn des Ortes, und trägt das Todesjahr 1504. Die restaurierte Platte ist in der Kirche zu sehen. Das Gotteshaus liegt nördlich des Hauptplatzes und bildet den historischen Mittelpunkt des Marktes.

Quellen: Kirche und Religion | Marktgemeinde Sitzendorf · Historischer Hauptplatz Sitzendorf | Marktgemeinde Sitzendorf

Bürgerhäuser und Spuren der Reformation

Am Hauptplatz stehen Bürgerhäuser, deren Kerne überwiegend aus dem 16. Jahrhundert stammen. Ihre Fassaden und Bauteile verbinden Gotik, Renaissance, Barock, Historismus und Jugendstil. Das frühere Wasserschloss wird heute als Schulgebäude genutzt. Am Haus Patergraben 2 erinnert eine Inschrift an den protestantischen Pfarrer Heimeran Huber, der das Haus mit seiner Ehefrau errichten ließ – ein ungewöhnlicher Hinweis auf die Reformationszeit im Ort. Am nordwestlichen Rand des Hauptplatzes liegt der Jubiläumsplatz mit dem Denkmal für Kaiser Franz Joseph I.; es wurde zum Regierungsjubiläum errichtet und 2004 restauriert. Ebenfalls aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt das 1913 errichtete Vereinshaus, das zunächst als Theater diente und später Sparkasse und Post beherbergte.

Quellen: Historischer Hauptplatz Sitzendorf | Marktgemeinde Sitzendorf · Jubiläumsplatz und Klosterplatz | Marktgemeinde Sitzendorf

Kellergassen und Aussicht über das Schmidatal

Die Roseldorfer Kellergasse liegt oberhalb des Ortes am Rand der Weingärten. Eine Zeile zählt 48 Keller, dazu kommen vorgelagerte und verstreut stehende Presshäuser. Ein Teil wird weiterhin für die Arbeit mit Wein genutzt; andere Keller dienen als Hobbyräume oder sind ungenutzt. Hänge und Wege sind von Weingärten, Waldstücken und Äckern durchzogen. Der markierte Rundweg W 10 führt auf den Blickberg. Dort steht ein eisernes Kreuz, das 1969 zu einem Priesterjubiläum errichtet wurde; von der Anhöhe überblickt man das Schmidatal bis zum Manhartsberg. Der Weg führt anschließend über Hohlwege und Weinrieden wieder Richtung Hauptort.

Quellen: KG Roseldorf | Marktgemeinde Sitzendorf · W 10 Blickbergweg | Marktgemeinde Sitzendorf · Die Großgemeinde | Marktgemeinde Sitzendorf

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Sitzendorf an der Schmida auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 152
31.10.2021 · Registerzählung2 158
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 199

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 156
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Sitzendorf an der Schmida

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.