STRANING-GRAFENBERG KENNENLERNEN
Straning-Grafenberg: Kirchenhügel und Kogelsteine
Straning-Grafenberg liegt im Bezirk Horn, am Übergang zwischen Weinviertel und Waldviertel. Die Marktgemeinde zählt 706 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 26,47 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
Vier Orte zwischen Wein und Wald
Zur Gemeinde gehören die Ortschaften und Katastralgemeinden Etzmannsdorf bei Straning, Grafenberg, Straning und Wartberg. Nördlich von Grafenberg liegt das Naturschutzgebiet Fehhaube-Kogelsteine. Die Silikattrockenrasen zwischen den Felsgruppen tragen zur besonderen Vegetation des Schutzgebiets bei. In den Ortskernen stehen Kellergassen für die Weinwirtschaft.
Quellen: Kogelsteine · Geschichte der Marktgemeinde Straning-Grafenberg · Vitus-Kapelle
Frühe Siedlungen und geistliche Grundherren
Funde belegen in Straning Besiedlung vom frühen und mittleren Neolithikum über Bronze- und Hallstattzeit bis zur römischen Kaiserzeit und ins 9. Jahrhundert. Auch auf dem Vitusberg bei Grafenberg kamen steinzeitliche Geräte zutage; eine mittelalterliche Ansiedlung ist dort für die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts belegt. 1051 schenkte Kaiser Heinrich III. Besitz in „Gravenberch“ an Markgraf Adalbert. Straning erscheint 1239 in einer Urkunde des Stifts Melk, die einen Güterverkauf an das Kloster Baumgartenberg festhält. 1266 übergab Margarete von Österreich Grafenberg dem Stift Lilienfeld; ihre Grablege wählte sie im Kloster. Das Kloster übte bis 1848 die Dorfobrigkeit aus. Der Rittsteig verband Krems und Znaim als Nord-Süd-Weg; die Schmidatalstraße führte von Wien über Stockerau, Ziersdorf und Straning nach Eggenburg.
Pfarrkirchen und Setzbergkapelle
In Straning gab es vermutlich schon im 11. Jahrhundert eine hölzerne Kirche. 1265 wird der Ort als Filialkirche der Mutterpfarre Eggenburg-Gars erwähnt; 1277 ist erstmals ein Pfarrer namentlich belegt. Seit 1564 war Straning eine eigene Pfarre. Der heutige Bau der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt entstand ab etwa 1741 und wurde am 18. Juni 1752 geweiht. Baumeister Wisgrill ließ Zogelsdorfer Stein verwenden. Grafenberg hat eine Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz, Wartberg eine zum heiligen Leonhard. An einem hölzernen Marterl hielten Patres aus Eggenburg während der Pestzeit 1713 Gottesdienste für die Grafenberger. Pfarrer Franz Schindlauer sammelte nach der guten Weinernte 1852 Geld für eine Vituskapelle, die 1853 an die Stelle des Marterls trat. Die Restaurierung von 2002 finanzierte die Gemeinde, ausgeführt wurde sie von der örtlichen Feuerwehr.
Quellen: Pfarrkirche Straning · Vitus-Kapelle
Marktrecht und Gemeindebildung
Wartberg wird 1190 im Zusammenhang mit einer nach dem Ort benannten Adelsfamilie greifbar. Grafenberg besaß spätestens 1449 Marktrecht; die zugehörige Urkunde ist nicht erhalten. Der Ortsname Wartberg verweist laut Gemeindechronik auf eine Warte am 311 Meter hohen Kirchenberg. 1620 kam es dort zu einer Schlacht zwischen böhmischen und kaiserlichen Truppen. 1968 schlossen sich Etzmannsdorf bei Straning, Grafenberg und Straning zusammen; 1972 kam Wartberg hinzu. Nach einer Phase unter dem Namen Grafenberg erhielt die Gemeinde 1973 wieder den Namen Straning-Grafenberg.
Granit und Wollsackverwitterung
Die Kogelsteine sind Granit, der vor rund 500 Millionen Jahren aus einer Gesteinsschmelze erstarrte. Später formten Brüche entlang der Diendorfer Störung sowie Verwitterung und Abtragung die heutigen Türme und gerundeten Blöcke. Wollsackverwitterung rundet Kanten und Ecken; Wächter, Pilz, Venusstein und Wackelstein tragen eigene Namen. Das Schutzgebiet Fehhaube-Kogelsteine wurde 2009 eröffnet; ein Förderverein besteht seit 2010.
Quellen: Kogelsteine
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
