RÖSCHITZ KENNENLERNEN
Röschitz: Weinbau, Kellergassen und unterirdische Gänge
Röschitz liegt an den Ausläufern des Manhartsbergs, wo Granit, Löss und Lehmböden die Landschaft strukturieren. Die Marktgemeinde im Bezirk Horn hat 1.137 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 21,17 Quadratkilometern.
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Marktrecht und Weinwappen
Der Ortsname ist 1198 als „Respice“ überliefert. 1446 erhielt Röschitz eine eigene Marktgerichtsbarkeit. 1483 übergab Graf Michael von Hardegg seine Güter, darunter Röschitz, an Kaiser Friedrich III. Seit 1514 durfte der Ort am Festtag Johannes und Paulus einen Markt abhalten. Kaiser Ferdinand I. verlieh dem Markt 1560 ein Wappen. Der Weinstock im Schild verweist auf den Weinbau, zwei Engel halten als Schildhalter eine Haue und ein Rebmesser. Das Wappen steht beim Gemeindeamt und an den Ortseingängen. Alte Haustore und Hauszeichen an den Fassaden sowie Bildstöcke im Ort und in seiner Umgebung ergänzen das Straßenbild.
Quellen: Gemeinde Röschitz – Geschichte
Keller als Teil der Weinlandschaft
In Röschitz reihen sich in engen Kellergassen Presshäuser und Weinkeller aneinander. Die Gemeinde nennt unter anderem Marktweg, Feuerkogl und Veltlinergasse; die ausgedehnte Anlage beim Ziegelstadel bildet eine andere räumliche Form. Manche Presshäuser tragen gestaltete Kellertüren, Heiligenbilder oder gemalte Sprüche. Der Grüne Veltliner gilt als wichtigste Sorte, daneben werden etwa Frühroter Veltliner, Riesling, Chardonnay und Weißburgunder angebaut. Für Rotwein nennt die Gemeinde Blauen Portugieser, Blauen Burgunder und Zweigelt. Der Untergrund erzählt eine weitere Geschichte: Viele Keller liegen in mächtigen Lössschichten. Mit dem Ende der Grunduntertänigkeit 1848 erhielt der Weinbau Auftrieb; entlang früherer Hohlwege ließen viele Winzer eigene Keller anlegen. Ein Erlebnisweg bündelt mehrere Stationen zu Wein, Siedlung und örtlichem Handwerk.
Quellen: Gemeinde Röschitz – Kellergassen · Gemeinde Röschitz – Erlebnisweg und Sehenswürdigkeiten
Kirche und Kapelle
Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist spätbarock und wurde laut Gemeindeseite zwischen 1768 und 1782 von Leopold Wißgrill errichtet. Zwei Altarbilder von Martin Johann Schmidt, dem „Kremser Schmidt“, zählen zu ihrer Ausstattung. Das Gebäude ist geostet, 43 Meter lang und 22 Meter breit; rund 300 Personen finden darin Platz. Sein etwa 40 Meter hoher Turm wurde mindestens zweimal erhöht, was auf Vorgängerkirchen hindeutet. An der Dreifaltigkeitskapelle erinnert ein geschnitzter Altaraufbau an die Pestzeit.
Quellen: Gemeinde Röschitz – Erlebnisweg und Sehenswürdigkeiten
Erdställe und Lösskunst
Unter mehreren Häusern liegen Erdställe, ein Netz aus unterirdischen Gängen und Höhlen. Ihre Nutzung ist bis heute ungeklärt; die Gemeinde bezeichnet sie als ungelöstes Kapitel der Ortsgeschichte. Die Anlagen liegen in Privathäusern und sind nicht öffentlich zugänglich. Anders ist der Weberkeller beschrieben: In seinen Lösswänden wurden Reliefs geschnitzt, darunter biblische Darstellungen. Auf dem Mühlberg steht die Weinviertelwarte, deren Form an einen Weintank erinnert. Von dort reicht der Blick laut Gemeinde über Schmidatal und Pulkautal bis ins Waldviertel; Fernziele hängen von der Sicht ab. Die Wegbeschreibung setzt den Start beim Parkplatz am Weberkeller an. Die ausgeschilderte Runde verbindet Keller, Pfarrkirche, Dreifaltigkeitskapelle und Weinviertelwarte; weitere Stationen sind eine Radlerrast mit Muschelgarten und eine Hiatahütte, die an die Arbeit im Weingarten erinnert.
Quellen: Gemeinde Röschitz – Geschichte · Gemeinde Röschitz – Erlebnisweg und Sehenswürdigkeiten · Gemeinde Röschitz – Weinviertelwarte
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Röschitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
