MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Ziersdorf

Ein Markt im Schmidatal mit Ziegeleigeschichte, Bahn und Jugendstilsaal

GEMEINDEKENNZIFFER31053
Rathaus mit geschmückter Fassade in Ziersdorf
Rathaus mit geschmückter Fassade in Ziersdorf · Foto: Manfred Kuzel · „Ziersdorf Rathaus“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 287
01.01.2026
Fläche
48,71 km²
Bevölkerungsdichte
67,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3710
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ZIERSDORF KENNENLERNEN

Ziersdorf: Ziegel, Schienen und ein Jugendstilsaal

Ziersdorf liegt im Schmidatal im Bezirk Hollabrunn. Die Marktgemeinde zählt 3.287 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 48,71 Quadratkilometern. Ort und Gemeinde verbinden Bahn- und Straßengeschichte mit Ziegeleien, Kirchen und einem wiederbelebten Veranstaltungssaal.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Ziersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion

Ziegel aus dem Schmidatal

Lehmreiche Böden ermöglichten rund um Ziersdorf eine bedeutende Ziegelproduktion. Für das Gemeindegebiet sind 21 frühere Ziegelöfen dokumentiert. Am Hauptplatz erinnert der Ziegelstadl an dieses Gewerbe: Die Sammlung zeigt Ziegel mit unterschiedlichen Prägungen und Verwendungszwecken, darunter Dach-, Kamin- und Brunnenschachtziegel. Das Museum macht sichtbar, was von den einstigen Produktionsstätten kaum erhalten blieb. Ziegel gingen in Geschäftshäuser, Gasthäuser und Villen; mit den Öfen kamen Arbeiter in den Ort. Die Ausstellung ist jederzeit frei zugänglich.

Quellen: Ziegelstadl Ziersdorf – Museumsmanagement Niederösterreich · Ziersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion

Vom Ballsaal zum Konzerthaus

Der heutige Ludwig-Streicher-Saal begann 1910 als „Jugendstilsaal“ des Gastwirts Ernest Fröhlich. Die Pläne stammten von Heinrich Blahosch; erbaut wurde der Saal von Ludwig Streicher, dem Großvater des späteren Kontrabassisten gleichen Namens. In den Zwischenkriegsjahrzehnten zogen Bälle und der Krummhaxendorfer Kirtag Publikum an. Nach sinkendem Veranstaltungsinteresse diente das Haus ab den 1950er Jahren als Lager und verfiel später. Die Gemeinde kaufte das Fröhlich-Areal 2000. Akustikmessungen bestätigten 2003 die Eignung als Veranstaltungsort; 2004 begannen Arbeiten mit veranschlagten Gesamtkosten von 2,9 Millionen Euro. 2005 wurde das Konzerthaus Weinviertel eröffnet; der Saal darin erhielt den Namen Ludwig-Streicher-Saal. Streicher (1920–2003) trat international als Solist auf und unterrichtete an Musikhochschulen. Das Haus bietet ein laufendes Programm.

Quellen: Geschichte – Konzerthaus Weinviertel

Eine Kirche in mehreren Bauphasen

Die Pfarrkirche von Ziersdorf ist dem heiligen Wolfgang und der heiligen Katharina geweiht und wurde um 1415 erstmals erwähnt. Während der Hussiteneinfälle wurde die Kirche entweiht und später neu geweiht. Ziersdorf wurde 1783 zur selbständigen Pfarre im Rahmen des Stifts Melk. Nach einem Brand 1841 wurde die Kirche wiederaufgebaut und verlängert. Das Ergebnis verband einen gotischen Chor mit einer nachbarocken Saalkirche und Westturm. Seit 1974 besteht ein Pfarrverband, dem sich weitere Pfarren aus der Großgemeinde anschlossen. Wegen dessen Wachstum begann 1992 die Kirchenerweiterung. Der Zubau wurde am 16. Mai 1993 geweiht und nahm den neuen Altar auf; das ältere Längsschiff blieb als Querschiff erhalten und wurde unter anderem Werktagskapelle.

Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Ziersdorf

Ein Ort an Bahn und Reichsstraße

Die Marktgemeinde datiert Ziersdorfs erste urkundliche Erwähnung auf 1110. Die ältere Hauptachse verlief ost-westlich entlang der Hollabrunner Straße und einer alten Kellergasse. Mit dem Bau der Reichsstraße, die Wien mit dem Norden verband, verschob sich die Verkehrsachse in Nord-Süd-Richtung. Die Franz-Josefs-Bahn brachte eine weitere Verbindung und trug zum Wachstum des Ortes bei. Ziersdorf selbst erhielt 1861 das Marktrecht. Durch Gemeindefusionen zwischen 1966 und 1972 entstand das heutige Gebiet mit Dippersdorf, Fahndorf, Gettsdorf, Großmeiseldorf, Hollenstein, Kiblitz, Radlbrunn und Rohrbach. Jede der neun Ortschaften bildet zugleich eine Katastralgemeinde.

Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Ziersdorf · Ziersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Ziersdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 300
31.10.2021 · Registerzählung3 400
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 287

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 699
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Ziersdorf

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.