MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Ravelsbach

Ein Marktort am Manhartsberg mit barocker Architektur und Spuren früher Besiedlung

GEMEINDEKENNZIFFER31036
Luftaufnahme von Ravelsbach
Luftaufnahme von Ravelsbach · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Ravelsbach - Luftaufnahme“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 649
01.01.2026
Fläche
26,35 km²
Bevölkerungsdichte
62,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3720
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

RAVELSBACH KENNENLERNEN

Ravelsbach: Prandtauers Kirche und ein Kulturpfad durchs Schmidatal

Ravelsbach liegt am Fuß des Manhartsbergs im Schmidatal. Die Marktgemeinde zählte am 1. Jänner 2026 1.649 Einwohner und umfasst amtlich 26,35 Quadratkilometer. Neben dem Hauptort gehören sechs weitere Ortschaften zum Gemeindegebiet; die Pfarrkirche und ihr Garten prägen das Ortszentrum.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Marktgemeinde Ravelsbach – Geschichte

Pfarrsitz und Jahrmarkt

Der Name Ravelsbach erscheint 1083 als Ramuoldesbach. 1110 gründete Leopold III. die Pfarre Ramuoltisbach; ihr Sprengel umfasste 32 Ortschaften. Bis heute ist die Pfarre dem Benediktinerstift Melk inkorporiert. Im Melker Urbar wird Ravelsbach 1314 bereits als Markt bezeichnet. 1339 ist ein Schulmeister belegt; zugleich gab es eine Badstube. 1493 erhielt der Markt das Recht auf zwei Jahrmärkte. Der Kulturpfad führt vom Hauptplatz zu zehn Stationen; Tafeln erläutern die Geschichte der jeweiligen Bauwerke. An der Fassade des Gasthauses Diringer hält ein Sgraffito die schwedische Besetzung im Dreißigjährigen Krieg fest. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1721 bis 1726 nach Plänen Jakob Prandtauers errichtet. 1770 wurde die Kaiserstraße eröffnet. 1889 ersetzte ein Neubau das alte Rathaus am Hauptplatz.

Quellen: Marktgemeinde Ravelsbach – Geschichte · Erzdiözese Wien – Pfarre Ravelsbach · Marktgemeinde Ravelsbach – Kulturpfad

Ein Instrument von Johann Gottfried Sonnholz

Johann Gottfried Sonnholz baute die Orgel, die später mehrfach erweitert wurde. Zusätzliche Pfeifen saßen teilweise hinter dem Orgelgehäuse und erschwerten die Wartung. Ein höherer Winddruck ließ das Instrument lauter klingen. Bei einer Restaurierung wurden der ursprüngliche Tonumfang wiederhergestellt und der Winddruck abgesenkt; ein in die Chorbrüstung eingebautes zweites Manual und der Spieltisch aus dem 19. Jahrhundert blieben erhalten. Das Patrozinium Mariä Himmelfahrt wird am 15. August gefeiert.

Quellen: Erzdiözese Wien, Kirchenmusik – Orgel in Ravelsbach · Erzdiözese Wien – Pfarre Ravelsbach

Kapellen in Gaindorf und Parisdorf

Gaindorf wurde 1156 als Goindorf genannt. Die Kapelle entstand 1778 und wurde 1883 umgestaltet; seit 1887 gibt es eine Freiwillige Feuerwehr im Ort. Parisdorf ist bereits 1108 als Boreistorph belegt. Die Gemeinde leitet den Namen von einem slawischen Personennamen ab; die heutige Ortsbezeichnung gilt seit 1869. Die Kapelle von Parisdorf wurde 1832 errichtet und 1979/80 renoviert.

Quellen: Marktgemeinde Ravelsbach – Gaindorf · Marktgemeinde Ravelsbach – Parisdorf

Safran, Brand und Umbrüche

Baierdorf wird 1275 als Paerdorf erwähnt. Neben Acker- und Weinbau war früher der Safrananbau eine Besonderheit. Die Kapelle entstand 1791/92. Ein Ortsbrand zerstörte sie 1838; nach dem Wiederaufbau wurde sie 1986 bis 1988 renoviert. 1945 richtete die sowjetische Besatzungsmacht im Ort eine Kommandantur ein. Baierdorf kam 1967 gemeinsam mit Oberravelsbach und Parisdorf zur Großgemeinde Ravelsbach. Gaindorf, Paffstetten und Minichhofen folgten 1971. Der dreistündige Weinradweg-Riesling-Abschnitt führt durch Ravelsbach.

Quellen: Marktgemeinde Ravelsbach – Baierdorf · Marktgemeinde Ravelsbach – Geschichte · Schmidatal – Weinradweg-Riesling und Landschaftspark Ravelsbach

Freie Gemeinde und Kapellen

Minichhofen wurde 1137 als Munichhoven erwähnt; der Name weist auf einen klösterlichen Wirtschaftshof hin. Seine Kapelle entstand 1786 und wurde 1986 renoviert. In Pfaffstetten, 1142 als Phafsteten genannt, dessen Name auf eine geistliche Gründung verweist, steht eine Kapelle von 1748, die 1993 erneuert wurde. Eine Freiwillige Feuerwehr besteht seit 1893, ein eigener Friedhof seit 1952. Oberravelsbach erlangte bereits nach 1459 durch Loskauf den Status einer Freigemeinde und erwarb Weide- und Jagdrechte. Die dortige Kapelle wurde 1798 errichtet und 1983 bis 1986 restauriert.

Quellen: Marktgemeinde Ravelsbach – Minichhofen · Marktgemeinde Ravelsbach – Pfaffstetten · Marktgemeinde Ravelsbach – Oberravelsbach

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Ravelsbach auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 676
31.10.2021 · Registerzählung1 620
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 649

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
809
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Ravelsbach

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.