WULLERSDORF KENNENLERNEN
Wullersdorf: Barockkirche, Wallfahrt und Wege durchs Weinviertel
Die Marktgemeinde Wullersdorf liegt im Bezirk Hollabrunn im Weinviertel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.468 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 63,92 Quadratkilometer. Der Hauptort ist von mehreren Dörfern und Katastralgemeinden umgeben.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Lage und Orte | Marktgemeinde Wullersdorf
Pfarre, Herrschaften und Marktrecht
Der Passauer Bischof Ulrich weihte 1108 die Kirche in Wullersdorf. 1113 übertrug Leopold III. die Pfarre dem Stift Melk. Der Pfarrsprengel umfasste damals unter anderem Immendorf, Kalladorf, Guntersdorf, Mailberg, Obritz und Untermarkersdorf. Im Laufe der Zeit wurden daraus neue Pfarren ausgegliedert. Um 1500 standen einander zwei Grundherrschaften gegenüber: die Grafen von Hardegg und das Stift Melk. 1535 erhielt der Markt ein eigenes Wappen. 1651 kaufte Melk den Hardegger Besitz und wurde bis zum Ende der Grundherrschaft 1848 Alleineigentümer. In diesem Jahr konnten die ehemaligen Untertanen Grund und Boden als Eigentum erwerben.
Quellen: Geschichte | Marktgemeinde Wullersdorf · (Alt)-Wullersdorfer Bürger-Geschichte(n) | Marktgemeinde Wullersdorf · Wullersdorf | Gedächtnis des Landes, Land Niederösterreich · Geschichte | Pfarre Wullersdorf
St.-Georgs-Barockkirche und Turmbau
Die dem heiligen Georg geweihte Pfarrkirche ist ein barocker Neubau, der um 1723 nach Plänen Jakob Prandtauers begonnen und 1733 vollendet wurde. Teile der älteren gotischen Kirche blieben beim Neubau erhalten: Mauern um Altarraum und Sakristeien wurden weiterverwendet. Auch der alte Turm auf der nördlichen Sakristei blieb zunächst bestehen und wurde barockisiert. Ein Brand beschädigte ihn 1822 schwer; 1858 musste er abgetragen werden. Danach fehlten der Kirche mehrere Jahre lang Türme. Ab 1864 ließ Abt Wilhelm Eder zwei neue Türme errichten. Die Pfarrgemeinden lieferten Baumaterial und Zugleistungen; die Dachstühle kamen 1865 aus Wien. Der hoch aufragende Kirchenbau prägt weiterhin das Ortsbild am Hauptplatz.
Quellen: (Alt)-Wullersdorfer Turm-Geschichte(n) | Marktgemeinde Wullersdorf · Geschichte | Pfarre Wullersdorf · Wullersdorf | Gedächtnis des Landes, Land Niederösterreich
Wallfahrt in Maria Roggendorf
Die Ortschaft Maria Roggendorf ist 1230 als „Ruchendorf“ urkundlich belegt; ihren heutigen Namen trägt sie seit 1971. Die Wallfahrtskirche Mariä Geburt wurde 1651 bis 1653 als großzügiger Neubau errichtet. Eine Wallfahrt nach Roggendorf hatte schon zuvor bestanden: Der Göttweiger Abt Georg Falb berichtet von jährlichen Prozessionen aus seinem Stift am Fest Mariä Geburt. Nach einer Phase des Rückgangs wurde der Wallfahrtsgedanke 1969 mit der Wiederweihe der Kirche neu belebt. Die Benediktiner in Maria Roggendorf halten seitdem an monatlichen Wallfahrtstagen am 13. fest. Im Zisterzienserinnenkloster Marienfeld begann 1982 mit acht Schwestern das klösterliche Leben; 1991 wurde es selbständiges Priorat, 2000 zur Abtei erhoben.
Quellen: Maria Roggendorf | Marktgemeinde Wullersdorf · Ursprünge der Wallfahrt | Benediktinerpriorat St. Josef, Maria Roggendorf · Gründungsgeschichte | Zisterzienserinnenabtei Marienfeld
Dörfer, Kellergassen und Rundwege
Zu den Ortschaften zählen neben dem Hauptort auch Immendorf, Kalladorf, Maria Roggendorf und Oberstinkenbrunn. In Oberstinkenbrunn ist 1291 die erste urkundliche Nennung überliefert. Der Ortsname könnte auf eine schwefelhaltige Quelle zurückgehen. Kellergassen finden sich unter anderem in Oberstinkenbrunn, Schalladorf und Immendorf. Zwei ausgeschilderte Rundwege führen durch die Kulturlandschaft: Der Martini-Wanderweg beginnt in der Kellergasse Zeiselbergen in Immendorf, führt zum Galgenberg in Oberstinkenbrunn und über Schalladorf zurück. Die 9,6 Kilometer lange Panoramarunde startet und endet beim Bauernmuseum in Kalladorf. Sie führt über Schermering-Kreuz und Spielberg durch Weingärten und die Trift. Schloss Immendorf, einst ein Wasserschloss, wurde 1945 durch einen Brand zerstört; im Zweiten Weltkrieg hatte es als Depot für Kunstwerke gedient.
Quellen: Lage und Orte | Marktgemeinde Wullersdorf · Wanderwege | Marktgemeinde Wullersdorf · Oberstinkenbrunn | Marktgemeinde Wullersdorf · Der Brand von Schloss Immendorf | Marktgemeinde Wullersdorf
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Wullersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte | Marktgemeinde Wullersdorf
- (Alt)-Wullersdorfer Bürger-Geschichte(n) | Marktgemeinde Wullersdorf
- (Alt)-Wullersdorfer Turm-Geschichte(n) | Marktgemeinde Wullersdorf
- Maria Roggendorf | Marktgemeinde Wullersdorf
- Ursprünge der Wallfahrt | Benediktinerpriorat St. Josef, Maria Roggendorf
- Lage und Orte | Marktgemeinde Wullersdorf
- Wanderwege | Marktgemeinde Wullersdorf
- Oberstinkenbrunn | Marktgemeinde Wullersdorf
- Der Brand von Schloss Immendorf | Marktgemeinde Wullersdorf
- Gründungsgeschichte | Zisterzienserinnenabtei Marienfeld
- Das Portal der Kirche von Wullersdorf | Marktgemeinde Wullersdorf
- Wullersdorf | Gedächtnis des Landes, Land Niederösterreich
- Geschichte | Pfarre Wullersdorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
