OBERSIEBENBRUNN KENNENLERNEN
Obersiebenbrunn: Schlosspark mit klaren Achsen
Obersiebenbrunn ist eine Marktgemeinde im Bezirk Gänserndorf. Auf 26,92 Quadratkilometern leben 1.774 Menschen (Stand 1. Jänner 2026). Der Ort liegt im Marchfeld, dessen Ebene überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird; Schlossanlage und Pfarrkirche prägen den Ortskern.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Obersiebenbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion
Schloss und Jagdpark
Kaiser Karl VI. schenkte das Schloss 1725 Prinz Eugen von Savoyen. Der Feldherr ließ den Bau nach Plänen, die vermutlich Johann Lucas von Hildebrandt zugeschrieben werden, zum Barockschloss umgestalten. Auch der Garten wurde als Jagdpark angelegt. Seine Grundfläche und sein Grundcharakter blieben über Jahrhunderte erhalten. Vom zentralen Prinz-Eugen-Pavillon gehen sternförmig Alleen aus; Rundbogenfenster öffnen den Pavillon zu diesen Sichtachsen. Fresken und Grotesken im Inneren zeigen Szenen aus Landleben und Jagd. Der Park umfasst 42 Hektar und steht als Naturschutzgebiet unter Schutz. Die Marktgemeinde ist Eigentümerin. Im alten Baumbestand leben Hohltaube, Wendehals, Neuntöter und Wiedehopf. Wegen des Eschentriebsterbens wurde der Park 2018 gesperrt; laut Gemeindezeitung waren 80 Prozent des Bestands – ausschließlich Eschen – von Pilzbefall bedroht. Im Juni 2024 meldete das Land Niederösterreich, dass der Park wieder zugänglich gemacht worden sei. Weitere forsttechnische Arbeiten und Besucherlenkung waren bis Ende Juli 2024 vorgesehen.
Quellen: Schlosspark Obersiebenbrunn · Historische Lindenallee am Stempfelbach · Geheimnisvolle Schlossparks im Marchfeld und in der Záhorie · Wiedereröffnung des Schlossparks Obersiebenbrunn geplant · Gemeindenachrichten Obersiebenbrunn, 2. Quartal 2024
Eine Pfarrkirche mit mittelalterlichem Kern
Die Pfarre Obersiebenbrunn bestand bereits vor 1333. Das heutige Gotteshaus zu Mariä Himmelfahrt entstand 1722 bis 1724 als einheitlicher Barockbau mit Südturm. Im Mauerwerk steckt jedoch ein mittelalterlicher Kern. Auf der Nordseite des Langhauses tritt ein Bauteil querschiffartig hervor und antwortet auf den Turm im Süden. Der Hochaltar stammt aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts; das Altarbild der Himmelfahrt Mariens malte Caspar Franz Sambach. Barocke Figuren des heiligen Florian und des heiligen Sebastian stehen ebenfalls in der Kirche. Die Kreuzwegbilder kamen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hinzu. Die Orgel wurde 1898 gebaut. Zum Pfarrgebiet gehört außerdem eine Kapelle beim Pfarrhof.
Quellen: Pfarre Obersiebenbrunn
Kloster und Marchfeld
Seit 2001 nutzt die koptisch-orthodoxe Kirche das Schloss als Kloster. 19,7 Prozent des Gemeindegebiets sind bewaldet. Südlich des Orts liegt die Obersiebenbrunn-Siedlung. Sie gehört zur Katastralgemeinde Obersiebenbrunn, ist aber als eigener Ortsteil ausgewiesen. Am Bahnhof Siebenbrunn-Leopoldsdorf steht ein historisches Aufnahmsgebäude mit erhaltener Wasserstation. Die Bahnstation liegt im Gemeindegebiet an der Marchegger Ostbahn. Bis 2002 begann dort die Lokalbahn nach Engelhartstetten.
Quellen: Pfarre Obersiebenbrunn · Ortsgeschichte Obersiebenbrunn · Obersiebenbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Wasserwege
Der Ortsname erscheint 1115 erstmals als „Sibinprvnnen“ in einer Grenzbeschreibung. Er verweist auf Quellen in der Umgebung; die überlieferte Zahl sieben ist dabei nicht wörtlich zu verstehen. Hinter dem Schlosspark entspringt der Stempfelbach. Sieben Quellen speisten früher Teiche der barocken Anlage, die heute weitgehend trockengelegt sind. Für den Schlossgarten wurde der Bachlauf zwischen Ober- und Untersiebenbrunn durch Entwässerung der Feuchtgebiete angelegt. Auf rund 1,8 Kilometern begleitet ihn eine Lindenallee aus der Zeit Prinz Eugens. In Obersiebenbrunn wird der Stempfelbach über den zum Marchfeldkanal gehörenden Obersiebenbrunner Kanal mit Donauwasser versorgt. Die josephinische Landesaufnahme der 1760er- bis 1780er-Jahre verzeichnet die Lindenallee bereits.
Quellen: Ortsgeschichte Obersiebenbrunn · Historische Lindenallee am Stempfelbach · Geheimnisvolle Schlossparks im Marchfeld und in der Záhorie · Obersiebenbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Obersiebenbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Pfarre Obersiebenbrunn
- Schlosspark Obersiebenbrunn
- Marktgemeinde Obersiebenbrunn
- Ortsgeschichte Obersiebenbrunn
- Historische Lindenallee am Stempfelbach
- Geheimnisvolle Schlossparks im Marchfeld und in der Záhorie
- Wiedereröffnung des Schlossparks Obersiebenbrunn geplant
- Gemeindenachrichten Obersiebenbrunn, 2. Quartal 2024
Stand der Angaben: 08.10.2026
