HAUSKIRCHEN KENNENLERNEN
Hauskirchen: Kirchen, Schloss und Erdäpfelgeschichte
Die Gemeinde Hauskirchen liegt im nordöstlichen Weinviertel im Bezirk Gänserndorf. Sie zählt 1.272 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 22,03 Quadratkilometer. Hauskirchen, Prinzendorf an der Zaya und Rannersdorf an der Zaya verbinden Kirchen- und Schlossgeschichte mit einem frühen Kapitel des Erdäpfelanbaus.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gemeinde Hauskirchen - Startseite
Hauskirchen und seine Erdställe
Die Gemeindechronik datiert den Beginn Hauskirchens in die Zeit um 1100 und verbindet ihn mit Hugo von Liechtenstein. Der überlieferte Ortsname Hugeschirichen verweist auf Kirche und Herrschaftssitz, die zunächst die einzigen Bauten gewesen sein sollen. 1550 ließ man aus Furcht vor Überfällen Erdställe anlegen. Während der ungarischen Einfälle von 1703 bis 1706 suchten Bewohner dort Schutz; Graf Forgács, Anführer der Aufständischen, hielt sich laut Ortsgeschichte im Pfarrhof auf. Hauskirchen blieb in dieser Episode unversehrt. 1848 endeten Zehent und Robot, 1866 zogen preußische Truppen durch den Ort. Der ehemalige Edelsitz wurde 1602 von Johann Reinhart von Ehrenreitter neu errichtet; die Gemeinde kaufte das Schloss 1960 und veräußerte es 1967.
Quellen: Gemeinde Hauskirchen – Geschichte
Die Laurentiuskirche auf der Geländestufe
Die Pfarrkirche des heiligen Laurentius steht auf einer Geländestufe südöstlich des Ortszentrums. Ihr gotischer Bau besitzt ein Hauptschiff und ein linksseitiges Seitenschiff; Um- und Zubauten kamen im 18. Jahrhundert hinzu. Die heutige Erscheinung geht wesentlich auf die Arbeiten von 1897 bis 1899 zurück, die Dombaumeister Julius Hermann leitete. Der steinerne Hochaltar entstand 1899. Darüber befindet sich ein gotischer Altaraufbau aus Eichenholz mit Figuren der Heiligen Laurentius, Sebastian und Florian. Auch die Orgel hat eine eigene Baugeschichte: Josef Mauracher fertigte 1904 ein neues Instrument. Pfarrhof und Kirche liegen in unmittelbarer Nähe zueinander; der geschützte ehemalige Wehrkirchhof gehört ebenfalls zum Ensemble.
Quellen: Gemeinde Hauskirchen – Pfarrkirche Hauskirchen · Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich 2025
Prinzendorf: Schloss, Kirche und Jungblut
Prinzendorf ist 1120 als „Prunsindorf“ in einer Stiftung an das Stift Klosterneuburg belegt. 1319 wird eine Festung erwähnt. Nachdem Schweden 1645 und osmanische Truppen 1683 das Schloss zerstört hatten, wurde das Schloss zwischen 1731 und 1751 an einem neuen Standort errichtet. 1971 erwarb der Künstler Hermann Nitsch das Anwesen. Die Pfarrkirche St. Markus wurde 1734 errichtet und wird von 17 barocken Grabsteinen umgeben, die bei der Renovierung 1969 aufgestellt wurden. Hinter der Kirche steht das Jungblutdenkmal von 1834. Es erinnert an Pfarrer Johann Eberhard Jungblut, der von 1760 bis 1795 in Prinzendorf wirkte und 1761 Erdäpfel einführen ließ. Von hier verbreitete sich der Anbau laut Gemeindeangaben im Weinviertel.
Quellen: Gemeinde Hauskirchen – Prinzendorf · Gemeinde Hauskirchen – Schloss Prinzendorf im Besitz von Hermann Nitsch · Gemeinde Hauskirchen – Pfarrkirche Sankt Markus (KG Prinzendorf) · Gemeinde Hauskirchen – Landwirtschaftliches Museum (KG Prinzendorf)
Rannersdorf und das landwirtschaftliche Museum
Rannersdorf an der Zaya erscheint 1210 als „Reinoldesdorf“ in einer Urkunde; Besitzungen gehörten damals dem Stift Heiligenkreuz. Eine Mühle namens Grundtmüll ist im 16. Jahrhundert erwähnt. 1767 ließ man die Mariensäule mit den Figuren des heiligen Florian und des heiligen Bernhard errichten; sie wurde 2005 renoviert. In Prinzendorf zeigt das landwirtschaftliche Museum Geräte und Maschinen in Scheunen und auf einem Freigelände, außerdem eine alte Waschküche. Im Jungbluthaus, das zwischen 1761 und 1763 erbaut wurde, sind eine historische Rauchküche und Speisekammer erhalten. Bilder und Dokumente beleuchten Jungbluts Amtszeit.
Quellen: Gemeinde Hauskirchen – Rannersdorf · Gemeinde Hauskirchen – Landwirtschaftliches Museum (KG Prinzendorf)
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hauskirchen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Hauskirchen - Startseite
- Gemeinde Hauskirchen – Geschichte
- Gemeinde Hauskirchen – Pfarrkirche Sankt Markus (KG Prinzendorf)
- Gemeinde Hauskirchen – Landwirtschaftliches Museum (KG Prinzendorf)
- Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich 2025
- Gemeinde Hauskirchen – Pfarrkirche Hauskirchen
- Gemeinde Hauskirchen – Prinzendorf
- Gemeinde Hauskirchen – Schloss Prinzendorf im Besitz von Hermann Nitsch
- Gemeinde Hauskirchen – Rannersdorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
