ST. PETER IN DER AU KENNENLERNEN
St. Peter in der Au: Wehrkirche und Schloss
St. Peter in der Au verbindet Marktgeschichte mit einer ungewöhnlich wehrhaften Pfarrkirche. Schloss, Kirche und Ortskern erinnern an die Zeit, als der Ort an wichtigen Straßenkreuzungen lag und zugleich Herrschaftssitz war.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Peter in der Au – Wikipedia, feste Artikelversion
Markt und Gemeinde
Die Marktgemeinde zählt 5.101 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 59,94 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet liegt im Mostviertel und gliedert sich in sechs Katastralgemeinden und sechs Ortschaften. Die Katastralgemeinden heißen Hohenreith, Kirnberg, St. Johann in Engstetten, St. Michael am Bruckbach, St. Peter in der Au-Dorf und St. Peter in der Au-Markt. Die Ortschaften tragen dieselben Namen; lediglich Kürnberg wird im Ortsverzeichnis anders geschrieben als die Katastralgemeinde Kirnberg. Der Name Au ist bereits 1120 als „Augea“ belegt; St. Peter erscheint 1210 in einer Urkunde des Stifts Seitenstetten. Der Ortskern entwickelte sich am Zusammentreffen alter Wege zwischen Steyr, Aschbach, Wallsee und Weyer. Die Lage erklärt die Bedeutung des Marktes als regionaler Treffpunkt.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Peter in der Au – Wikipedia, feste Artikelversion
Kirche als Zuflucht
Die Pfarrkirche ist den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Ihr spätgotisches Langhaus entstand etwa in der Mitte des 15. Jahrhunderts; eine barocke Vorhalle kam 1769 hinzu. Kirche und Schloss wurden als gemeinsame Wehranlage angelegt. Noch heute umgibt die Kirche eine Wehrmauer, die ursprünglich sechs Meter hoch war und Schießscharten besaß. Ein gedeckter Gang verband den Kirchenraum mit dem Schloss über den Graben. Im Dachraum der Kirche liegen Schützenstände und schmale Wurfspalten zwischen den Mauern. Bei einer Renovierung 1954 wurde unter der Orgelempore ein zwölf Meter tiefer Brunnen entdeckt, der die Wasserversorgung bei einer Belagerung sicherte.
Quellen: Pfarre St. Peter in der Au – Pfarrkirche · Pfarre St. Peter in der Au – Wehrfunktion
Geschichte des Marktes
Die Herrschaft St. Peter befand sich im Mittelalter in wechselndem Besitz. 1294 wird Chunrad als erster namentlich bekannter Pfarrer genannt. Kaiser Maximilian II. verlieh dem Markt 1574 ein Wappen mit silbernem Schlüssel auf rotem Schild. Im Bauernaufstand 1597 stürmten Bauern das Schloss und hielten den Schlossherrn drei Wochen gefangen. Nach dem Scheitern des Aufstands wurden Anführer hingerichtet; die jährliche Abbitte vor dem Schloss endete erst 1848 mit der Bauernbefreiung. Während der Reformationszeit war die Bevölkerung überwiegend protestantisch. Katholische Gottesdienste fanden zeitweise in einer Notkirche im Haus der Schulschwestern statt. Ein Silberpokal aus jener Epoche befindet sich laut Pfarre heute im Besitz der Marktgemeinde und wird bei Wahlgängen verwendet.
Gebäude und Ortsleben
Das Schloss beherbergt auch das Carl-Zeller-Museum. Der 1842 in St. Peter geborene Komponist war hauptberuflich Jurist und Ministerialrat im Unterrichtsministerium; seine Operette „Der Vogelhändler“ wurde 1891 uraufgeführt. Die Sammlung zeigt unter anderem Originalhandschriften, Skizzenbücher, Briefe, Widmungen und Uraufführungsplakate. Schloss und Kirche bilden zusammen mit dem Markt einen historischen Ortskern. Die Pfarrkirche feiert ihr Patrozinium am 29. Juni; zu den traditionellen Markttagen zählen außerdem Aschermittwoch, Mittfasten und der Katharini-Tag. Das Peterlfeuer wird am Wochenende des Patroziniums von Landjugend, Feuerwehr und Gemeinde organisiert.
Quellen: Pfarre St. Peter in der Au – Pfarrkirche · Pfarre St. Peter in der Au – Wehrfunktion · Museumsmanagement Niederösterreich – Carl-Zeller-Museum
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
