WOLFSBACH KENNENLERNEN
Wolfsbach: ein Dorfkern mit langer Pfarrgeschichte
Die Marktgemeinde Wolfsbach liegt nördlich von Seitenstetten im westlichen Mostviertel. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 2.246 Einwohnerinnen und Einwohner; 31,02 Quadratkilometer gehören zum Gemeindegebiet. Drei Katastralgemeinden und die Pfarrkirche prägen den Ort zwischen sanften Höhen und den südlichen Wasserläufen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gedächtnis des Landes: Wolfsbach · Geschichte der Pfarre Wolfsbach
Hügel, Url und Moststraße
Im Süden markieren Zaucha und Url Abschnitte der Gemeindegrenze. Die Url fließt hier auf etwa 330 Metern Seehöhe; die Hügelkuppen im Westen, Norden und Osten erreichen ungefähr 400 Meter. Der Hauptort liegt auf 384 Metern. Diese Höhenstaffelung gibt dem Gemeindegebiet seinen Wechsel aus Talräumen und offenen Rücken. Zur Marktgemeinde gehören die Katastralgemeinden Bubendorf, Meilersdorf und Wolfsbach. Die Moststraße verläuft durch die Umgebung nördlich von Seitenstetten. Vom Grillenberg im Osten reicht der Blick über die Voralpen vom Ötscher bis zum Traunstein. Als Wegeziele nennt der Tourismus den Meditationsweg und den Wanderweg zum Url-Ursprung.
Quellen: Wolfsbach (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Wolfsbach – Niederösterreich Tourismus
Vom karolingischen Vorgänger zur Hallenkirche
Bei der Innenrenovierung 2011 kamen Fundamente und Estrichreste einer turmlosen Saalkirche zutage, die vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammt. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Veit geweiht und steht leicht erhöht in der Ortsmitte, umgeben vom Friedhof. Der heutige Kirchenraum entwickelte sich über mehrere Bauphasen: Im 15. Jahrhundert wurde der Chor umgestaltet, 1456 sind Altarweihen belegt. Um 1510 baute man das Langhaus zu einer spätgotischen Vierstützenhalle mit dichtem Sternrippengewölbe aus. Der Westturm gehört ebenfalls zur spätgotischen Anlage. Nach einer Barockisierung im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche 1908 und 1909 unter Matthäus Schlager eine neugotische Umgestaltung. 2011 wurde auch der Altarraum liturgisch neu geordnet.
Quellen: Beschreibung der Pfarrkirche · Gedächtnis des Landes: Wolfsbach
Eine Mutterpfarre und drei Gemeinden
Auf Wolfsbacher Pfarrgebiet entstand 1109 ein Chorherrenstift, das bald wieder einging; 1112 wurde das Benediktinerkloster Seitenstetten gegründet. Bischof Reginbert übergab die Pfarre 1142 dem jungen Stift. Wolfsbach wurde zur Mutterpfarre mehrerer Nachbarorte, darunter St. Johann in Engstetten, St. Michael am Bruckbach und Seitenstetten. Im Lauf des 13. und 14. Jahrhunderts verkleinerte sich das ursprüngliche Pfarrgebiet, als neue Pfarren eingerichtet wurden. Im späten 16. Jahrhundert entstand ein neuer Pfarrhof; eine Pfarrschule ist seit dem 17. Jahrhundert bezeugt. Nach der Aufhebung der Grundherrschaften bildeten sich 1850 auf dem Pfarrgebiet die selbständigen Gemeinden Bubendorf, Meilersdorf und Wolfsbach. Am 1. August 1938 wurden sie zur heutigen Gemeinde zusammengelegt. 2003 erhielt Wolfsbach das Marktrecht.
Quellen: Geschichte der Pfarre Wolfsbach · Gedächtnis des Landes: Wolfsbach
Das Gemeinschaftsgrab am Pfarrfriedhof
Im Frühjahr 1945 wurden ungarisch-jüdische KZ-Häftlinge auf einem Todesmarsch durch Wolfsbach getrieben. Erschöpfte Menschen wurden von SS-Wachmannschaften ermordet und am Straßenrand verscharrt. Im Februar 1946 ließ man 14 Tote exhumieren und auf dem Pfarrfriedhof in einem Gemeinschaftsgrab beisetzen. Ein Gedenkkreuz erinnert daran; die Pfarre berichtete 2025 über seine Restaurierung und Segnung. Für die Wegstrecke zwischen Aschbach und Meilersdorf nennt die Ortsgeschichte insgesamt 26 Ermordete. Diese Zahl bezieht sich auf die größere Route, während die 14 Bestatteten die Opfer bezeichnen, die in Wolfsbach exhumiert und hier beigesetzt wurden. Der Friedhof bewahrt so einen konkreten Ort der Erinnerung an die Verbrechen der letzten Kriegsmonate.
Quellen: Segnung des restaurierten Gedenkkreuzes – Pfarrleben 2025 · Gedächtnis des Landes: Wolfsbach
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Wolfsbach (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gedächtnis des Landes: Wolfsbach
- Geschichte der Pfarre Wolfsbach
- Beschreibung der Pfarrkirche
- Segnung des restaurierten Gedenkkreuzes – Pfarrleben 2025
- Wolfsbach – Niederösterreich Tourismus
Stand der Angaben: 08.10.2026
