GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Weistrach

Ein Mostviertler Dorf mit gotischer Kirche und weitem Blick vom Plattenberg

GEMEINDEKENNZIFFER30539
Pfarrkirche in Weistrach
Pfarrkirche in Weistrach · Foto: Calauer · „Weistrach aussen“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 484
01.01.2026
Fläche
35,76 km²
Bevölkerungsdichte
69,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3351
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

WEISTRACH KENNENLERNEN

Weistrach zwischen Mosthügeln und Schlingrippen

Weistrach liegt im Bezirk Amstetten im westlichen Niederösterreich. Die Gemeinde zählte am 1. Jänner 2026 2.484 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst rund 35,76 Quadratkilometer. Zwischen dem Tal der Url und dem Plattenberg prägen Höfe, Obstbäume und ein geschichtsträchtiger Ortskern die Landschaft.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Weistrach – Gedächtnis des Landes

Vom Url-Tal hinauf zum Plattenberg

Weistrach gehört zum Mostviertel und liegt an der Straßenverbindung zwischen Amstetten und Steyr. Im Nordosten bildet die Url eine Gemeindegrenze; Zaucha und Weistrachbach entwässern in den Fluss. Vom Url-Tal auf ungefähr 330 Metern steigt das Gelände zum rund 750 Meter hohen Plattenberg an. Obstgärten prägen die flacheren Lagen. Die Gemeinde beschreibt einen Rundweg ab Weistrach über Hartlmühl und Holzschachen: Er ist 9,3 Kilometer lang und mit zweieinhalb Stunden Gehzeit angegeben. Der 14,5 Kilometer lange Mostwanderweg führt über Bergerhöhe und Kellau zum Plattenberg und zur Elisabethwarte. Beide Routen erschließen die abwechslungsreiche Hügellandschaft und verbinden den Ort mit den umliegenden Weilern.

Quellen: Weistrach – Wikipedia, feste Artikelversion · Freizeitaktivitäten an der Moststraße – Gemeinde Weistrach · Weistrach – Gedächtnis des Landes

Witztrah, Zaucha und Rohrbach

Die älteste bekannte Nennung Weistrachs stammt aus dem Garstener Traditionscodex: Um 1100 schenkte Gisela einen Besitz in Witztrah dem neu gegründeten Kloster Garsten. Der Burgstall Zaucha bei Goldberg war ein Lehen der Bamberger Bischöfe; die Herren von Zaucha sind zwischen 1160 und 1400 belegt. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts erscheinen die Herren von Rohrbach in den Quellen, 1348 wird Konrad von Rohrbach genannt. 1420 ist die Burg Rohrbach als Sitz der Familie bezeichnet. Während der Auseinandersetzungen unter Matthias Corvinus nahmen ungarische Truppen die Burg 1487 nach längerer Belagerung ein. Auch die napoleonischen Kriege erreichten die Gemeinde: Französische Truppen nutzten 1800, 1805 und 1809 die Straße zwischen Steyr und Amstetten. Im Mai 1809 lagerten Tausende Soldaten zwischen Zauchasteg und St. Peter in der Au.

Quellen: Weistrach – Gedächtnis des Landes

Ein spätgotischer Raum im Wandel

Die Pfarrkirche St. Stephan geht auf einen romanischen Vorgängerbau zurück. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstand an dessen Stelle eine spätgotische Hallenkirche. Ihr Langhaus und der Chor tragen ein dichtes Schlingrippengewölbe: Überschnittene Rippen bilden Schleifen, aus denen am Triumphbogen herabhängende Ansätze wachsen. Von der älteren Ausmalung blieben ein Konsekrationskreuz am Südeingang und ein gemalter Fries an der Nordostseite erhalten. Weistrach wurde am 6. November 1860 eigenständige Pfarre. Ab 1866 wurde die Kirche erweitert; bis 1913 folgten mehrere Schritte der Regotisierung. 2025 wurde der Innenraum nach fünfmonatiger Renovierung wieder eröffnet. 113 Freiwillige leisteten dabei zusammen mehr als 3.550 Arbeitsstunden. Das erneuerte Lichtkonzept hebt Gewölbe und Hochaltar hervor.

Quellen: Weistrach – Gedächtnis des Landes · Amtliche Pfarrmitteilung Weistrach 03/2025

Die Elisabethwarte als Ziel am Berg

Die Elisabethwarte steht auf dem Weistracher Plattenberg; auch eine Wanderroute aus St. Peter in der Au führt zu ihr. Schon 1874 gab es dort eine Aussichtsplattform. Hans Blank, ein Landesgerichtsrat, gründete 1897 die Sektion St. Peter/Au-Seitenstetten des Österreichischen Touristenclubs und regte den Bau der Kaiserin-Elisabeth-Warte an. Sie wurde 1899 und 1900 errichtet; zur Eröffnung am 23. September 1900 kamen rund 2.000 Besucher. Ein Jahr später erhielt die Warte eine kleine Schutzhütte. 1927 ging sie in den Besitz des Österreichischen Alpenvereins über. Bei einer Sanierung 2017 ergänzte man an der Westseite eine Kletterwand. Die Gemeindeseite nennt außerdem eine 24 Kilometer lange Mountainbikestrecke über den Plattenberg. So ist der Gipfel sowohl Ziel für Wandernde als auch Etappe für Radfahrende.

Quellen: Weistrach – Gedächtnis des Landes · Freizeitaktivitäten an der Moststraße – Gemeinde Weistrach

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Weistrach auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 183
31.10.2021 · Registerzählung2 281
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 484

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
649
NUTS-3-Region
Mostviertel-Eisenwurzen (AT121)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Weistrach

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.