VIEHDORF KENNENLERNEN
Viehdorf: Schlösser auf dem Plateau
Viehdorf liegt auf einem Plateau nordöstlich von Amstetten. Zwischen den Bächen im Alpenvorland und dem Ybbsfeld stehen zwei Schlösser, die an adelige Herrschaft und die religiösen Umbrüche der frühen Neuzeit erinnern.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Viehdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Plateau und Bäche
Die Gemeinde zählt 1.346 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 15,85 Quadratkilometer. Der Hauptort liegt auf 359 Metern Seehöhe. Rund 72 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 17 Prozent sind bewaldet. Im Osten entwässert der Seisenegger Bach das Land; im Nordosten bildet er auch die Gemeindegrenze, bevor er in die Ybbs mündet. Westlich fließt der Holzbauernbach, auch Altbach genannt, in Richtung Donau. Drei Katastralgemeinden – Hainstetten, Seisenegg und Viehdorf – entsprechen drei Ortschaften. Hainstetten umfasst Reikersdorf, Reinswidl und Schiltdorf; zu Seisenegg gehören unter anderem Atzelsdorf und Haubenberg. Berging, Ennsfeld und Wieden liegen in der Ortschaft Viehdorf.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Viehdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Alte Straßen und Namen
Im Frühmittelalter kreuzten sich hier die von Oed kommende Hochstraße und die von Ardagger kommende Herfurt, eine Heerstraße. Auf der Kreuzung lag der wehrhafte Sitz Ennsfeld; der Name bezeichnet heute einen Ortsteil innerhalb der Ortschaft Viehdorf. Die unregelmäßige Form des Haufendorfs Viehdorf gilt als Hinweis auf einen alten Ortskern. Der Name Viehdorf wird von einem Viehzuchtbetrieb hergeleitet; in Schiltdorf soll ein Betrieb Schilder hergestellt haben. Ritter von Viehdorf sind ab 1128 urkundlich nachweisbar; das Geschlecht starb um 1500 aus. Eine Wasserburg wird für diese Zeit vermutet. Die Pfarrkirche im Ort ist den Heiligen Peter und Paul geweiht.
Quellen: Viehdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Gedächtnis des Landes – Viehdorf
Seisenegg und Reformation
Schloss Seisenegg entstand als Doppelburg auf einem schmalen Felsgrat und ist bereits im 13. Jahrhundert als wichtiger Verkehrsknoten belegt. Ein „Heinrih de Sisaneke“ erscheint um 1267 in einer Urkunde des Stifts Lilienfeld. Das Schloss gehörte von 1303 bis 1483 den Herren von Walsee. Wegen seiner Lage an den Verkehrswegen wurde es zum Sitz eines Landgerichts, das bis 1848 bestand. Um 1600 war das Schloss ein Zentrum evangelischer Adelskultur. Viehdorf erhielt erst 1775 wieder eine katholische Pfarre. Schloss Hainstetten ist ein weiterer historischer Bau im Gemeindegebiet; es wechselte mehrfach den Besitzer und befindet sich heute im Eigentum der Schulschwestern in Amstetten. Der Mineraloge Gustav Tschermak erhielt 1906 den erblichen Adelstitel „Edler von Seysenegg“.
Quellen: Viehdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Schloss Seisenegg – Geschichte
Landwirtschaft und Alltag
2010 wurden in Viehdorf 58 landwirtschaftliche Betriebe gezählt. 40 davon wirtschafteten im Haupterwerb, 17 im Nebenerwerb; ein Betrieb wurde von einer juristischen Person geführt. In der Gemeinde befinden sich ein Kindergarten und eine Volksschule. Weiterführende Schulen besuchen viele Jugendliche im nahe gelegenen Amstetten. An der Südgrenze verläuft die Westbahn; der nächste Bahnhof liegt in Amstetten, rund fünf Kilometer entfernt. Die West Autobahn A1 durchquert das Gemeindegebiet; an ihr befindet sich die Raststation Amstetten/Viehdorf. Schloss Seisenegg beherbergt heute ein Kulturzentrum und ein Standesamt.
Quellen: Viehdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Schloss Seisenegg – Geschichte
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
