ST. VALENTIN KENNENLERNEN
St. Valentin: Stadt an der alten Westbahn
St. Valentin liegt im Donau-Enns-Winkel, nahe der Grenze zwischen Nieder- und Oberösterreich. Der Ort entwickelte sich von einer alten Siedlungslandschaft zu einem wichtigen Eisenbahnknoten und Industriestandort.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Valentin (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Stadt und Landschaft
Die Stadtgemeinde zählt 9.291 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 45,64 Quadratkilometer. Ihr Gebiet liegt zwischen Enns und Donau im westlichen Mostviertel. Archäologische Funde belegen eine lange Besiedlung: Knochenreste von Mammut und Wisent wurden in Schottergruben entdeckt und sind im Heimatmuseum zu sehen. Aus der Jungsteinzeit stammen geschliffene Geräte aus Grünstein und Serpentin sowie Tonscherben. Bronzezeitliche Gräber an der Enns enthielten Scheibennadeln und Armreifen; bei der Erla kamen Bronzebeile zutage. Ein verziertes Schwertfragment wird der Hallstattzeit zugeschrieben. Diese Fundstücke zeigen, dass Flussufer und fruchtbare Böden schon früh genutzt wurden.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Unsere Stadt Geschichte
Lauriacum und frühe Wege
In römischer Zeit gehörte der Donau-Enns-Winkel zum Umfeld von Lauriacum, dem heutigen Enns. Münzen, Keramik, Mauerreste beheizbarer Villen und Ziegel mit Stempeln belegen römische Präsenz in der Region. An der Pfarrkirche St. Valentin ist ein römischer Grabstein eingemauert. Die Lage an Flüssen und Straßen machte die Gegend auch in späteren Jahrhunderten zu einem Durchzugsraum. Im Frühmittelalter siedelten Baiern östlich der Enns in Weilern und Haufendörfern. Gegen Einfälle aus dem Osten wurden Wehrburgen errichtet; die Biburg bei St. Pantaleon entstand im 9. Jahrhundert. Diese Nachbarorte liegen außerhalb der heutigen Stadtgemeinde, gehören aber zur Geschichte des Donau-Enns-Winkels.
Quellen: Unsere Stadt Geschichte
Eisenbahn und Wachstum
Seit 21. November 1858 hat St. Valentin einen Bahnhof an der Westbahn zwischen Wien und Salzburg. Später kamen die Strecke über Steyr ins Ennstal und die Donauuferbahn hinzu. Der Ausbau der Bahn veränderte den Ort; 1918 scheiterte ein geplantes Bahnprojekt nach Steyr und Bad Hall an der verweigerten Vorkonzession. Im Zweiten Weltkrieg produzierte das Nibelungenwerk Panzer. In Herzograd und Langenhart wurden ab 1941 Siedlungen für Beschäftigte gebaut. Die Rüstungsproduktion beruhte auch auf Zwangsarbeit: Im August 1944 entstand in Herzograd ein Außenlager des KZ Mauthausen. Häftlinge mussten für das Werk arbeiten, unter anderem in der Halle, auf einem Panzerprüfgelände und beim Bau eines Luftschutzbunkers. Langenhart war vor allem für Arbeiterfamilien, Herzograd für Angestellte und Leitungspersonal vorgesehen.
Quellen: Stadtgemeinde Sankt Valentin · Werkssiedlungen Langenhart und Herzograd · St. Valentin (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Kirche und Stadtgedächtnis
Der Chorbau der Pfarrkirche wurde 1476 vollendet. Jahreszahlen 1515 und 1522 sind am Langhaus überliefert; aus dieser Phase stammt das reich gegliederte Netzrippengewölbe. Die dreischiffige Hallenkirche misst rund 36,7 Meter in der Länge. Der Kirchturm war bis 1887 niedriger als heute und trug ein keilförmiges Dach, das lange das Ortsbild bestimmte. Von der gotischen Einrichtung blieb nur der Taufstein erhalten. St. Valentin erhielt 1983 das Stadtrecht. Auf dem Gebiet der heutigen Stadtgemeinde liegen zwei Pfarren und vier Kirchen, darunter zwei Filialkirchen.
Quellen: Unsere Stadt Geschichte · Stadtgemeinde Sankt Valentin · Stadt St. Valentin – Stadtgeschichte 1983
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
