GLÖDNITZ KENNENLERNEN
Glödnitz: Talwege und Hochfläche Flattnitz
Glödnitz liegt im Nordwesten der Gurktaler Alpen. Die Gemeinde zählt 785 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 74,83 Quadratkilometer. Ihr Gebiet reicht vom Gurktal bis zur Hochfläche der Flattnitz und berührt im Nordwesten die Steiermark.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Glödnitz – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Tal und sein Einzugsgebiet
Das Gemeindegebiet umfasst das Einzugsgebiet des Glödnitzbachs, die rechte Seite des Zauchwinkelgrabens und einen beträchtlichen Teil der Flattnitz. Diese Hochfläche bildet einen Übergang in das obere Murtal. Die Gemeinde grenzt an mehrere Kärntner Nachbarn und im Nordwesten an die steirische Gemeinde Stadl-Predlitz. Zwei Naturschutzgebiete liegen innerhalb der Gemeinde: Türkenmoos und Flattnitzbach-Hochmoor. Eine Katastralgemeinde, ebenfalls Glödnitz genannt, gliedert das Gebiet verwaltungstechnisch; 19 Ortschaften verteilen sich darin. Die Flattnitzer Straße L 63 verbindet den Talraum mit der Hochfläche und führt weiter Richtung Murtal.
Römerstraße und kirchliche Geschichte
Schon in römischer Zeit führte ein Verkehrsweg durch das Glödnitztal. Für Beliandrum, wahrscheinlich im Bereich von Altenmarkt, und Tarnasici auf der Flattnitz werden Poststationen überliefert. Die erste urkundliche Erwähnung Glödnitz’ stammt aus dem Jahr 898 und nennt den Ort „Glodati“. Die Pfarrkirche wird der Überlieferung nach mit einer Stiftung der heiligen Hemma verbunden. Sicher belegt ist der umfangreiche Besitz des Bistums Gurk im Gebiet; auf der Flattnitz ließ es eine Rundkirche und ein Hospiz errichten. Im Hochmittelalter war die Gegend dichter besiedelt als heute. Bis ins 19. Jahrhundert prägten dann vor allem kleinere Höfe und Keuschen die Besiedlung.
Bauernbefreiung und Bahnanschluss
Nach den Umbrüchen von 1848 entstand 1850 die Ortsgemeinde Glödnitz. 1973 ging sie in der Großgemeinde Weitensfeld-Flattnitz auf. Bei der Volksbefragung im Dezember 1990 stimmten 55 Prozent für die Wiedererrichtung; 1991 wurde Glödnitz selbständig. Die Flattnitz kam erst 1994 zurück. Bei der ersten Gemeindewahl 1850 wurde der Wirt Franz Gasser Bürgermeister. Die Gemeinde trat 1994 auch der Kärntner Holzstraße bei. Ein wichtiger Einschnitt für die Erreichbarkeit folgte 1898 mit der Gurktalbahn, deren Anschluss in Treibach-Althofen an der Rudolfsbahn lag. Der Schmalspurbetrieb endete im April 1969; anschließend wurde der Streckenabschnitt in der Gemeinde abgetragen. Forst- und Landwirtschaft blieben wichtige Erwerbszweige; auf der Flattnitz kam der Wintertourismus hinzu. Das Biomasseheizwerk nahm 1994 den Betrieb auf; 2012 wurde der Kessel auf Hackschnitzel umgestellt. 2014 versorgte die Anlage 86 Gebäude, darunter alle öffentlichen Gebäude und das Pfarrhaus.
Quellen: Glödnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · 30 Jahre Gemeinde Glödnitz – Gemeindechronik · Landesgesetzblatt Kärnten 21/1993: Anschluss eines Teils von Weitensfeld-Flattnitz an Glödnitz
Kirchorte und Wege am Wasser
Zur Pfarre gehören Filialkirchen, darunter jene auf der Flattnitz. Der heutige frühgotische Rundbau entstand um 1330; von der romanischen Kapelle des 12. Jahrhunderts blieb Mauerwerk erhalten. Ein Hospiz bot früher Pilgern und Reisenden Unterkunft. Eine Beschreibung von 1521 erwähnt zahlreiche Ablässe, die mit dieser Kirche verbunden waren. Der 2021 revitalisierte Almenwasserweg ist rund 7,5 Kilometer lang und führt in sieben Stationen durch das Thema Wasser: vom Bachlauf und Leierbrunnen bis zum Seeblick und zur Almdusche. Die Rundtour beginnt unterhalb des Speicherteichs und führt über die Fuggeralm; auch das Flattnitzer Hochmoor wird vom Weg aus sichtbar.
Quellen: Glödnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Pfarre Glödnitz – Gemeinde Glödnitz · Almenwasserweg Flattnitz – Gemeinde Glödnitz
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Glödnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Pfarre Glödnitz – Gemeinde Glödnitz
- Almenwasserweg Flattnitz – Gemeinde Glödnitz
- 30 Jahre Gemeinde Glödnitz – Gemeindechronik
- Landesgesetzblatt Kärnten 21/1993: Anschluss eines Teils von Weitensfeld-Flattnitz an Glödnitz
Stand der Angaben: 08.10.2026
