GEMEINDE · KÄRNTEN

Micheldorf

Ein kleineres Gemeindegebiet mit alten Kirchorten und einer Industriegeschichte

GEMEINDEKENNZIFFER20519
Pfarrkirche Sankt Veit und Friedhof in Micheldorf
Pfarrkirche Sankt Veit und Friedhof in Micheldorf · Foto: Johann Jaritz / CC BY-SA 4.0 · „Micheldorf 41 Pfarrkirche hl. Veit SO-Ansicht 13092017 1099“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
974
01.01.2026
Fläche
17,00 km²
Bevölkerungsdichte
57,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
9322
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MICHELDORF KENNENLERNEN

Micheldorf: Kirchen am Metnitztalrand

Micheldorf ist eine Gemeinde im Bezirk Sankt Veit an der Glan. Zwei Katastralgemeinden und neun Ortschaften gliedern ihr 17,00 Quadratkilometer großes Gebiet. Zum 1. Jänner 2026 zählt die Gemeinde 974 Einwohnerinnen und Einwohner. Pfarrkirchen, Hochofen und Brauerei prägen die Ortsgeschichte.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Micheldorf – Wikipedia, feste Artikelversion

St. Veit und St. Laurentius

Die Pfarrkirche Micheldorf ist dem heiligen Veit geweiht und wird in Urkunden zwischen 1131 und 1167 genannt. Ihr Kern ist romanisch; das Langhaus wurde im 18. und 19. Jahrhundert verändert. Der Westturm entstand Mitte des 15. Jahrhunderts. Ablassbriefe von Kardinälen aus 1525 beziehen sich auf einen Ausbau; 1738 wurde das Schiff nach Osten verlängert, 1785 der gotisch polygonale Chor neu geweiht. Primus Haberl malte Deckenfresken in die Stuckrahmen des Gewölbes. Auf dem Lorenzenberg steht die frühgotische Filialkirche St. Laurentius, die 1043 erstmals erwähnt wird. Der Kirchenplatz auf dem Felskegel war bis mindestens Mitte des 12. Jahrhunderts Pfarrsitz. Der Friedhof wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt; der neue Kirchturm wurde 1930 geweiht. Die Kirche in Hirt ist bereits 1045 belegt; noch 1867 wurde sie als Filiale von St. Nikolai in Straßburg geführt. Heute dient das Gebäude als Lagerhaus, ist aber weiterhin als Gotteshaus erkennbar.

Quellen: Micheldorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Pfarrkirche Micheldorf – Katholische Kirche Kärnten · Sehenswertes in Micheldorf – Gemeinde Micheldorf

Eine Gemeinde mit wechselnden Grenzen

1797 eroberten französische Truppen Micheldorf und plünderten die Kirche. Bei der Bildung der Ortsgemeinden 1850 wurden Micheldorf und Lorenzenberg zunächst der Stadtgemeinde Friesach zugeteilt. In den 1860er Jahren entstand die Kronprinz-Rudolf-Bahn; der Streckenbau von Sankt Michael bis Villach war 1868 abgeschlossen. 1893 trennte sich Micheldorf als eigene Ortsgemeinde ab. Im Zuge der Gemeindestrukturreform 1973 wurde es mit Friesach, Zeltschach und St. Salvator vereinigt. Damals hatte die Gemeinde Micheldorf 1.206 Einwohner. Nach einer Volksabstimmung wurde Micheldorf 1992 erneut selbständig.

Quellen: Micheldorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Die Geschichte Micheldorfs – Gemeinde Micheldorf

Hochofen und Brauerei in Hirt

Der Ortsteil Hirt bewahrt Zeugnisse der Eisenverarbeitung. Ein Hochofen von 1806 ist erhalten; die Eisenhütte wurde 1873 stillgelegt. Das Bundesdenkmalamt führt den Hochofen als ehemalige Eisenhüttenanlage unter Denkmalschutz. Hirt ist zugleich Standort der Privatbrauerei, die als Leitbetrieb der Gemeinde gilt. Neben dem Hochofen liegt die Brauerei am Ufer der Metnitz. Die Brauerei ist seit 1270 in einer Urkunde des Gurker Domkapitels nachweisbar. Jakob Mayer kaufte das Gut 1846; seitdem ist es im Besitz der heutigen Eigentümerfamilie. Zwischen 1926 und 1937 wurde Hirt mit 2.700 bis 5.000 Hektolitern Bier zur sechstgrößten Brauerei Kärntens.

Quellen: Micheldorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Sehenswertes in Micheldorf – Gemeinde Micheldorf · Unbewegliche und archäologische Denkmale in Kärnten – Bundesdenkmalamt · Geschichte – Privatbrauerei Hirt

Lorenzenberg und Bahnverbindung

Die Rudolfsbahn verläuft durch Micheldorf; daneben führt die Friesacher Straße durchs Metnitztal. Der Ortskern liegt am Fluss; Lorenzenberg erhebt sich als eigener Siedlungsbereich über dem Tal. Für statistische Zwecke fasst ein einziger Zählsprengel das gesamte Gemeindegebiet zusammen. Am Lorenzenberg sind Wallanlagen aus vorgeschichtlicher Zeit sichtbar; Funde deuten auf eine spätere Befestigung. Ein keltischer Tempel wird für den Platz vermutet. Bei Türkeneinfällen im 15. Jahrhundert befestigte die Bevölkerung die Kirche als Schutzraum.

Quellen: Micheldorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Sehenswertes in Micheldorf – Gemeinde Micheldorf

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Micheldorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 040
31.10.2021 · Registerzählung991
01.01.2026 · Bevölkerungsstand974

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
367
NUTS-3-Region
Unterkärnten (AT213)

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Micheldorf

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.