WEIDEN BEI RECHNITZ KENNENLERNEN
Weiden bei Rechnitz: Dörfer der Vlahija
Weiden bei Rechnitz liegt am Südhang des Bernsteiner- und Günsergebirges. Die Gemeinde umfasst 39,84 Quadratkilometer und zählt am 1. Jänner 2026 799 Einwohner. Elf Ortschaften verteilen sich auf das Gemeindegebiet, das im Norden und Osten hügelig und bewaldet ist und nach Süden in die pannonische Ebene übergeht.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz
Elf Ortschaften, viele Mittelpunkte
Zur Gemeinde zählen Allersdorf, Allersgraben, Mönchmeierhof, Oberpodgoria, Parapatitschberg, Podler, Rauhriegel, Rumpersdorf, Unterpodgoria, Weiden bei Rechnitz und Zuberbach. Die Gemeindehomepage fasst sie als acht Ortsteile mit elf Ortschaften zusammen. Ein katholisches Gotteshaus – Kirche oder Kapelle – liegt jeweils im Zentrum eines Dorfes; auch eine Freiwillige Feuerwehr gibt es in jedem Ortsteil.
Quellen: Weiden bei Rechnitz – Gemeindehomepage · Die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz
Walachische Siedlungsgeschichte
Die Geschichte der Region ist eng mit der kroatischen Besiedlung verbunden. Nach der Niederlage der Kroaten am Krbavafeld 1493 intensivierten sich die Raubzüge der Osmanen in Kroatien und Slawonien. Grundherren in Westungarn förderten daraufhin die Ansiedlung kroatischer Bauern. Auch kroatische Wanderhirten kamen nach Norden; sie wurden deutsch „Walachen“, kroatisch „Vlahi“ genannt. Franz Batthyány brachte 1535 kroatische Siedler nach Rauhriegel und Podler; weitere Walachen siedelten sich ab etwa 1540 im Gebiet Weidens an. Eine Urkunde von 1549 bestätigte den Weidner Walachen besondere Freiheiten. Sie lebten von Viehzucht und Ackerbau auf oft wenig fruchtbaren Böden und hielten vor allem Schafe und Ziegen. Die Grundherren gewährten ihnen weitreichende Befreiungen von Abgaben und Robotdienst, verlangten aber Wachdienst, Polizeidienst und Hilfe bei Arbeiten auf Herrschaftssitzen. Bis heute wird die kroatische Umgangssprache in vielen Familien gepflegt.
Quellen: Die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz · Weiden bei Rechnitz – Gemeindehomepage
Podler und seine Antoniuskirche
Die Entstehung Podlers wird auf 1560 zurückgeführt. Die alte Siedlung wurde Ende des 16. Jahrhunderts von der Grundherrschaft niedergerissen; 1648 errichteten walachische Siedler das Dorf unter dem Namen „Poianicz“ neu. Zwei Jahre später siedelte Graf Ádám I. Batthyány dort 14 überwiegend kroatische Familien an. Die Bewohner genossen die verbrieften walachischen Freiheiten. Bereits 1757 stand im Dorf eine hölzerne, strohgedeckte Kirche. Der heutige kleine klassizistische Bau mit nahezu quadratischem Schiff entstand 1794 bis 1799. 1829 wurde an der Südseite ein steinerner Turm ergänzt. Südlich des Ortes erinnert das „Kristaloczische“ Kreuz an eine Kapelle von 1852; auf dem Friedhof steht ein Kreuz aus dem Jahr 1920.
Landschaft und Kulturleben
Zwischen den bewaldeten Hügeln, Äckern und Wiesen gibt es Wander- und Radwege. Nahe der Kirche im Ortsteil Weiden liegt ein botanischer Garten mit Heilpflanzen, die in Homöopathie, Bachblüten- und Aromatherapie Verwendung finden. Als kultureller Träger wirkt die Tamburica Vlahija; zahlreiche Vereine organisieren Brauchtumspflege und gemeinschaftliche Aktivitäten. Die Gemeindeseite nennt auch Kinderspiel- und Sportplätze als Angebote in den Dörfern. Mehr als die Hälfte der Fläche ist bewaldet, rund vierzig Prozent dienen der Landwirtschaft. Die Gemeinde umfasst neun Katastralgemeinden.
Quellen: Die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz · Weiden bei Rechnitz – Gemeindehomepage
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
