GEMEINDE · BURGENLAND

Weiden bei Rechnitz

Eine Gemeinde mit kroatischen Wurzeln und elf Ortschaften

GEMEINDEKENNZIFFER10926
Pfarrkirche in Weiden bei Rechnitz
Pfarrkirche in Weiden bei Rechnitz · Foto: Ueb-at · „Pfarrkirche weiden bei rechnitz“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
799
01.01.2026
Fläche
39,84 km²
Bevölkerungsdichte
20,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7463
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

WEIDEN BEI RECHNITZ KENNENLERNEN

Weiden bei Rechnitz: Dörfer der Vlahija

Weiden bei Rechnitz liegt am Südhang des Bernsteiner- und Günsergebirges. Die Gemeinde umfasst 39,84 Quadratkilometer und zählt am 1. Jänner 2026 799 Einwohner. Elf Ortschaften verteilen sich auf das Gemeindegebiet, das im Norden und Osten hügelig und bewaldet ist und nach Süden in die pannonische Ebene übergeht.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz

Elf Ortschaften, viele Mittelpunkte

Zur Gemeinde zählen Allersdorf, Allersgraben, Mönchmeierhof, Oberpodgoria, Parapatitschberg, Podler, Rauhriegel, Rumpersdorf, Unterpodgoria, Weiden bei Rechnitz und Zuberbach. Die Gemeindehomepage fasst sie als acht Ortsteile mit elf Ortschaften zusammen. Ein katholisches Gotteshaus – Kirche oder Kapelle – liegt jeweils im Zentrum eines Dorfes; auch eine Freiwillige Feuerwehr gibt es in jedem Ortsteil.

Quellen: Weiden bei Rechnitz – Gemeindehomepage · Die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz

Walachische Siedlungsgeschichte

Die Geschichte der Region ist eng mit der kroatischen Besiedlung verbunden. Nach der Niederlage der Kroaten am Krbavafeld 1493 intensivierten sich die Raubzüge der Osmanen in Kroatien und Slawonien. Grundherren in Westungarn förderten daraufhin die Ansiedlung kroatischer Bauern. Auch kroatische Wanderhirten kamen nach Norden; sie wurden deutsch „Walachen“, kroatisch „Vlahi“ genannt. Franz Batthyány brachte 1535 kroatische Siedler nach Rauhriegel und Podler; weitere Walachen siedelten sich ab etwa 1540 im Gebiet Weidens an. Eine Urkunde von 1549 bestätigte den Weidner Walachen besondere Freiheiten. Sie lebten von Viehzucht und Ackerbau auf oft wenig fruchtbaren Böden und hielten vor allem Schafe und Ziegen. Die Grundherren gewährten ihnen weitreichende Befreiungen von Abgaben und Robotdienst, verlangten aber Wachdienst, Polizeidienst und Hilfe bei Arbeiten auf Herrschaftssitzen. Bis heute wird die kroatische Umgangssprache in vielen Familien gepflegt.

Quellen: Die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz · Weiden bei Rechnitz – Gemeindehomepage

Podler und seine Antoniuskirche

Die Entstehung Podlers wird auf 1560 zurückgeführt. Die alte Siedlung wurde Ende des 16. Jahrhunderts von der Grundherrschaft niedergerissen; 1648 errichteten walachische Siedler das Dorf unter dem Namen „Poianicz“ neu. Zwei Jahre später siedelte Graf Ádám I. Batthyány dort 14 überwiegend kroatische Familien an. Die Bewohner genossen die verbrieften walachischen Freiheiten. Bereits 1757 stand im Dorf eine hölzerne, strohgedeckte Kirche. Der heutige kleine klassizistische Bau mit nahezu quadratischem Schiff entstand 1794 bis 1799. 1829 wurde an der Südseite ein steinerner Turm ergänzt. Südlich des Ortes erinnert das „Kristaloczische“ Kreuz an eine Kapelle von 1852; auf dem Friedhof steht ein Kreuz aus dem Jahr 1920.

Quellen: Podler/Poljanci – Gemeinde Weiden bei Rechnitz

Landschaft und Kulturleben

Zwischen den bewaldeten Hügeln, Äckern und Wiesen gibt es Wander- und Radwege. Nahe der Kirche im Ortsteil Weiden liegt ein botanischer Garten mit Heilpflanzen, die in Homöopathie, Bachblüten- und Aromatherapie Verwendung finden. Als kultureller Träger wirkt die Tamburica Vlahija; zahlreiche Vereine organisieren Brauchtumspflege und gemeinschaftliche Aktivitäten. Die Gemeindeseite nennt auch Kinderspiel- und Sportplätze als Angebote in den Dörfern. Mehr als die Hälfte der Fläche ist bewaldet, rund vierzig Prozent dienen der Landwirtschaft. Die Gemeinde umfasst neun Katastralgemeinden.

Quellen: Die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz · Weiden bei Rechnitz – Gemeindehomepage

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Weiden bei Rechnitz auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung837
31.10.2021 · Registerzählung813
01.01.2026 · Bevölkerungsstand799

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
538
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Weiden bei Rechnitz

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.