STADTSCHLAINING KENNENLERNEN
Stadtschlaining: Burg, Bergbau und Friedensarbeit
Stadtschlaining liegt am westlichen Abfall des Günser Gebirges. Die Stadtgemeinde umfasst 42,07 Quadratkilometer und zählt am 1. Jänner 2026 2.017 Einwohnerinnen und Einwohner. Zu ihr gehören Altschlaining, Drumling, Goberling, Neumarkt im Tauchental und Stadtschlaining.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Stadtschlaining – Wikipedia, feste Artikelversion
Eine Burg an der alten Straße
Die Burg Schlaining entstand im 12. oder 13. Jahrhundert an einer strategisch wichtigen Nord-Süd-Mautstraße. 1441 verpfändete König Friedrich III. die Anlage an Andreas Baumkircher; ab etwa 1450 ließ dieser sie deutlich erweitern und mit Wehrmauern umgeben. 1461 kam die Burg samt Herrschaft in Baumkirchers Besitz. Die benachbarte bürgerliche Siedlung wuchs unter seiner Herrschaft. Nach seiner Hinrichtung 1471 wechselten die Besitzverhältnisse: 1544 fiel die Herrschaft an die Familie Batthyány. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts siedelten sich jüdische Familien unter ihrem Schutz in Schlaining an. Die Stadtmauer ist heute in weiten Teilen erhalten. Im Burginneren erinnern Granarium und Weinkeller an bauliche Erweiterungen von 1648/49.
Quellen: Stadtschlaining – Wikipedia, feste Artikelversion · Österreichisches Städtebuch – Stadtschlaining
Spuren der Arbeit unter Tage
Goberling und die Umgebung Schlainings waren auch Bergbauland. Schon im 15. Jahrhundert wurden unterschiedliche Erze gewonnen; später konzentrierte sich die Förderung in Goberling auf Antimon. Die Entdeckung der Vorkommen wird auf 1744 datiert, der tatsächliche Abbau setzte in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. In der Hochphase fanden dort etwa 160 Menschen Beschäftigung. Das Bergwerk wurde 1990 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Werkzeuge, Lampen, Grubenpläne und weitere Erinnerungsstücke bewahrt heute das Bergbaumuseum Goberling im früheren Kühlhaus. Ehemalige Bergleute errichteten einen Schaustollen, der die beengten Arbeitsbedingungen unter Tage nachvollziehbar macht.
Jüdisches Leben und Erinnerung
Die Synagoge, um 1800 errichtet und 1864 erneuert, war das religiöse und kulturelle Zentrum der jüdischen Gemeinde. Zu den Einrichtungen gehörten außerdem eine Mikwe, eine koschere Fleischbank, eine Schule, der Friedhof und eine Beerdigungsbruderschaft. 1938 wurde die jüdische Bevölkerung vertrieben; die Synagoge diente anschließend zeitweise als Lagerraum. 1986 bis 1988 wurde sie restauriert und 1989 als Friedensbibliothek eingerichtet. Heute umfasst deren Bestand rund 25.000 Bände sowie 340 Zeitungen und Zeitschriften aus dem In- und Ausland; die Ausstellung „Spurensuche. Fragmente jüdischen Lebens im Burgenland“ widmet sich jüdischem Leben im Burgenland. Zwei jüdische Friedhöfe im Stadtgebiet halten die Erinnerung an die Gemeinde ebenfalls wach.
Quellen: Ehemalige Synagoge – Gemeinde Stadtschlaining · Friedenszentrum Burg Schlaining – Gemeinde Stadtschlaining
Von der Wehrburg zum Friedenszentrum
Die heutige Nutzung der Burg knüpft an ein Friedensprojekt an, das zugleich die Anlage erhalten sollte. 1986/87 wurden Burgbastei und Granarium restauriert; Schmiede und Zeughaus folgten 1987/88. 2000 wurde die Burg für ein Europäisches Museum für Frieden umgestaltet, das 2001 eröffnet wurde. Von Mai 2024 bis März 2026 widmete sich die interaktive Ausstellung „Schlaining und Frieden“ der Friedensbildung und Demokratie. Zwischen 1988 und 2014 befand sich in Stadtschlaining die European Peace University; das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung nahm 1982 seine Arbeit auf.
Quellen: Friedenszentrum Burg Schlaining – Gemeinde Stadtschlaining · Friedensburg Schlaining – Gemeinde Stadtschlaining · Schlaining und Frieden – Ausstellungsarchiv der Friedensburg
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Stadtschlaining – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Österreichisches Städtebuch – Stadtschlaining
- Bergbaumuseum Goberling – Gemeinde Stadtschlaining
- Ehemalige Synagoge – Gemeinde Stadtschlaining
- Friedenszentrum Burg Schlaining – Gemeinde Stadtschlaining
- Friedensburg Schlaining – Gemeinde Stadtschlaining
- Schlaining und Frieden – Ausstellungsarchiv der Friedensburg
Stand der Angaben: 08.10.2026
