SCHACHENDORF KENNENLERNEN
Čajta und Vincjet im kroatischen Burgenland
Schachendorf liegt nahe der ungarischen Grenze am Fuß des Günsergebirges. Die Gemeinde umfasst Schachendorf und Dürnbach; laut Statistik Austria leben hier am 1. Jänner 2026 732 Menschen auf 22,32 Quadratkilometern.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Schachendorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Zwei Ortsteile und eine kroatische Alltagstradition
Die Gemeinde liegt in einer sanft hügeligen Ebene auf 286 Metern Seehöhe. Rund drei Viertel der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt; neben Getreide und anderen klassischen Kulturen nennt die Gemeinde Kürbis, Raps und Sonnenblumen. Der Großteil der Bevölkerung gehört zur burgenlandkroatischen Volksgruppe. Schachendorf heißt kroatisch Čajta. Beide Ortsnamen haben eine komplexe Geschichte; die Gemeinde hält mehrere Erklärungen für die Herkunft von Čajta ausdrücklich für unbestätigt. Die Gemeindewebsite begrüßt Gäste auf Deutsch, Kroatisch und Ungarisch. Brauchtumsvereine, Kirchenchöre, Tamburizzagruppen und Feuerwehren gehören zu den örtlichen Gemeinschaften. Damit ist Mehrsprachigkeit in Schachendorf nicht bloß ein Merkmal historischer Ortsnamen, sondern wird durch Musik, Vereinsleben und die öffentliche Kommunikation sichtbar.
Quellen: Gemeinde Schachendorf – Ortsbeschreibung · Schachendorf – Wikipedia, feste Artikelversion
1374, Mautstelle und kroatische Ansiedlung
Die Gemeinde nennt 1374 als erste urkundliche Erwähnung Schachendorfs, damals unter dem Namen „Chata“. 1405 ist bereits eine Mautstelle belegt. Der deutsche Ortsname erscheint 1532 als Groß Schachendorf; seit 1808 wird die heutige Form verwendet. Das Wort „Schachen“ bezeichnet ein einzelnes Waldstück oder Gehölz. Die Gemeinde hält eine frühere Besiedlung für möglich, aber nicht nachgewiesen. Nach den Kriegszerstörungen im 16. Jahrhundert veranlassten die Batthyány ab 1540 die Ansiedlung kroatischer Familien aus ihren Besitzungen. 1548 verzeichneten Urbare bereits kroatische Familiennamen. Zwischen 1601 und 1661 war Schachendorf eine kalvinische Ortschaft mit protestantischen Predigern; anschließend wurde es der kroatisch-katholischen Pfarre Rechnitz zugeordnet. Seit 1946 ist Schachendorf eine selbstständige Pfarre.
Quellen: Gemeinde Schachendorf – Geschichte Schachendorf · Schachendorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Dürnbach als mehrsprachiger Ort
Dürnbach ist unter dem kroatischen Namen Vincjet bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1244 und nennt den Ort „Inches“. Spätere Schriftformen lauten unter anderem Inceed, Inszeeth, Dürenbach und Dürrenbach. Der ungarische Name Inczéd steht mit der Ortsgeschichte im Zusammenhang; die kroatische Form Vincjet leitet sich laut Gemeindeseite von der ungarischen Benennung ab. Das Gebiet gehörte ab 1329 zu den Herrschaften Rechnitz und Schlaining. Nach dem Urbar von 1548 lebten Kroaten, Deutsche und Ungarn im Ort. Auch die Schule erzählt von der Verbindung beider Gemeindeteile: Nach der Zusammenlegung von 1971 wurde die zweiklassige Volksschule in Schachendorf 1972 geschlossen; die Kinder besuchen seither die Volksschule in Dürnbach. Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt ist ein weithin sichtbarer Ort des religiösen Lebens.
Quellen: Gemeinde Schachendorf – Geschichte Dürnbach · Schachendorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Vereinsleben und kommunale Entwicklung
Die Tamburizzagruppe Stalnost geht auf den Tag der kroatischen Jugend zurück, der 1974 erstmals in Schachendorf stattfand. Der Name „Stalnost“ – Beständigkeit – wurde von einem Männergesangsverein übernommen, der 1930 bestanden hatte. Nach einem Jahr kam eine Volkstanzgruppe hinzu. Die Tracht wurde an ältere Schachendorfer Kleidung angelehnt; im Repertoire stehen kroatische Volkslieder, Schlager und internationale Stücke. Kinder können in einer Nachwuchsgruppe Tamburizzaspiel und Volkstanz lernen. Die kommunale Gliederung änderte sich ebenfalls: 1971 wurden Schachendorf, Dürnbach und Schandorf zu einer Gemeinde zusammengelegt. Mit Wirkung von 1996 wurde Schandorf wieder eigenständig; Schachendorf blieb mit Dürnbach verbunden. Die Landwirtschaft verlor in den Jahrzehnten bis 2010 an Betrieben; die acht Haupterwerbsbetriebe bewirtschafteten 2010 mehr als die Hälfte der Fläche.
Quellen: Gemeinde Schachendorf – Folkloregruppe Stalnost · Schachendorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Schachendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Schachendorf – Ortsbeschreibung
- Gemeinde Schachendorf – Geschichte Schachendorf
- Gemeinde Schachendorf – Geschichte Dürnbach
- Gemeinde Schachendorf – Folkloregruppe Stalnost
- Rechtsinformationssystem des Bundes – Gemeindegliederung Schachendorf/Schandorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
