GEMEINDE · BURGENLAND

Bad Tatzmannsdorf

Ein südburgenländischer Kurort mit drei Ortsteilen und einer langen Badegeschichte.

GEMEINDEKENNZIFFER10901
Luftaufnahme von Bad Tatzmannsdorf
Luftaufnahme von Bad Tatzmannsdorf · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Bad Tatzmannsdorf - Luftaufnahme“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 658
01.01.2026
Fläche
11,62 km²
Bevölkerungsdichte
142,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7431
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

BAD TATZMANNSDORF KENNENLERNEN

Bad Tatzmannsdorf: Quellen, Kurgeschichte und Dorfleben

Bad Tatzmannsdorf liegt im Bezirk Oberwart und zählt 1.658 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Gemeinde liegt auf einer Fläche von 11,62 Quadratkilometern. Zu ihrem Gebiet gehören Bad Tatzmannsdorf, Jormannsdorf und Sulzriegel; gemeinsam bilden sie einen Ort, dessen Geschichte sich an Quellen, Kirchen und bäuerlichen Bauten ablesen lässt.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Ortschronik – Bad Tatzmannsdorf

Vom Sauerbrunnen zum Heilbad

Die Ortschronik setzt die Geschichte Tatzmannsdorfs um 1350 an: Damals war es eine Grenzwächtersiedlung der Oberen Wart und im Besitz einer Familie, die sich nach dem Ort „de Tarcsa“ nannte. Eine vielzitierte Regensburger Chronik von 1620 enthält Johannes Mühlbergers Predigt über den Sauerbrunnen; Mühlberger hielt sie während eines Kuraufenthalts im Schloss Jormannsdorf. Das Dokument belegt die frühe Bekanntheit der Quelle, während der organisierte Badebetrieb erst später folgte. 1650 entstand das erste Badhaus direkt im Quellgebiet, und für die Betreuung der Badenden wurde ein Arzt angestellt. Damit verlagerte sich der Kurbetrieb aus Jormannsdorf nach Tatzmannsdorf.

Quellen: Ortschronik – Bad Tatzmannsdorf · Bad Tatzmannsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion

Drei Orte, eigene Zeitspuren

Jormannsdorf wird 1388 in einer Urkunde zur Übernahme der Herrschaft Bernstein durch die Kanizsai erstmals genannt. Sulzriegel erscheint 1641 unter dem Namen Waldegg. Die Rodungssiedlung an der südlichen Ecke der Herrschaft Bernstein wurde laut Ortschronik von Knappen aus dem nahen Neustifter Bergwerk bewohnt. Die drei Gemeinden wurden 1971 zusammengelegt. Auch ihre sakralen Gebäude erzählen unterschiedliche Geschichten: In Sulzriegel ersetzte 1912/13 ein Glockenhaus den hölzernen Glockenturm aus der Mitte des 19. Jahrhunderts; das neue Gebäude beherbergte zugleich eine Gemeindestube. In Jormannsdorf steht eine Filialkirche, die der heiligen Anna geweiht ist.

Quellen: Ortschronik – Bad Tatzmannsdorf · Bad Tatzmannsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion

Kurleben zwischen Adel und Bahnanschluss

1796 ließ Graf Anton Batthyány nach Plänen Rudolf Witschs den „Tempel der Genesung“ als Brunnengebäude über der Hauptquelle errichten. Die Badeanlagen wurden später unter Franz Batthyány erweitert und nach seiner Frau Karoline sowie den Kindern benannt. 1889 erschloss man Moorvorkommen bei Unterschützen für Moorbäder. Der Anschluss an die Lokalbahn Oberwart–Oberschützen folgte 1903; die Station machte den Kurort mit der Eisenbahn erreichbar. Im Ersten Weltkrieg diente das Heilbad als Lazarett. 1919 verkaufte Graf Gábor Batthyány die Anlagen an eine jüdische Finanzgruppe, die eine Aktiengesellschaft zum Betrieb gründete. Heute dokumentiert das Kurmuseum die Orts- und Kurentwicklung anhand von Bildern und Gegenständen; ein eigener Raum ist der Dorfgeschichte gewidmet.

Quellen: Ortschronik – Bad Tatzmannsdorf · Bad Tatzmannsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Freilichtmuseum DAZUMAL – Museum und Baugeschichte

Baukultur vom Dorfhaus bis zur Kirche

Das Freilichtmuseum bewahrt 21 Gebäude, die zwischen dem späten 18. Jahrhundert und dem Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Sie wurden aus südburgenländischen Orten hierher versetzt, als veränderte Wirtschaftsweisen und neue Bautechnik ihre ursprüngliche Nutzung verdrängten. Strohgedeckte Holzbauten und ihre Ausstattung mit Hausrat und Arbeitsgeräten zeigen Wohn- und Arbeitsformen früherer Generationen. Auch die Kirchenbauten markieren jüngere Bauphasen: Die katholische Pfarrkirche des heiligen Johannes des Täufers entstand 1967/68 neben dem Standort der älteren Kirche von 1896. Die evangelische Friedenskirche wurde 1968 nach Plänen von Charlotte und Karl Pfeiler errichtet. Der Bahntrassen-Radweg nutzt seit 2022 die Trasse der Pinkatalbahn und führt auf 42 Kilometern zwischen Oberschützen und Rechnitz durch die Gemeinde.

Quellen: Freilichtmuseum DAZUMAL – Museum und Baugeschichte · Bad Tatzmannsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Bad Tatzmannsdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 366
31.10.2021 · Registerzählung1 624
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 658

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
645
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Bad Tatzmannsdorf

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.