GROSSPETERSDORF KENNENLERNEN
Großpetersdorf: Marktgeschichte und fünf Dörfer
Großpetersdorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberwart. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 3.585 Menschen; die Gemeinde liegt auf einer Fläche von 31,36 Quadratkilometern. Zur Gemeinde gehören Großpetersdorf, Kleinpetersdorf, Kleinzicken, Miedlingsdorf und Welgersdorf. Die Ortschaften bewahren deutsche, ungarische, kroatische und zum Teil Romani-Namen. Die fünf Ortschaften bilden zugleich fünf Katastralgemeinden.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Großpetersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Markt und Urkunden
Die erste sichere Erwähnung Großpetersdorfs findet sich 1273 in einer Urkunde des ungarischen Königs Ladislaus IV. Ein Urbar aus dem Jahr 1539 nennt den Ort „Pettersdorf“. Bei der josephinischen Landesaufnahme von 1782 bis 1785 erscheint der Name „Markt Gros Petersdorf oder Nemet Sz. Mihaly“. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts siedelten die Grafen Batthyány Kroaten in Kleinpetersdorf an. Die mehrsprachige Geschichte zeigt sich auch in den überlieferten Ortsnamen: Großpetersdorf heißt ungarisch Nagyszentmihály und kroatisch Veliki Petrštof. Die Gemeinde vermutet, dass der Ortsname auf Petersdorf im Tauchental und Michaelsdorf am Hügel zurückgeht.
Quellen: Großpetersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Großpetersdorf – Gemeindeseite · Straßenausstellung – 750 Jahre Großpetersdorf
Marktrecht und kommunale Entwicklung
1291 eroberte Herzog Albrecht von Österreich den Ort; aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung „Pertlsdorf“. 2023 erinnerte die Gemeinde mit einem Jubiläum an die 750-jährige Ersterwähnung und bat Einwohner um historische Fotos. Die Bildersammlung dokumentiert Alltag, den Bau von Freibad und Lagerhaus, Feste sowie Straßen und Plätze. Vor 1565 wurden bereits Jahrmärkte abgehalten; am 2. September 1565 bestätigte Kaiser und König Maximilian II. das Marktrecht. Von 1850 bis 1854 war Großpetersdorf Sitz eines Bezirks, der 50 Gemeinden umfasste. 1909 ging die erste Straßenbeleuchtung in Betrieb.
Quellen: Großpetersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Großpetersdorf – Gemeindeseite
Kriegsende und Anschluss
Am 26. März 1921 hielt sich Kaiser Karl I. inkognito kurz in Großpetersdorf auf. Er reiste mit Graf Thomas Erdődy aus Rotenturm nach Szombathely, um seinen ersten Restaurationsversuch zur Wiedererlangung der ungarischen Königswürde zu unternehmen. Der Versuch scheiterte. 1945 wurden Großpetersdorf und seine Umgebung zum Kampfgebiet. Nach dem Abzug der deutschen Verbände besetzten sowjetische Streitkräfte den Ort. Nach dem Ersten Weltkrieg sprachen die Verträge von Saint-Germain (1919) und Trianon (1920) Deutsch-Westungarn Österreich zu; 1921 kam das Gebiet zum neuen Bundesland Burgenland.
Quellen: Großpetersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Großpetersdorf – Gemeindeseite
Kirchen und ehemalige Bahn
Im Ortskern stehen eine katholische Pfarrkirche zu Ehren des heiligen Michael und eine evangelische Pfarrkirche samt evangelischem Pfarrhaus. Die Filialkirche in Kleinpetersdorf ergänzt die sakralen Bauwerke der Gemeinde. Der Neubau der katholischen Pfarrkirche erfolgte 1849/50 durch Baumeister Johann Brenner; der Hochaltar von 1850 besitzt einen vergoldeten Tabernakel mit Putten und Engeln. Nach dem Ende des Bahnbetriebs wurden die Schienen abgebaut und die Trasse als Radweg genutzt. Die Dorfgalerie wurde im September 2002 eröffnet. Sie dient als Ausstellungsplattform für regionale Künstler und Autodidakten; bereits 2003 hatte eine Sonderausstellung in Steinsel in Luxemburg internationalen Bezug. Als weiteres Freizeitangebot beschreibt die Gemeinde den Fitness- und Vitalpark mit Motorik-Fun-Park, Generationenpark, Rad-Motorik-Arena und Gradierwerk. Das Ziegelwerk nahm 1908 den Betrieb auf; 1969 wurde es gesprengt. Das Gebäude der evangelischen Schule entstand 1909.
Quellen: Großpetersdorf – Gemeindeseite · Großpetersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Straßenausstellung – 750 Jahre Großpetersdorf
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
