MARKTGEMEINDE · BURGENLAND

Bernstein

Eine Marktgemeinde im Bernsteiner Gebirge mit mittelalterlicher Burg und Steinhandwerk.

GEMEINDEKENNZIFFER10902
Panoramablick auf Bernstein im Burgenland
Panoramablick auf Bernstein im Burgenland · Foto: Funke · „20200704 Bernstein Bgld Panorama v NO“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 145
01.01.2026
Fläche
38,99 km²
Bevölkerungsdichte
55,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7434
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

BERNSTEIN KENNENLERNEN

Bernstein: Burg, Bergbau und grüner Edelserpentin

Bernstein ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberwart. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.145 Menschen; die Gemeinde liegt auf einer Fläche von 38,99 Quadratkilometern. Zur heutigen Gemeinde gehören neben Bernstein die Ortschaften Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben. Burg und Edelserpentin prägen die Ortsgeschichte auf unterschiedliche Weise.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kultur und Geschichte – Marktgemeinde Bernstein

Die Burg über dem Ort

Die Burg Bernstein wurde um 1200 errichtet und 1260 von den Güssinger Grafen übernommen. 1388 gelangte sie als Pfand an Johann von Kanizsai; seine Nachkommen ließen die Anlage wieder instand setzen. Nach einer Phase mit wechselnden Pflegschaftsherren vertraute man die Burg 1517 den Königsbergern an. Adam von Batthyány erwarb sie 1649. Bis 1864 blieb sie ständiger Wohnsitz der Familie Batthyány, danach wechselte sie mehrfach den Besitzer. Der Rittersaal trägt Stuckaturen des italienischen Künstlers Philiberto Lucchese aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die südwestliche Bastei bildet einen 36 Meter hohen Aussichtspunkt.

Quellen: Kulturbauten – Marktgemeinde Bernstein

Vom Erzabbau zur Serpentinwerkstatt

Bergbau ist in Bernstein seit dem 12. Jahrhundert belegt. Zunächst gewann man Eisen; ab 1560 kamen Schwefel, Kupfer, Kupfervitriol, Silber und Gold hinzu. Unter Freiherr Ludwig von Königsberg, der von 1596 bis 1628 herrschte, erreichte der Abbau laut Gemeindegeschichte seinen stärksten Aufschwung. Das Wappen erinnert mit einem Hauerbrunnen und zwei Bergknappen an diese Arbeit. Anfang des 19. Jahrhunderts kam der Bergbau vorerst zum Erliegen. 1860 erkannten der Drechsler Josef Höfer und Pfarrer Ratz, dass sich der in gewöhnlichem Serpentinit eingeschlossene Edelserpentin bearbeiten lässt. Heute fertigen Werkstätten aus dem grünen Stein Schmuck und Gebrauchsobjekte. Das Felsenmuseum zeigt Stücke aus dieser lokalen Handwerkstradition.

Quellen: Kultur und Geschichte – Marktgemeinde Bernstein · Ausflugsziele – Marktgemeinde Bernstein

Spuren von der Bronzezeit bis zum Markt

Eine Bronzefibel aus der Zeit um 1500 vor Christus ist laut Gemeinde der älteste Fund aus der Umgebung. Aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus stammen norisch-pannonische Hügelgräber; ein Schaugrab macht ihren Aufbau nachvollziehbar. Der Ort selbst wird 1388 als „Dorf unter der Burg Borostyan gelegen“ urkundlich greifbar. Sein Name hängt mit der mittelalterlichen Bernsteinstraße zusammen, deren Seitenarm durch das Tauchental als „Via Magna“ verlief. 1602 erhob Freiherr Ludwig von Königsberg die Siedlung zum grundherrschaftlichen Markt. Bernstein erhielt 1973 das Marktrecht erneut verliehen. Die Ortsteile Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben wurden 1971 mit Bernstein vereinigt.

Quellen: Kultur und Geschichte – Marktgemeinde Bernstein · Bernstein (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Ausflugsziele – Marktgemeinde Bernstein

Kirchen und Madonnenschlössl

Das evangelische Bethaus wurde 1787 erbaut; 1791 kam ein Turm hinzu. Nach einem Brand restaurierte man Pfarrhaus und Turm 1880. In der katholischen Pfarrkirche des heiligen Michael blieb mittelalterliches Mauerwerk erhalten. Eine 15.-Jahrhundert-Kirche wurde 1733 von der Witwe des Grafen Ludwig von Batthyány renoviert und vergrößert; der barocke Hochaltar zeigt eine Kreuzigungsgruppe. Das um die Jahrhundertwende errichtete Madonnenschlössl steht in einem 3,5 Hektar großen Park. Sein Erdgeschoss besteht aus Serpentin, in den oberen Geschossen sind geschnitzte Schädel in eine Holzbalkenkonstruktion eingearbeitet. Heute dient das Haus als Ort für Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Kurse. Der Park bietet außerdem einen Festplatz für Veranstaltungen.

Quellen: Kulturbauten – Marktgemeinde Bernstein

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Bernstein auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 265
31.10.2021 · Registerzählung2 080
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 145

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 035
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

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