BERNSTEIN KENNENLERNEN
Bernstein: Burg, Bergbau und grüner Edelserpentin
Bernstein ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberwart. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.145 Menschen; die Gemeinde liegt auf einer Fläche von 38,99 Quadratkilometern. Zur heutigen Gemeinde gehören neben Bernstein die Ortschaften Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben. Burg und Edelserpentin prägen die Ortsgeschichte auf unterschiedliche Weise.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kultur und Geschichte – Marktgemeinde Bernstein
Die Burg über dem Ort
Die Burg Bernstein wurde um 1200 errichtet und 1260 von den Güssinger Grafen übernommen. 1388 gelangte sie als Pfand an Johann von Kanizsai; seine Nachkommen ließen die Anlage wieder instand setzen. Nach einer Phase mit wechselnden Pflegschaftsherren vertraute man die Burg 1517 den Königsbergern an. Adam von Batthyány erwarb sie 1649. Bis 1864 blieb sie ständiger Wohnsitz der Familie Batthyány, danach wechselte sie mehrfach den Besitzer. Der Rittersaal trägt Stuckaturen des italienischen Künstlers Philiberto Lucchese aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die südwestliche Bastei bildet einen 36 Meter hohen Aussichtspunkt.
Vom Erzabbau zur Serpentinwerkstatt
Bergbau ist in Bernstein seit dem 12. Jahrhundert belegt. Zunächst gewann man Eisen; ab 1560 kamen Schwefel, Kupfer, Kupfervitriol, Silber und Gold hinzu. Unter Freiherr Ludwig von Königsberg, der von 1596 bis 1628 herrschte, erreichte der Abbau laut Gemeindegeschichte seinen stärksten Aufschwung. Das Wappen erinnert mit einem Hauerbrunnen und zwei Bergknappen an diese Arbeit. Anfang des 19. Jahrhunderts kam der Bergbau vorerst zum Erliegen. 1860 erkannten der Drechsler Josef Höfer und Pfarrer Ratz, dass sich der in gewöhnlichem Serpentinit eingeschlossene Edelserpentin bearbeiten lässt. Heute fertigen Werkstätten aus dem grünen Stein Schmuck und Gebrauchsobjekte. Das Felsenmuseum zeigt Stücke aus dieser lokalen Handwerkstradition.
Quellen: Kultur und Geschichte – Marktgemeinde Bernstein · Ausflugsziele – Marktgemeinde Bernstein
Spuren von der Bronzezeit bis zum Markt
Eine Bronzefibel aus der Zeit um 1500 vor Christus ist laut Gemeinde der älteste Fund aus der Umgebung. Aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus stammen norisch-pannonische Hügelgräber; ein Schaugrab macht ihren Aufbau nachvollziehbar. Der Ort selbst wird 1388 als „Dorf unter der Burg Borostyan gelegen“ urkundlich greifbar. Sein Name hängt mit der mittelalterlichen Bernsteinstraße zusammen, deren Seitenarm durch das Tauchental als „Via Magna“ verlief. 1602 erhob Freiherr Ludwig von Königsberg die Siedlung zum grundherrschaftlichen Markt. Bernstein erhielt 1973 das Marktrecht erneut verliehen. Die Ortsteile Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben wurden 1971 mit Bernstein vereinigt.
Quellen: Kultur und Geschichte – Marktgemeinde Bernstein · Bernstein (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Ausflugsziele – Marktgemeinde Bernstein
Kirchen und Madonnenschlössl
Das evangelische Bethaus wurde 1787 erbaut; 1791 kam ein Turm hinzu. Nach einem Brand restaurierte man Pfarrhaus und Turm 1880. In der katholischen Pfarrkirche des heiligen Michael blieb mittelalterliches Mauerwerk erhalten. Eine 15.-Jahrhundert-Kirche wurde 1733 von der Witwe des Grafen Ludwig von Batthyány renoviert und vergrößert; der barocke Hochaltar zeigt eine Kreuzigungsgruppe. Das um die Jahrhundertwende errichtete Madonnenschlössl steht in einem 3,5 Hektar großen Park. Sein Erdgeschoss besteht aus Serpentin, in den oberen Geschossen sind geschnitzte Schädel in eine Holzbalkenkonstruktion eingearbeitet. Heute dient das Haus als Ort für Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Kurse. Der Park bietet außerdem einen Festplatz für Veranstaltungen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
