MARKTGEMEINDE · BURGENLAND

Rotenturm an der Pinka

Rotenturm an der Pinka zwischen Wart und Pinkatal

GEMEINDEKENNZIFFER10921
Luftaufnahme von Rotenturm an der Pinka mit Schloss und Umgebung
Luftaufnahme von Rotenturm an der Pinka mit Schloss und Umgebung · Foto: Nxr-at · „Oberwart Unterwart Rothenturm an der Pinka“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 462
01.01.2026
Fläche
17,04 km²
Bevölkerungsdichte
85,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7501
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ROTENTURM AN DER PINKA KENNENLERNEN

Ein Schloss, drei Sprachen und drei Ortsteile

Rotenturm an der Pinka ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberwart. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 1.462 Einwohner auf 17,04 Quadratkilometern.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Rotenturm an der Pinka – Wikipedia, feste Artikelversion

Drei Ortschaften und mehrere Sprachräume

Das Gemeindegebiet setzt sich aus drei gleichnamigen Katastralgemeinden zusammen: Rotenturm an der Pinka, Siget in der Wart und Spitzzicken. Die mehrsprachigen Namen der Ortsteile lauten unter anderem Őrisziget für Siget und Hrvatski Cikljin für Spitzzicken. Das südburgenländische Gemeindegebiet wird als dreisprachig beschrieben; deutsch, ungarisch und kroatisch sind in Ortsnamen und lokaler Überlieferung präsent. Die Siedlungsgeschichte reicht weiter zurück als die schriftlichen Belege. Funde aus Bronze- und Eisenzeit sowie römische Gräber weisen auf frühe menschliche Aktivitäten. Eine Kleinsiedlung könnte bereits in karolingischer Zeit bestanden haben. Eine Urkunde von 1355 nennt den Ort als Veresuarfelde; weitere Bezeichnungen wie Castrum Veresuar und Castellum Veresuar legen nahe, dass eine Burg bestand. Die erste Bezeugung des deutschen Namens Rotenturm folgt 1456.

Quellen: Rotenturm an der Pinka – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Rotenturm an der Pinka – Website

Marktrechte und Herrschaft

König Sigismund verlieh dem Ort 1402 das Marktrecht. Das Privileg gab den Bewohnern gegenüber gewöhnlichen Dörfern zusätzliche Rechte und machte den Marktflecken zu einem Handels- und Kommunikationszentrum. Seine Bedeutung nahm ab 1841 ab, als auch Oberwart zum Markt erhoben wurde. Die Herrschaft über das Gebiet wechselte im Spätmittelalter: 1424 war sie an die Familie Ellersbacher verpfändet worden. Diese ließ die verfallene Burg wieder aufbauen. Die Erdődy-Familie prägte später die Ortsgeschichte und ließ 1864 das heutige Schloss nach Plänen Anton Webers errichten. Der historistische Bau verbindet maurische und byzantinische Formen. Im 20. Jahrhundert wechselten die Eigentümer. Heinz Schinner erwarb das Schloss 2008 und ließ es in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt restaurieren.

Quellen: Rotenturm an der Pinka – Wikipedia, feste Artikelversion · Schloss Rotenturm – Im Wandel der Zeit

Schloss, Pfarrkirche und Erinnerungsstücke

In der katholischen Pfarrkirche Allerheiligen gibt es Hinweise auf einen Kirchenbau von 1402. Ein Visitationsbericht von 1697 beschrieb ein Gotteshaus auf einem Berghang mit hölzernem, schindelgedecktem Turm. 1759 ließ Graf Ludwig Erdődy die Kirche umbauen; 1819 wurde der Turm in Stein neu errichtet. Unter der Kanzel steht der sogenannte Budapester Königskrönungsstuhl, auf dem Karl IV. 1916 bei seiner Krönung gekniet haben soll. In Siget in der Wart befinden sich eine evangelische Pfarrkirche und eine katholische Filialkirche; Spitzzicken hat ebenfalls eine Filialkirche. Die kirchlichen Orte verteilen sich damit auf die Ortsteile.

Quellen: Rotenturm an der Pinka – Wikipedia, feste Artikelversion · Schloss Rotenturm – Im Wandel der Zeit

Landwirtschaft und neue Schlossnutzung

Die Landwirtschaft veränderte sich zwischen 1999 und 2010 deutlich: Die Zahl der Betriebe nahm um fast die Hälfte ab. 2010 bestanden noch 36 landwirtschaftliche Betriebe, sechs davon im Haupterwerb. Parallel dazu erhielt die Bahnverbindung eine neue Güterfunktion. Das Land Burgenland kaufte die Pinkatalbahn und sanierte den Abschnitt bis Rotenturm für den Güterverkehr; im Juni 2020 wurde die Holzverladestelle von Oberwart nach Rotenturm verlegt. Das Schloss gehört heute zu den kulturellen Veranstaltungsorten der Gemeinde. Die Restaurierung sicherte nicht nur das Gebäude; die Familie, die das Schloss belebt, öffnet es laut eigener Chronik für Konzerte, Führungen, Seminare und Feste. Ein Schnapsglasmuseum im alten Gemeindehaus gegenüber dem Schloss wurde als Projekt mit regionalem Bezug beschrieben.

Quellen: Rotenturm an der Pinka – Wikipedia, feste Artikelversion · Schloss Rotenturm – Im Wandel der Zeit

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Rotenturm an der Pinka auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 429
31.10.2021 · Registerzählung1 446
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 462

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
693
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Rotenturm an der Pinka

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.